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                                        Landeshauptstadt Magdeburg
- Der Oberbürgermeister Dezernat
V

Amt
V

Datum
28.02.2018
Öffentlichkeitsstatus
öffentlich

I0066/18

INFORMATION
Beratung
Der Oberbürgermeister
Gesundheits- und Sozialausschuss
Stadtrat

Tag

Behandlung

13.03.2018
21.03.2018
05.04.2018

nicht öffentlich
öffentlich
öffentlich

Thema: Information über die Adelheid-Preisverleihung - Preisträger 2017

Die Landeshauptstadt Magdeburg hat am Sonntag, dem 18.02.2018 den Adelheid-Preis zum
sechsten Mal seit seiner Einführung im Jahr 2012 verliehen.
Grundlage für diesen Sozialpreis waren die Stadtratsbeschlüsse zur DS0396/11 vom
17.11.2011 und zur DS0162/12 vom 05.07.2012. Auf der Sitzung am 07.11.2013 beschloss der
Stadtrat einstimmig (interfraktioneller Antrag A0135/13 - Beschluss-Nr. 2029-70(V)13), dass die
jährliche Veranstaltung zur Übergabe des Adelheid-Preises an die Preisträgerinnen bzw.
Preisträger nicht mehr am 16. Dezember, sondern jeweils im Februar des Folgejahres
stattfinden soll. Somit fand am 15.12.2017 die Bekanntgabe der Preisträger und am 18.02.2018
die Preisverleihung im Kulturhistorischen Museum statt.
Durch die Mitglieder des Adelheid-Kuratoriums wurde als Preisträger für das Jahr 2017 das
Ehepaar Gabriele und Andreas Herbst vorgeschlagen. Das Ehepaar setzt sich seit Jahrzehnten
mit großem Engagement in der Evangelischen Hoffnungsgemeinde und für Integration,
Toleranz sowie Weltoffenheit ein. Dieses herausragende Wirken verdient Dank und vor allem
große Anerkennung.
Gabriele und Andreas Herbst sind seit 2010 in Magdeburg ehrenamtlich tätig und organisieren
gemeinsam Gottesdienste im öffentlichen Raum. Unter dem Motto „Bibel trifft Kunst.
Andernorts.“ verbinden beide ihren Glauben, mit ihrer Leidenschaft mit Menschen ins Gespräch
zu kommen und ihrer Liebe zur Kunst. „Religion und Kunst haben Gemeinsamkeiten“, meint
Andreas Herbst. „Beides muss interpretiert werden“. Dabei ist es nicht ihr Ziel, die Teilnehmer
zum Christentum zu bekehren. „Uns interessieren auch die Meinungen von Menschen anderer
Glaubensrichtungen und natürlich auch von denen, die nicht an Gott glauben“, erklärt Gabriele
Herbst. Außerdem will das Ehepaar den Magdeburgern bewusst machen, welche öffentlichen
Kunstschätze die Stadt zu bieten hat.
Gabriele Herbst wurde als Pfarrerskind in Leutersdorf/ Oberlausitz geboren und studierte
Evangelische Theologie in Berlin. Nach ihrem Vikariat wurde sie 1978 in Magdeburg ordiniert
und arbeite bis 2009 als Pfarrerin im Neubaugebiet Nord und als Ausländerbeauftragte im
Kirchenkreis. Von 1992 bis 1999 war Gabriele Herbst Sprecherin des „Wortes zum Sonntag“ in
der ARD. Seit 16 Jahren wirkt sie bei kirchlichen Sendungen im Deutschlandradio mit.

