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I0155/17 Anlage Jahresbericht 2016

                                    
                                        Landeshauptstadt Magdeburg
Seniorenbeirat

Jahresbericht 2016 des Seniorenbeirates
der Landeshauptstadt Magdeburg
Älterwerden scheint wie nie zuvor Chancen und Risiken gleichermaßen zu bergen. Laut
Wissenschaft gewinnen wir vier Stunden an Lebenszeit täglich hinzu. Vielfältiges Engagement in den gesunden Jahren des Alters zeugt von Tatkraft und einer hohen Motivation, die Erfahrungen und Fähigkeiten zu nutzen, um die Beziehungen zwischen den Generationen zu verbessern, die Solidargemeinschaft weiterzuentwickeln sowie den Prozess des Älterwerdens in Würde und ohne Diskriminierung unter aktiver Eigenbeteiligung zu gewährleisten.
Mit dem vorliegenden Bericht schauen wir auf das 2016 Erreichte zurück und danken
allen Unterstützern, die die seit langem bewährte Tradition der politischen Mitwirkung
der älteren Menschen in Magdeburg begleiten und fördern. Vor allem dankt der Seniorenbeirat den Mitwirkenden für ihr unermüdliches Engagement sowie den Multiplikatoren
für die Sensibilisierung und Motivation der aktiven Teilhabe der älteren Generation.
Seit dem 10.12.2015 arbeitet der Seniorenbeirat in seiner bisherigen Besetzung. Jedoch
gab es zwei Wechsel von Personen aus gesundheitlichen Gründen bzw. aus anderen
Vorstellungen zur Arbeit eines Seniorenbeirates.
Der Seniorenbeirat nimmt im Rahmen seiner Satzung unabhängig, parteipolitisch neutral
und konfessionell ungebunden die Interessen aller in der Landeshauptstadt Magdeburg
lebenden älteren Einwohnerinnen und Einwohnern gegenüber den städtischen Gremien
und der Verwaltung wahr und vertritt diese in der Öffentlichkeit, das sind 30,5 % (ab
60+) entsprechend dem statistischen Landesamt vom 31.12.2015.
Der Seniorenbeirat ist ein Gremium der Landeshauptstadt Magdeburg und wird von der
Verwaltung, dem Stadtrat und seiner Ausschüsse im Rahmen seiner Aufgaben in die
Entscheidungsfindung zu seniorenpolitischen Themen einbezogen. Aber es gibt auch

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Bereiche, wo die generationsübergreifenden Themen von Bedeutung sind. Dieses klappt
z.B. sehr gut, wie z.B. beim Bau bzw. Neugestaltung von Spielplätzen oder in Zusammenarbeit mit dem Bauamt, Gestaltung um die Stadthalle im Rothehornpark.

Zu Beginn unserer Tätigkeit wurden zwei Klausuren mit den Themen „Motivation und
partnerschaftlicher Umgang im Ehrenamt“ und „Mitgestalten und Mitentscheiden
durch ältere Menschen“ durchgeführt, die für die Arbeit des Seniorenbeirates eine wesentliche Grundlage bildeten.
Die erste Klausur am 18. Februar 2016 wurde durch das Thema Motivation und partnerschaftlicher Umgang im Ehrenamt geprägt. Es wurde sich durch gemeinsame Gespräche
sich besser kennengelernt.

In der zweiten Klausur am 18. April 2016 ging es um fachliche Themen, welche die Arbeit
des Seniorenbeirates unterstützen und eine Grundlage bilden sollte.
Damit ältere Menschen mitgestalten und mitentscheiden können, brauchen sie Informationen, transparente sowie offene Kommunikationsstrukturen, die bürgernah, dialogorientiert
und barrierefrei sind.
Wir brauchen dazu das bürgerschaftliche Engagement älterer Menschen. Aber die Einrichtungen und Institutionen müssen sich auch stärker für die besonderen Wünsche und Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren öffnen. Viele ältere Menschen in Magdeburg sind
bereit, Zeit, Ideen und Tatkraft in ganz konkrete Projekte und Prozesse im direkten Lebensumfeld einzubringen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass sie dabei auch mitplanen
und mitentscheiden wollen. Den Kommunen kommt daher eine Schlüsselrolle zu. Sie sind
die Moderatoren der Bürgerbeteiligung vor Ort.
Zur Klausurtagungen waren als Gäste eingeladen, Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper,
Vorsitzender des Stadtrates Andreas Schumann, Beigeordnete Simone Boris und Beigeordneter Holger Platz sowie Stadträte und die Vorsitzenden der Fraktionen sowie Prof. Dr.
Dr. Roland Schöne vom Seniorenkolleg der TU Chemnitz als Wissenschaftler.

