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Stellungnahme

                                    
                                        Landeshauptstadt Magdeburg
Stellungnahme der Verwaltung

Stadtamt

Stellungnahme-Nr.

Datum

öffentlich

BOB

S0291/22

10.08.2022

zum/zur

F0181/22 Stadträtin Aila Fassl Fraktion Gartenpartei/Tierschutzallianz
Bezeichnung

Hitzeschutz pflegebedürftiger Menschen in Einrichtungen der WUP
Verteiler

Die Oberbürgermeisterin

Tag

16.08.2022

Zu der in der Stadtratssitzung am 07. Juli 2022 gestellten Anfrage F0181/22 Hitzeschutz
pflegebedürftiger Menschen in Einrichtungen der WUP
Die Volksstimme informierte in ihrer Ausgabe vom 20.06.2022 über die Kritik der Deutschen
Stiftung Patientenschutz hinsichtlich mangelnden Hitzeschutzes in Pflegeheimen. Da es an
allgemeingültigen ministeriellen Vorschriften zur Temperaturbegrenzung in Heimen fehle, seien
viele der bundesweit über 800.000 Heimbewohner einem steigenden Hitzeleiden schutzlos
ausgesetzt. Die Politik sei gefordert.
Da erfahrungsgemäß ein sehr langer Zeitraum vergeht, bis ein erkanntes Problem politisch
angegangen wird, sollte die Landeshauptstadt Magdeburg nicht erst auf neue gesetzliche
Regelungen warten, um pflegebedürftige Menschen in den städtischen Einrichtungen vor Hitze
zu schützen.
Daher folgende Fragen bezüglich der Situation in den Einrichtungen der Wohnen und Pflegen
Magdeburg gemeinnützige GmbH (WUP):
1. Wie wird der Schutz vor extremer Hitze in den Pflegeheimen der WUP gewährleistet?
2. Welche Probleme sind in welchen Einrichtungen bekannt?
3. Welche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Pflegebedürftigen sind in den
bestehenden Heimen geplant?
4. Wie wird der Schutz vor extremer Hitze bei der Errichtung neuer Einrichtungen durch
Bauvorschriften sichergestellt?
nehme ich wie folgt Stellung:

Zu 1.
Die Einrichtungen der WUP sind mit Vorrichtungen wie beispielsweise Markisen, Jalousien,
Plissees, Ventilatoren oder Sonnenschutzvorhängen ausgestattet. Zusätzlich wird zu kühleren
Jahreszeiten quergelüftet.
Zu 2.
Generell sind vorwiegend Dienstzimmer von erhöhten Raumtemperaturen betroffen, wenn es im
Sommer zu extremen Außentemperaturen kommt.

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Zu 3.
Das Temperaturempfinden Pflegebedürftiger ändert sich im Alter zunehmend, vor allem bei
bettlägerigen Bewohnern. Da Maßnahmen wie beispielsweise Klimaanlagen die Gefahr von
Unterkühlungen steigern, sind diese nicht in den Einrichtungen der WUP geplant.
Perspektivisch ist beispielsweise der Einbau von Kühldecken in den Flurbereichen als eine
Möglichkeit zum Schutz vor extremer Hitze denkbar. Dies wird jedoch nur in Verbindung mit
einer gleichzeitigen Gebäudeoptimierung als sinnvoll erachtet. Ebenso wie u.a. auch der
Einsatz von Wärmepumpen mit Photovoltaik werden weitere Verbesserungsmaßnahmen in den
kommenden Jahren durch die WUP geprüft.
Zu 4.
Durch die Verordnung über bauliche Mindestanforderungen nach dem Wohn- und
Teilhabegesetz (WTG-MindBauVO vom 26.02.2011, neu ab 01.08.2022)

Simone Borris