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                                        Landeshauptstadt Magdeburg
- Der Oberbürgermeister Dezernat
V

Amt
V

Datum
22.02.2017
Öffentlichkeitsstatus
öffentlich

I0067/17

INFORMATION
Beratung
Der Oberbürgermeister
Gesundheits- und Sozialausschuss
Stadtrat

Tag

Behandlung

11.04.2017
19.04.2017
20.04.2017

nicht öffentlich
öffentlich
öffentlich

Thema: Information über die Adelheid-Preisverleihung - Preisträger 2016

Die Landeshauptstadt Magdeburg hat am Sonntag, dem 19.02.2017 den Adelheid-Preis zum
fünften Mal seit seiner Einführung im Jahr 2012 verliehen.
Grundlage für diesen Sozialpreis waren die Stadtratsbeschlüsse zur DS0396/11 vom
17.11.2011 und zur DS0162/12 vom 05.07.2012. Auf der Sitzung am 07.11.2013 beschloss der
Stadtrat einstimmig (interfraktioneller Antrag A0135/13 - Beschluss-Nr. 2029-70(V)13), dass die
jährliche Veranstaltung zur Übergabe des Adelheid-Preises an die Preisträgerinnen bzw.
Preisträger nicht mehr am 16. Dezember, sondern jeweils im Februar des Folgejahres
stattfinden soll. Somit fand am 16.12.2016 die Bekanntgabe der Preisträger und am 19.02.2017
die Preisverleihung statt.
Durch die Mitglieder des Adelheid-Kuratoriums wurde als Preisträger für das Jahr 2016 das
Ehepaar Christine und Dieter Wendel vorgeschlagen. Seit Jahrzehnten setzen sich die beiden
für andere Betroffene ein und unterstützen diese trotz eigener schwerer Behinderung. Dieses
herausragende Wirken verdient Dank und vor allem große Anerkennung.
Das ehrenamtliche Engagement des Ehepaares begann im Jahr 1972, als zunächst Dieter
Wendel und zwei Jahre später seine Frau Christine die Betroffenen im Blinden- und
Sehbehinderten-Verband unterstützten. Beide arbeiteten in der Kreisorganisation Magdeburg
Nord als Vertrauensleute, richteten Treffen und Veranstaltungen aus und standen den
Betroffenen zur Seite.
Nach der Deutschen Einheit wurde der Verband neu strukturiert. Dieter Wendel wurde in den
neu gebildeten Stadtvorstand Magdeburg gewählt und übernahm trotz fortschreitender eigener
Erblindung die Leitung der Selbsthilfegruppe des Verbandes in Magdeburg Nord. Er gründete
eine Wandergruppe für Blinde und Sehbehinderte, die noch heute besteht und einmal monatlich
Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung Magdeburgs unternimmt.
Seit 2007 leitet Dieter Wendel die Regionalgruppe Magdeburg des Blinden- und
Sehbehinderten-Verbandes mit rund 120 Mitgliedern. Innerhalb dieser Gruppe koordiniert er mit
Unterstützung seiner Frau Christine die Arbeit der stadtteilbezogenen Selbsthilfegruppen und
weiterer Interessengruppen des Verbandes. Dabei erstellt das Ehepaar regelmäßige
Informationsschreiben für die Mitglieder, richtet Mitgliederversammlungen und andere
Veranstaltungen aus und organisiert Ausflugsfahrten und Gruppenreisen. Dieter Wendel ist