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Inhaltliche Schwerpunkte der Klausurtagung waren kommunalrechtliche Grundlagen, Aufbau der Stadtverwaltung, Kompetenzen des Seniorenbeirates, d.h. Rechte und Pflichten
des Beirates, seniorenpolitische Zielstellungen und Aufgaben von Seniorenvertretungen in
den Kommunen.
Durch Herrn Oberbürgermeister wurde besonders auf seniorenpolitischen Aufgaben aus
dem Seniorenpolitischen Konzept und den Seniorenpolitischen Leitlinien der Stadt Magdeburg eingegangen, welche wichtige Grundlagen für die Arbeit bilden. Angeregt wurde in
der Diskussion eine detaillierte Analyse zur Umsetzung dieser Konzeption und der Leitlinien zur weiteren Optimierung der Arbeit der Stadtverwaltung und des Seniorenbeirates.
Der Vorsitzende des Stadtrates bekundete seine Unterstützung bei der Bewältigung der
zahlreichen Aufgaben des Seniorenbeirates und die Unterstützung für die älteren Menschen der Landeshauptstadt.
Beigeordneter Holger Platz gab wertvolle Hinweise zur Struktur und Arbeitsweise der
Stadtverwaltung sowie zum Umgang mit dem Kommunalrecht.
Prof. Dr. Dr. Roland Schöne stellte die Aufgaben von kommunalen Seniorenvertretungen
dar. Dabei wurde sehr deutlich, dass auch mehr zur gemeinsamen Zusammenarbeit Älterer mit Jüngeren beigetragen werden muss. Gemeinsame Veranstaltungen und Gespräche können die ersten Schritte sein sowie gute Beispiele in der Öffentlichkeit mehr bekannt zu machen.

Auch die Gespräche und Diskussionen mit den Fraktionen ergaben für die zukünftige Arbeit die gleichen Schwerpunktansätze gemeinsam mit dem Seniorenbeirat, um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen.
Schlussfolgernd kann festgestellt werden, dass diese gemeinsame Veranstaltung gute
Informationen und Anregungen für die zukünftige Arbeit des Seniorenbeirates erbracht hat
und ähnliche Veranstaltungen mit dem Amt für Statistik, verantwortlichen Institutionen und
Organisationen gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt werden sollten.

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Weitere 10 Sitzungen mit jeweils entsprechenden Fachthemen, wie Offene Treffs, Gespräche mit der MVB, Pflegesituation in Magdeburg, Vorstellung der Ergebnisse zur Bevölkerungsentwicklung in der Landeshauptstadt Magdeburg sowie die Erfassung und
Auswertung des Magdeburger Bürgerpanels, „Entwicklung der GWA - Gruppen in der
Landeshauptstadt Magdeburg“ - Gesprächsrunde mit Dr. Ingo Gottschalk. Am 27.Juli 2016
war der Bundestagsabgeordnete und Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg, Burkhard
Lischka zu Gast im Seniorenbeirat. Mit ihm wurden Themen zu aktuellen Fragen der Seniorenpolitik diskutiert, die für die kommunale Ebene von Bedeutung sind, jedoch durch
Landes- und Bundesgesetze bestimmt werden. Inhaltlich ging es um die demografische
Entwicklung, altersgerechte Infrastruktur, der Rente und Kranken- und Pflegeversicherung.
Aus diesen verschiedenen Themen heraus sprach Herr Lischka eine Einladung für Vertreter des Seniorenbeirates in den Bundestag aus, welche im November 2016 wahrgenommen wurde.
Weitere zwei Sitzungen waren interne Sitzungen des Seniorenbeirates um Themen für die
Arbeit abzustimmen.

