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F0193/22 Anfrage

                                    
                                        Anfrage
öffentlich
Absender

Datum
07.07.2022

Nummer
F0193/22

Fraktion DIE LINKE
Adressat
Oberbürgermeisterin
Frau Simone Borris
Gremium

Sitzungstermin

Stadtrat

07.07.2022

Kurztitel
Praxis-Angebote der Landeshauptstadt im Bereich „Soziale Arbeit“
Viele Studiengänge haben Praxiserfahrungen in Form von Praktika als fest verankerten
Bestandteil des Studiums- entweder als Praktikum innerhalb der vorlesungsfreien Zeit oder
als Praxissemester, so wie es in der Sozialen Arbeit im Umfang von zweimal 20 Woc hen
vorzufinden ist. Auch die Landeshauptstadt Magdeburg bietet Möglichkeiten für einen
Praxisaufenthalt für Studierende der Sozialen Arbeit an - jedoch unvergütet.
Der junge DBSH hat dafür die bundesweite Arbeitsgruppe “Netzwerk Prekäres Praktikum"
gegründet. Diese setzt sich für die Bezahlung von Studierenden im Praxissemester der
Sozialen Arbeit ein. Ein Pflichtpraktikum kann großen Einfluss auf die finanzielle Lage von
Studierenden haben, da eine berufliche Tätigkeit neben dem Studium aus mangelnden
Zeitkapazitäten nur sehr eingeschränkt möglich ist. Dieses Anliegen hat der junge DBSH auch
mit den Kandidierenden zur Oberbürgermeister:inwahl besprochen und in der Sache das
Angebot der Unterstützung durch die gewählte Oberbürgermeisterin Frau Borris erhalten.
Ich frage die Landeshauptstadt:
1. Wie viele Praktikant*innen aus dem Bereich der Sozialen Arbeit haben seit 2015 je
Jahr ein Praxissemester im Bereich der Stadtverwaltung sowie kommunalen
Einrichtungen absolviert? Bitte nach Dezernaten aufschlüsseln je Jahr beginnend
2015.
a. Wie viele Praktikant*innen aus humanwissenschaftlichen Studiengängen
haben seit 2015 je Jahr ein Praktikum im Bereich der Stadtverwaltung, ihr
untergeordneten Behörden sowie kommunalen Einrichtungen absolviert? Bitte
je Jahr beginnend 2015 aufschlüsseln.
b. Wie viele Praktikant*innen aus technischen Studiengängen haben seit 2015 je
Jahr ein Praktikum im Bereich der Stadtverwaltung, ihr untergeordneten
Behörden sowie kommunalen Einrichtungen absolviert? Bitte aufschlüsseln je
Jahr beginnend 2015.
c. Wie viele der Praktikant:innen aus Frage 1.a. und 1.b. haben eine
Praktikumsvergütung erhalten? Bitte nach Bereichen und Vergütungshöhe
angeben.
2. Wie bewertet die Landeshauptstadt die Angebote von unvergüteten Praxisstellen (vgl.
https://www.magdeburg.de/Start/Wirtschaft-Arbeit/ArbeitBeruf/Stellenmarkt/ArbeitgeberStadt/index.php?NavID=37.401&object=tx%7C37.23477.1&La=1&)
in
der
Stadtverwaltung, ihr untergeordneten Behörden und den kommunalen Einrichtungen?
Was schlussfolgert die Oberbürgermeisterin daraus für das eigene Handeln?
3. Wie bewertet die Oberbürgermeisterin den Umstand, dass Studierende während ihres
Praxissemesters oftmals nicht in der Lage sind, aufgrund der Pflichtaufgabe ihres
Studiums einen Nebenverdienst zu verdienen und somit zum Absolvieren der

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Praxissemester zusätzlich armutsgefährdet sind? Welche Handlungsableitungen trifft
sie demnach für die von der Landeshauptstadt angebotenen Praktikumsplätze?
4. Wie unterstützt die Landeshauptstadt die Studierenden der Sozialen Arbeit, die das
Praxissemester in der Stadtverwaltung, ihr untergeordneten Behörden oder in
kommunalen Einrichtungen absolvieren? Welche Vorteile erhalten die Studierenden
nach in den Bereichen Finanzielles, Erfahrung und Zukunftsperspektive? Bitte dezidiert
nach den einzelnen Faktoren aufschlüsseln und bewerten und in Relation zur
Praktikasituation anderer Studiengänge setzen
a. Wie
unterstützt
die
Landeshauptstadt
die
Studierenden
humanwissenschaftlicher Studiengänge, die ihr Praktikum in der
Stadtverwaltung oder in kommunalen Einrichtungen absolvieren? Welche
Vorteile erhalten die Studierenden der Landeshauptstadt nach in den Bereichen
Finanzielles, Erfahrung und Zukunftsperspektive? Bitte dezidiert nach den
einzelnen Faktoren aufschlüsseln und bewerten.
b. Wie unterstützt die Landeshauptstadt die Studierenden technischer
Studiengänge, die ihr Praktikum in der Stadtverwaltung oder in kommunalen
Einrichtungen absolvieren? Welche Vorteile erhalten die Studierenden der
Landeshauptstadt nach in den Bereichen Finanzielles, Erfahrung und
Zukunftsperspektive? Bitte dezidiert nach den einzelnen Faktoren aufschlüsseln
und bewerten.
5. Wie wird generell seitens der Landeshauptstadt bewertet, dass Studierende anderer
und insbesondere technischer Studiengänge oftmals vergütete Praktika-Angebote
erhalten? Inwiefern wird die Landeshauptstadt selbst darauf einwirken sowie
kommunale Eigenbetriebe aber auch von der Stadt geförderte freie Träger dabei
unterstützen, eine generelle Vergütung für Praktika zu ermöglichen?
6. Inwiefern werden Träger mit kommunaler Beteiligung sowie kommunale Eigenbetriebe
seitens der Landeshauptstadt bei der Beantragung von Mitteln unterstützt, wodurch
Studierenden der Sozialen Arbeit mindestens eine Aufwandsentschädigung für ihre
Tätigkeit ermöglicht werden kann? Insofern dies nicht der Fall ist, warum?
a. Wie viele Mittel wurden seit 2015 je Jahr sowohl seitens der Stadtverwaltung
als auch von Trägern mit kommunaler Beteiligung sowie kommunalen
Eigenbetrieben für die Entlohnung von Praktika im Bereich der Sozialen Arbeit
eingesetzt respektive aus dem Haushalt der Landeshauptstadt abgerufen?
Bitte aufschlüsseln nach Gesamtsumme je Institution je Jahr beginnend 2015.
Insofern dies nicht der Fall war, warum? ODER: Insofern dies generell nicht der
Fall war: Inwiefern wird seitens der Stadtverwaltung darauf hingewirkt werden,
diesem Missstand entgegenzuwirken?
Ich bitte um eine kurze mündliche und ausführliche schriftliche Stellungnahme.

Nadja Lösch
Stadträtin