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zugleich Mitglied in der Leitung der Bezirksgruppe West, die neben Magdeburg die Landkreise
Salzlandkreis,
Harzkreis und Teile des Bördekreises umfasst. Zudem vertritt er den Verband auch in der
kommunalen Arbeitsgruppe der Menschen mit Behinderungen und setzt sich vor allem für den
Abbau von Barrieren für Sehbehinderte und für soziale Angebote ein.
Die Preisverleihung fand in diesem Jahr im Kulturhistorischen Museum der Landeshauptstadt
statt. Ein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses für ihre
Unterstützung.
Durch die Vorsitzende Frau Simone Borris wurden die anwesenden Gäste begrüßt.
Die Festrede hielt Oberbürgermeister Herr Dr. Lutz Trümper. In seiner Rede würdigte Herr Dr.
Trümper die Verdienste der Preisträger. „Die Erinnerung an Kaiserin Adelheid nehmen wir zum
Anlass, ein Ehepaar aus unserer Mitte zu ehren, das eine Würdigung seines freiwilligen und
unermüdlichen Engagements verdient“, so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. „Als neue
Preisträger hat das Kuratorium Dieter und Christine Wendel ausgewählt, die sich mit hohem
persönlichem Einsatz seit mehr als 40 Jahren trotz eigener schwerer Behinderung für andere
Betroffene sozial engagieren.“
Die Staatssekretärin Frau Beate Bröcker würdigte das Ehepaar in ihrer Laudatio. „Sie erhalten
heute den Adelheid-Preis der Stadt Magdeburg für ihren kontinuierlichen Einsatz für den
Blinden- und Sehbehindertenverband in Sachsen-Anhalt. Der Verband hat heute über 1000
Mitglieder und vertritt die Interessen von etwa 15.000 Menschen mit Seheinschränkungen in
Sachsen-Anhalt. Sie beide waren und sind dem Verband eine kontinuierliche Stütze. Als
Vertrauensleute gingen Sie zu den Menschen, die Unterstützung brauchten, vor Ort und
organisierten Treffen und Veranstaltungen. Herr Wendel, als Leiter der Selbsthilfegruppe und
Leitung und Begleitung der Umstrukturierung des Verbandes nach der Wiedervereinigung,
trugen Sie maßgeblich dazu bei, dass die Strukturen erhalten bleiben. Dazu kommt die
Wandergruppe, die Sie ins Leben gerufen haben und die bis heute besteht. Oder die
Handarbeitsgruppe, die Sie Frau Wendel initiiert haben und bis heute leiten. Ich denke, dass
Ihre heutige Arbeit mit einer Führhündin, Frau Wendel, und Ihre Arbeit im Arbeitskreis für
Führhundehalter dazu beiträgt, Menschen mit Seheinschränkungen weiterhin aktiv zu
unterstützen“, so die Staatssekretärin Frau Beate Bröcker in ihrer Laudatio.
Im Anschluss an die Festreden erfolgte durch die Vorsitzende des Adelheid-Kuratoriums, Frau
Simone Borris, die Übergabe des Preisgeldes in Höhe von 1.000 EUR, in Form eines Schecks.
Die Staatssekretärin Frau Beate Bröcker übergab die Urkunde an das Ehepaar Wendel und
durch den Oberbürgermeister Herrn Dr. Trümper wurde die getöpferte Frauenfigur „Adelheid“
überreicht. Dieses Unikat wurde bereits zum fünften Mal von der Leiterin der Töpferwerkstatt
des Hauses „Mutter Teresa“ des Caritasverbandes, Frau Kerstin Koine, gefertigt.
Im Anschluss an die Preisübergabe richtete der Behindertenbeauftragte, Herr Hans-Peter
Pischner, ein paar ehrende Worte an das Ehepaar Wendel und dankte ihnen für ihr
außerordentliches Engagement im Blinden- und Sehbehindertenverband.
Als letztes bedankte sich das Ehepaar Wendel bei allen Anwesenden für die Auszeichnung und
Ehrung und die damit verbundene Wertschätzung. Ein besonderes Dankeschön richteten sie an
die Mitglieder des Adelheid-Kuratoriums dafür, dass sie für die Würdigung ihrer ehrenamtlichen
Arbeit vorgeschlagen und bestätigt wurden. Sie sehen das als sehr große Ehre an. Weiterhin
dankten sie dem Vorstand des Blinden- und Sehbehindertenverbandes und deren Mitgliedern,
ohne die vieles nicht möglich wäre.
Musikalisch umrahmt wurde die Preisverleihung durch den Akademischen Chor sowie des
Akademischen Blasorchesters, beide unter der Leitung von Herrn Ulrich Weller.
Als so genanntes Highlight zur 5. Preisverleihung wurde durch das Kuratorium zu einem
Malwettbewerb aufgerufen. An diesem Wettbewerb beteiligten sich Grundschüler der Hortträger

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Internationaler Bund, der AWO sowie der Stiftung evangelische Jugendhilfe. Das Malen sollte
verbunden werden mit der altersgerechten Wissensvermittlung über Kaiserin Adelheid.
Entstanden sind dabei viele tolle Kunstwerke zum Leben und Wirken der 2. Gemahlin Ottos des
Großen. In zwei Kategorien prämierte das Kuratorium die besten Arbeiten.
Die gefertigten Kunstwerke wurden erstmals am Tag der Preisverleihung allen Gästen im
Kaiser-Otto-Saal präsentiert. Die Freiwilligenagentur Magdeburg hat hierfür kostenlos Pinwände
zur Verfügung gestellt zur Präsentation der Kunstwerke.
Die Preisverleihung des Malwettbewerbes findet am 15. Mai 2017 im Adelheid-Foyer des
Rathauses statt. An diesem Tag begrüßen der Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper sowie die
Beigeordnete Simone Borris die Preisträger.
Durch den Caterer der Lebenshilfewerk gGmbH wurden die Gäste kulinarisch versorgt. Das
Kaffeehaus Köhler hat, wie auch in den Jahren zuvor, die Anwesenden mit AdelheidKuchenstückchen den Ausklang versüßt. Die ebenfalls durch sie angefertigte Adelheidtorte
wurde dem Ehepaar Wendel überreicht.
Finanziell wurde die Veranstaltung durch die Sponsoren Stadtsparkasse, Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg mbH, Klinikum Magdeburg gGmbH, Wohnen und Pflegen gGmbH
sowie den Städtischen Werken Magdeburg GmbH unterstützt.

Borris