Höhepunkt im Jahr 2016 war die erste bundesweite Konferenz und Festveranstaltung zum
Internationalen Tag der älteren Menschen am 30.09. und 01.10.2016 in der Landeshauptstadt Magdeburg.

Eingeladen waren Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft, Akteure
der Kommunalen- und Landesseniorenvertretungen in Deutschland sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um darüber zu diskutieren, welche neuen Akzente der demografische Wandel abzeichnet, Bilder vom Alter(n) für die Seniorenpolitik haben sowie die
Bedeutung des Internationalen Tages der älteren Menschen für unsere Gesellschaft hat.
Dazu wurde eine Dokumentation mit DVD herausgegeben um sich mit den angesproche4

nen Themen weiter zu beschäftigen. Hierzu möchte ich allen Mitgliedern des Seniorenbeirates meinen herzlichen Dank für ihren besonderen Einsatz in der Vorbereitung und Durchführung aussprechen. Ebenfalls meinen Dank den Rednern der Stadt,
Herrn Dr. Trümper und Herrn Nitsche mit ihren Ausführungen zur Konferenz und zum
Empfang am Abend. Gleichfalls haben der Stadtführerverband, die Sparkasse, SWM,
MWG, die Wobau diese Veranstaltung unterstützt. Auch die Moderation durch Frau Stieger hatte großen Anklang bei den Gästen gefunden. Besonders der Austragungsort -Die
FestungMark- ist sehr gut angekommen und wird den Besuchern gut in Erinnerung bleiben.

Ältere sind in immer stärkerem Maße daran interessiert, das Gemeinwesen mitzugestalten
und mitzuentscheiden sowie bereit, gegenüber der eigenen sowie den nachwachsenden
Generationen Verantwortung zu übernehmen. Die Potenziale der Älteren sind für die Gesellschaft ein Gewinn, denn mit dem Altern steigen die Lebenserfahrung und Vielfalt des
Wissens. Dazu wurden in vielen Stadtteilen bereits die Kontakte mit den GWA aufgenommen und Kontakte und die Mitarbeit hergestellt. Die GWA wurden über den 7. Altenbericht
und dessen Empfehlungen zur „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune“ informiert.

Der Vorstand des Seniorenbeirates hat ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister geführt
und verschiedenen Themen angesprochen, wie finanzielle Unterstützung des Seniorenbeirates, Sitzungspauschale, Stellung des Seniorenbeirates innerhalb der Organisationsstruktur der Stadt (Gleichbehandlung von berufenen Beiräten), Veranstaltungsreihe „Musik am
Nachmittag“. Herr Dr. Trümper hat mit seinem Antwortschreiben vom 24.10.2016 Unterstützungsangebote dargelegt und uns mitgeteilt, dass der Seniorenbeirat für die Kommunalpolitik in der Stadt wichtig ist und die Stadt eine aktive Interessenvertretung für die älteren
Menschen dringend benötigen.

Viele Ältere wünschen sich auch wie Jüngere, in Planungs- und Entscheidungsprozesse
einbezogen zu werden. Entscheidungsträger und Verantwortliche sind daher aufgefordert,
insbesondere im kommunalen Lebensumfeld bessere Beteiligungsmöglichkeiten zu fördern
und auszubauen, Hemmnisse zu überwinden und mit freiwillig engagierten Menschen partnerschaftlich mit allen Altersgruppen zusammen zu arbeiten.

