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öffentlich
Absender

Datum
12.07.2022

Nummer
F0205/22

Fraktion AfD
Adressat
Oberbürgermeisterin
Frau Simone Borris
Gremium

Sitzungstermin

Stadtrat

01.09.2022

Kurztitel
Trinkwasserversorgung in Magdeburg
Sehr geehrte Oberbürgermeisterin Borris,
In einem auf der Internetseite der Städtische Werke Magdeburg GmbH & Co. KG (SWM)
veröffentlichten Interview mit dem Geschäftsführer der Trinkwasserversorgung Magdeburg
GmbH (TWM) vom 30.07.2020 traf dieser die Aussage, dass in Magdeburg die
Trinkwasserversorgung gesichert bzw. derzeit und zukünftig genügend Trinkwasser für die
Bevölkerung vorhanden ist. Seit 1990 sei zu beobachten, dass sich im Einzugsgebiet des
Wasserwerks Colbitz weniger Grundwasser natürlich neu bildet. Entstehende Defizite werden
bis zu einem gewissen Grad auszugleichen, indem das natürliche Grundwasser mit
Oberflächenwasser aus dem Fluss Ohre angereichert wird.
Laut einem aktuellen Presseartikel kommt das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in
Magdeburg zu der Einschätzung, dass die Dürre inzwischen nicht mehr als „jährlich
wiederkehrend“, sondern als „ein zusammenhängendes Ereignis“ zu bezeichnen ist. Zwar
betonen die kommunalen Wasserbetriebe, dass die Versorgung mit Trinkwasser nicht
gefährdet sei, dennoch rechnet der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) damit, dass
eine anhaltende Trockenheit vereinzelt aber erneut einen Stresstest für die Wasserversorgung
auslösen kann. Deswegen könne fast jedes dritte Unternehmen zumindest temporäre
Engpässe nicht gänzlich ausschließen. „Das bedeutet konkret: Jeder fünfte Versorger rechnet
mit ressourcenseitigen Knappheiten und jeder zehnte damit, dass Netze und Anlagen bei
hohen Spitzenlasten an Grenzen geraten.“
Ich frage die Oberbürgermeisterin
1. Ist die Trinkwasserversorgung für die Stadt Magdeburg derzeit und zukünftig, auch
unter Einberechnung einer möglicherweise noch mehrjährig anhaltenden
Trockenphase, gesichert?
2. Wurden seit dem Jahr 2015 Maßnahmen ergriffen, um die Versorgungssicherheit der
Stadt Magdeburg mit Trinkwasser zu gewährleisten? Wenn ja, welche Maßnahmen in
welchem Jahr waren das?
3. Wie hoch war in Magdeburg von 2015 bis 2021 jeweils der jährliche
Trinkwasserverbrauch
a) insgesamt,
b) für privaten Nutzung und
c) gewerbliche Nutzung?
Es ergänzend wird noch um die Angabe der Verbrauchsmengen pro Kopf gebeten.

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4. Wie hoch ist die Wassermenge, die nach jetziger Einschätzung dauerhaft jährlich in
Trinkwasserqualität der Stadt Magdeburg zur Verfügung gestellt werden könnte? Wie
viele Einwohner ließen sich demnach zuverlässig mit Trinkwasser versorgen?

Hagen Kohl
Stadtrat