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Zudem beteiligt sie sich in vielen Projekten für ein fremdenfreundliches Magdeburg und für
„Schulen ohne Rassismus“. Das Ehepaar engagiert sich gemeinsam für das Projekt „education
is the key of life“ mit einer Partnerkirche in Tansania, das sich für eine bessere Bildung und
Verteilungsgerechtigkeit in dem Land engagiert. Die Arbeit mit Geflüchteten begannen beide
bereits vor dem politischen Umbruch 1990. Schon damals kamen junge Tansanier in die
Hoffnungsgemeinde und nahmen am Gottesdienst teil.
Die enge Verbundenheit zu dem ostafrikanischen Land besteht seit über zwanzig Jahren und
wurde durch viele Reisen dorthin noch verstärkt. Das Ehepaar unterstützt zudem eine Schule in
Tansania auch finanziell.
Gemeinsam öffnete das Ehepaar Herbst 1986 die Hoffnungskirche für Lesben und Schwule, da
es für diese in der DDR keine öffentlichen Treffpunkte gab. Erstmals in der Magdeburger
Geschichte fand ein Gottesdienst im Rahmen der CSD-Woche statt. Die Hoffnungskirche im
Norden der Landeshauptstadt ähnelt in ihrer äußeren Gestalt einem Zelt und soll damit auch
ein Zeichen für die geistige Beweglichkeit der Gemeinde sein. Sie lebt mit offenen Türen zu der
sie umgebenden Gesellschaft hin. 1995 gründete das Pfarrerehepaar dort zudem den
Migrationstreff „Café Krähe“, um Geflüchteten bei der Integration in Magdeburg zu helfen.
2009 wurde Gabriele Herbst für ihren Einsatz für Toleranz und Weltoffenheit mit dem
Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und setzt sich bis heute gegen Ungerechtigkeiten und
Diskriminierungen ein. Der Stadtrat ernannte sie 2012 in Würdigung ihres besonderen
Engagements als Vertreterin der Evangelischen Kirche und in der Integrationsarbeit für ein
weltoffenes und tolerantes Magdeburg zur Ehrenbotschafterin.
Die beiden ehemaligen Pfarrer der Hoffnungsgemeinde, Gabriele und Andreas Herbst, wohnen
am Krähenstieg am Neustädter See und haben zwei erwachsene Kinder sowie zwei
Enkelkinder. In ihrem gemeinsamen Hobby, dem Malen, können sie ihre Kreativität ausleben.
Gabriele Herbst gestaltet darüber hinaus Kinderbücher, dichtet und fertigt Schmuck selbst an.
Die Preisverleihung fand auch in diesem Jahr wieder im Kulturhistorischen Museum der
Landeshauptstadt statt. Ein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des
Hauses für ihre Unterstützung.
Durch die Vorsitzende des Kuratoriums, Frau Simone Borris, wurden die anwesenden Gäste
begrüßt.
Die Festrede hielt Oberbürgermeister Herr Dr. Lutz Trümper. In seiner Rede würdigte Herr Dr.
Trümper die Verdienste der Preisträger.
Die Leiterin des Kunstmuseums, Frau Dr. Annegret Laabs, würdigte das Ehepaar in ihrer
Laudatio und dankte ihnen für ihre ehrenamtliche Arbeit.
Im Anschluss an die Festreden erfolgte durch die Leiterin des Kunstmuseums Frau Dr. Laabs
die Übergabe des Preisgeldes in Höhe von 1.000 EUR, in Form eines Schecks. Der
Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper übergab die Urkunde an das Ehepaar Herbst und durch
das Kaiserpaar wurde die getöpferte Frauenfigur „Adelheid“ überreicht. Dieses Unikat wurde
bereits zum sechsten Mal von der Leiterin der Töpferwerkstatt des Hauses „Mutter Teresa“ des
Caritasverbandes, Frau Kerstin Koine, gefertigt.
Zum Schluss bedankte sich das Ehepaar Herbst bei allen Anwesenden für die Auszeichnung
und Ehrung und die damit verbundene Wertschätzung. Ein besonderes Dankeschön richteten
sie an die Mitglieder des Adelheid-Kuratoriums dafür, dass sie für die Würdigung ihrer
ehrenamtlichen Arbeit vorgeschlagen und bestätigt wurden. Sie sehen das als sehr große Ehre
an.
Für das Rahmenprogramm konnte in diesem Jahr ein Kaiser-Paar, Otto und Editha, von der
Gesellschaft für Mitteldeutsche Kultur e.V., gewonnen werden. Das Kaiser-Paar übernahm

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während der Veranstaltung die Moderation und übergab die Adelheid-Figur an das PreisträgerEhepaar.
Musikalisch begleitet wurde die Preisverleihung durch den „Salutra-Chor Ottersleben“ unter der
Leitung von Herrn Stefan Gericke.
Durch den Caterer der Lebenshilfe gGmbH wurden die Gäste kulinarisch versorgt.
Zur Würdigung der Kaiserin Adelheid wurde im Februar dieses Jahres eine Stele im Eike-vonRepgow-Saal aufgestellt. Auf dieser Stele sind alle bisherigen Preisträger namentlich
aufgeführt. Auf Preisträgerblättern, die in einer Schatulle liegen, kann man sich über die
ehrenamtliche Arbeit der jeweiligen Preisträger informieren. Die Stele wurde von dem
Magdeburger Künstler Ernst Albrecht Fiedler gestaltet.
Finanziell
wurde
die
Veranstaltung
durch
die
Sponsoren
Stadtsparkasse,
Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg mbH, Klinikum Magdeburg gGmbH, Wohnen und
Pflegen gGmbH sowie die Städtischen Werke Magdeburg GmbH unterstützt.

Borris