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Der Seniorenbeirat wurde in verschiedene Prozesse der Landeshauptstadt durch Stellungnahmen einbezogen, z.B. im Projekt „Bildung für Ältere“, zu Bebauungsplänen, Spielplatzgestaltung, Wohnkomplexe für Ältere u.a. Themen.
Die vielfältigen inhaltlichen Aufgaben der städtischen Seniorenarbeit wurden in fünf beiratsinternen Arbeitsgruppen zusammengefasst:
1. Mitgestaltung, regionale Netzwerke und gesellschaftliche Teilhabe
mit einer UAG Ordnung und Sicherheit
2. Öffentlichkeitsarbeit und Medien
3. Barrierefreiheit, Bauen, Verkehr
4. Soziales, Prävention, Gesundheitsfürsorge
mit der UAG Demenz
5. Bildung, Kultur, Sport und Freizeitgestaltung
Diese Arbeitsgruppen trafen sich regelmäßig und bearbeiteten Problemfelder und/oder
Anregungen von Bürgern der Stadt Magdeburg. Zu den Beratungen wurden auch fachund sachkundige Bürgerinnen und Bürger geladen.

Die Arbeitsgruppe Mitgestaltung, regionale Netzwerke, gesellschaftliche Teilhabe,
Gleichstellung und Inklusion, und die UAG Ordnung und Sicherheit trafen sich zu
mehreren Beratungen und Außenterminen. Neben den Mitgliedern des SB, erklärten bisher fünf Bürger der Stadt ihre Mitarbeit.
Zur Umsetzung des Seniorenpolitischen Konzeptes führte die AG einen Erfahrungsaustauch mit den Trägern der Alten- und Service-Zentren (ASZ) und den Offenen Treffs (OT)
durch.
Die verantwortlichen Träger erläutern die Situation in ihren Einrichtungen:
Durch das Auslaufen der Förderprogramme Mitte des Jahres 2015 konnten die Öffnungszeiten nicht mehr durchgängig gesichert werden.
Das hat zur Verunsicherung der Gäste und zur Senkung der Teilnehmerzahlen geführt.
Mit den jetzt vorhandenen Arbeitskräften -teilweise Angestellte der Träger sowie Arbeitskräften aus Förderprogrammen- sind die geplanten Öffnungszeiten wieder gewährleistet.
Durch die Qualifikation und die Aufgabenbeschreibung der geförderten Maßnahmen sind in
den OT meist nur niederschwellige Angebote möglich.
Die OT erhalten eine unterschiedliche Förderung durch die Landeshauptstadt. Die Förderung erfolgt nach Beantragung der Träger.
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Die Untersuchungen von Prof. Wolf mit seinen Student*innen von der Fachhochschule
zu „Offenen Treffs“ und sich daraus ergebende Fragen sind dem Seniorenbeirat bisher
nicht bekannt, jedoch im GESO diskutiert. Die Ergebnisse sind z. Zt. Dem Seniorenbeirat
nicht umfassend bekannt.
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe machten sich im Laufe des Jahres durch Besuche der einzelnen OT ein Bild über die Angebote und Gesamtsituationen in den Einrichtungen.
Im Ergebnis wurde festgestellt:
- gut ausgebildetes und dauerhaftes Personal ist notwendig, um die geforderten
Betreuungs- und Bildungsangebote realisieren zu können
-

die Öffnungszeiten der OT passen nicht mit dem Arbeitszeit-Fonds der Arbeitnehmer
zusammen (Mehrstunden oder freiwillige Mehrarbeit)

- Arbeitskräfte über Maßnahmen des Jobcenters müssen durch eine Schulung auf die
Aufgaben in den OT vorbereitet werden.
- Arbeitskräfte langfristig binden, um die Arbeit effektiv zu gestalten
- OT sollten Internetanschluss mit WLAN haben, um die Angebote zu verbessern
- OT können nur ein niederschwelliges Betreuungsangebot gewährleisten
Bessere Vermarktung der Angebote der OT, Aushänge, Schaukasten, Presse, Mieterzeitungen u. ä.
OT müssen so aufgestellt sein, dass viele Menschen die Angebote nutzen.
Die Träger der OT können mit eigenem Personal die Treffs nicht betreiben, sowie ohne
Förderung der Stadt die Nutzungsgebühren nicht zahlen.
Um die Angebote in den Stadtteilen/Quartieren zu verbessern, sollten die Mietertreffs und
OT sich vernetzen und zusammenarbeiten.

Ein wichtiger Schwerpunkt in der Arbeitsgruppe Soziales, Prävention, Gesundheitsfürsorge mit der UAG Demenz war die Beratung von Aufgaben bei der Umsetzung der
Pflegestärkungsgesetze und damit verbundener Probleme und Folgen für Pflegepersonen,
Pflegedienste, Alten- und Pflegeeinrichtungen, Angehörige und Assistentinnen.
Ständige Beratungspunkte, die mittelfristig verfolgt und ständig aufgegriffen wurden und
werden, sind Altersarmut, Vereinsamung und Unterstützung von pflegenden Angehörigen.

Es wurden weiterhin auch Möglichkeiten des Sich-Einbringens und Mitarbeitens des Seniorenbeirates in Bewohnerbeiräten von Alten- und Pflegeeinrichtungen auf der Grundlage
der neuen Mitwirkungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt diskutiert.
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Dazu wurde ein vorbereitendes Gespräch durch Frau Dr. Dietrich und Frau Zander mit
Herrn Lendrich von der "Wohnen und Pflegen Magdeburg gGmbH" (WuP) im Namen
des SB vereinbart. Das Gespräch bei der WuP erfolgte dann im großen Leitungsgremium.

Ständiger Beratungsgegenstand der Arbeitsgruppe waren seniorenpolitische Fragen im
Gesundheits- und Sozialausschuss und im Arbeitskreis „Altenplanung und Seniorenfragen“.
Dort wurden Positionen und Empfehlungen im Namen der AG und des SB von Dr. Hildebrand eingebracht. Dazu zählen z. B.:
- „Fortschreibung Seniorenpolitisches Konzept – 2018 bis 2022“.
- Zum Bericht Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft 2016 und Infrastrukturplanung
psychiatrische und psychosoziale Versorgung
- Empfehlungen der AG für die weitere Arbeit des „Netzwerks Gute Pflege“, wo der
Seniorenbeirat Mitglied im Netzwerk „Gute Pflege“ ist.
Frau Dr. Dietrich und Frau Kaminski nahmen regelmäßig in Arbeitsgruppen teil.
- Diskussion zu Quartierhäusern aus der Berichterstattung über das Projekt am Heumarkt
- Diskussion zum Quartiersmanagement im Milchweg.
Zu Ergebnissen und Aufgaben des SB aus dem Jahresbericht des Behindertenbeauftragten, besonders. S. 18 ff. Dazu werden durch die ständige Teilnahme von Dr. Hildebrand
an der AG „Menschen mit Behinderung“ Fragen von älteren Menschen speziell auch mit
Beeinträchtigungen (Barrierefreiheit im weitesten Sinne, Pflege u.a.) zur Sprache und
möglichen Lösungen gebracht.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Barrierefreiheit, Bauen, Verkehr repräsentierten den
Seniorenbeirat auch in zwei Ausschüssen der Landeshauptstadt, dem Ausschuss für
Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr und dem Wirtschaftsausschuss.
Über die Mitarbeit von Herrn Schoell im Fahrgastbeirat der MVB werden die Interessen
der älteren Bürger wahrgenommen.
Durch die Mitglieder der AG wurden auch die Interessen der älteren Menschen in der Arbeitsgruppe VEP2030 Plus wahrgenommen.
Wesentlich gespeist wurden die Schwerpunkte der Arbeit durch die Anfragen und Hinweise aus den Sprechstunden des Seniorenbeirats. So gab es Anfragen zur Gestaltung der

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Verkehrsverbindungen des ÖPNV in der Beimssiedlung, insbesondere zur Haltestelle
Westfriedhof, aber auch zu den Verkaufsstellen für MVB-Fahrscheine im Wohngebiet.
Zwischenzeitlich zeichnet sich hier, auch durch das Wirksamwerden der AG, eine Lösung
ab.
Der Vorschlag, durch eine Auskopplung einer Straßenbahnlinie aus der Lüneburger Straße und Streckenführung über die Alte Neustadt und den Neustädter Bahnhof die Möglichkeiten des ÖPNV in der Alten Neustadt zu verbessern und die Erreichbarkeit u.a. des Familienhauses im Nordpark zu verbessern konnte bisher nicht verwirklicht werden. Diese
Veränderungen würden durch die Verlängerung der Fahrzeit zusätzliche Straßenbahnen
erfordern, die nicht vorhanden sind.
Die Barrierefreiheit war Thema der Wohngebietsbegehung in Ostelbien, die durch die
GWA Ostelbien initiiert wurde und an der Stadträte teilnahmen. Hier ging es um die Absenkung von Fahrbahnborden, um Straßeneinmündungen mit Rollatoren und Rollstühlen
besser queren zu können. Die kritischen Hinweise auch des Seniorenbeirates führten zu
ersten Baumaßnahmen, denen weitere folgen werden.

Wohnen im Alter in größtmöglicher Barrierefreiheit war das Thema der Besichtigung vom
Wohnprojekt Heumarkt. Hier überzeugte sich das Gremium wie die impars Liegenschaften
GmbH & Co.KG Vorgaben des Gesetzgebers umgesetzt hat und durch Einbeziehung der
Pfeifferschen Stiftungen und weiterer Dienstleister aus dem Gesundheits-und Pflegebereich für ein angenehmes Wohnumfeld für Menschen im höheren Lebensalter sorgen will.
Es wurde angeboten, wenn die erste Musterwohneinheit fertiggestellt ist, eine weitere Besichtigung der Baustelle zu organisieren.
Im Rahmen der Arbeitsgruppe Kultur und Bildung wurden folgende Veranstaltungen
durch den Seniorenbeirat initiiert und unter Leitung von Petra Schubert organisiert und
durchgeführt.
-

07.04.2016 “Musik am Nachmittag” im AMO mit 480 Teilnehmern.

-

29.09.2016 “Musik am Nachmittag” im AMO mit 470 Teilnehmern

Der Veranstalter ist die Internationale Stiftung aus München. Zukünftig wird die Stadt
Magdeburg diese Veranstaltung finanziell unterstützen und die Schirmherrschaft übernimmt die Beigeordnete Simone Borris.

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Weiterhin wurden 14 Konzerten in Alten- und Pflegeheimen (mit je 40 Teilnehmern) in
Magdeburg mit dem Rossini-Quartett bzw. „Kammertrio Steinbring” und Kammersängerin
Undine Dreißig, Rezitation und Moderation Petra Schubertorganisiert und durchgeführt.
Finanziert durch die Internationale Stiftung München, jeweils 7 Frühlingskonzerte und 7
Adventskonzerte (insgesamt 600 Teilnehmer). Hier wird angestrebt die Veranstaltungen
auch für Wohngebiete zu öffnen), bei diesen Konzerten beteiligen sich die Heime mit 100
Euro. Diese Veranstaltungen sind einmalig in Sachsen-Anhalt und sind beispielgebend für
Landkreise und kreisfreie Städte. Diese Konzerte wurden von der Landeshauptstadt mit
1000,00 € gefördert.
Weiterhin wurden verschiedene Gespräche geführt zur Initiierung von weiteren Kulturveranstaltungen für 2017, wie z.B. mit der MVGM (GF Herr Schüler) zur Übernahme der
Tanztees im AMO und ein Gespräch mit der Intendantin des Musiktheaters zur Vorbereitung einer Seniorenveranstaltung im Theater.
Im Bereich Kultur wurde durch die Beigeordnete Simone Borris erreicht, dass für die Musik
am Nachmittag ab 2017 Zuschüsse durch die Stadt erfolgen werden und sie die Schirmherrschaft für zukünftige Veranstaltungen übernehmen wird. Dafür unseren herzlichen
Dank. Natürlich möchten wir ebenso der Stabstelle für Seniorenpolitik für ihre Unterstützung danken und uns weiterhin eine konstruktive Zusammenarbeit wünschen.
Besonders schwer war das Herankommen an die Medien mit einer entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit. Es hat sich im Laufe des Jahres bereits schon einiges positiv entwickelt, aber es gibt auch sehr viel auf diesem Gebiet zu tun. Wie z. B. zum nächsten Rathausfest sollten entsprechende Materialien für unsere Bürger zur Verfügung stehen, wie
aktuelle Informationen, kleine Hilfsmittel, welche älteren Menschen Unterstützung geben
(z.B. Lupe, Notfallkarte u.a.).

Zum anderen hatten wir am 13. Dezember 2016 einen Erfahrungsaustausch mit dem Seniorenbeirat der Stadt Gera zum Thema Barrierefreiheit, wobei uns das Dezernat von Dr.
Scheidemann mit Amtsleiterin des Stadtplanungsamtes, Heide Grosche und Amtsleiter
des Bauordnungsamtes, Hartmut Schütt sehr unterstützt hat. Als weitere Gesprächspartner standen Herr Wigbert Schwenke, Fraktionsvorsitzender der CDU und der Behindertenbeauftragter Hans-Peter Pischner zur Verfügung. Es gab eine rege Diskussion und
die Gäste besuchten anschließend mit einem Stadtrundgang die Landeshauptstadt mit
ihren kulturellen Sehenswürdigkeiten.

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Neben der aktiven ehrenamtlichen Arbeit der Beiratsmitglieder wurde auch die gemeinsame Freizeitveranstaltung nicht vergessen. Ein durchgeführtes Sommerfest 2016 in lockerer Atmosphäre führte zu intensiven Gedankenaustausch und Plänen für die kommende
Zeit.

Fazit für die kommende Arbeit


Beratung der Gremien der Landeshauptstadt durch den Seniorenbeirat, als Ort, in
denen die Menschen leben, sie muss auf die umfassenden Veränderungen reagieren
und ihre kommunale Altenarbeit neu orientieren und selbst gestalten. Zukunftsfähige
kommunale Seniorenpolitik und Seniorenarbeit ist weit mehr als eine Bedarfsfeststellung von ambulanten, teilstationären und stationären Einrichtungen. Hierzu bedarf es
der Auswertung und Umsetzung des 7. Altenberichts der Bundesregierung „Sorge
und Mitverantwortung der Kommune“ und die demografische Bilanz der Bundesregierung „Jedes Alter zählt – Für mehr Wohlstand und Lebensqualität aller Generationen“. Der Seniorenbeirat fordert den Stadtrat, den Oberbürgermeister und die
Verwaltung auf, dass eine aktivere Einbeziehung des Seniorenbeirates in die seniorenrelevanten bzw. generationsübergreifenden Prozesse der Landeshauptstadt dringend notwendig ist, damit die Mitgestaltung und Mitverantwortung der älteren
Menschen realisierbar wird und das Vertreter des Seniorenbeirates Rederecht in
den verschiedenen Bereichen/Ausschüssen erhalten. Dazu ist eine Satzungsänderung
dringend erforderlich.

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

Die aktive Beteiligung des Seniorenbeirates bei der Fortschreibung des Seniorenpolitischen Konzeptes des Landeshauptstadt Magdeburg 2018-2022.



Inwieweit können durch einen eigenen Altenbericht für die Stadt Magdeburg in Anlehnung oder Vergleich mit Braunschweig entsprechende konkret abrechenbare Ziele
formuliert und ihre Umsetzung vorbereitet werden? Hier müssen solche Themen wie
Altersarmut, Vereinsamung und Unterstützung von pflegenden Angehörigen (Mehrzahl
der zu Pflegenden wird bekanntlich durch Angehörige gepflegt) mit konkreten Zahlen
und Handlungsangeboten untersetzt werden.



Besser muss es gelingen, über die Fraktionen entsprechende seniorenpolitisch relevante Fragen und Anträge in den Stadtrat einbringen zu lassen (Verbindlichkeit).



Weitere Verbesserung der Arbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt um Missverständnisse zu vermeiden und entsprechend reagieren zu können (Besserer Informationsaustausch zwischen den Bereichen).



Erstellung eines Wegweisers für ältere Menschen in der Landeshauptstadt Magdeburg

Angelika Zander
Vorsitzende

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