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Antrag

                                    
                                        Antrag
öffentlich
Absender

Datum
28.04.2022

Nummer
A0095/22

Fraktion FDP/Tierschutzpartei
Adressat
Vorsitzender des Stadtrates
Prof. Dr. Alexander Pott
Gremium

Sitzungstermin

Stadtrat

12.05.2022

Kurztitel
Vermeidung von Lebensmittelverschwendung
Der Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg möge beschließen:
Die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ist eine Aufgabe mit gesamtgesellschaftlicher,
ökologischer und ökonomischer Tragweite. Deshalb ist es auch mit Blick auf die aktuellen
weltpolitischen Ereignisse von größter Bedeutung die Suche nach nachhaltigen Ansätzen zu
intensivieren und erfolgversprechende Konzepte umzusetzen.
Der Oberbürgermeister wird in diesem Zusammenhang ersucht zu prüfen,
(1) welche Initiativen in Magdeburg bereits zum Thema Reduzierung von
Lebensmittelverschwendung existieren und inwiefern das damit verbundene Engagement
verstärkt werden kann.
(2) inwiefern eine Kampagne zur Verbesserung der Ernährungsbildung von Kindern und
Erwachsenen als Beitrag zu einer nachhaltigen Sensibilisierung in Zusammenhang mit
Abfallvermeidung und Lebensmittelverschwendung initiiert werden kann und welche
finanziellen Aufwendungen damit verbunden wären.
(3) ob die Nutzung einer Food-Waste-App für Restaurants, Bistros und Kantinen zur
vergünstigten Abgabe von Essen und Lebensmitteln kurz vor Ladenschluss stärker
bekannt gemacht werden kann und welche finanziellen Aufwendungen damit verbunden
wären.
(4) inwiefern die Möglichkeiten der kostenlosen Weitergabe von Produkten – die noch für den
Verzehr geeignet sind, nicht aber die Qualitätsstandards für den Verkauf erfüllen – für den
Lebensmitteleinzelhandel verbessert werden können.
(5) welche Voraussetzungen für den Beitritt zum Netzwerk «Städte gegen Food Waste» erfüllt
sein müssen und in welchem Rahmen – aus Sicht der Verwaltung – ein Beitritt der
Landeshauptstadt Magdeburg einen Mehrwert schaffen kann.
Darüber hinaus bitten wir den Oberbürgermeister zu ermitteln, wie viele Lebensmittelabfälle in
der Landeshauptstadt Magdeburg jährlich seit 2017 anfallen und wie sich die Kosten für deren
Vernichtung innerhalb der letzten fünf Jahre entwickelt haben.
Wir bitten um sofortige Abstimmung.

Begründung:
In der aktuellen Debatte rund um eine Verknappung und Verteuerung von Lebensmitteln – u. a.
auch durch einen Rückgang der Getreideexporte – rückt die Frage der Reduktion von
Lebensmittelverschwendung und Abfallvermeidung einmal mehr in das Zentrum vieler
Diskussionsrunden und Überlegungen. Neben der Produktion von Lebensmitteln erfordert auch
die Vernichtung von nicht mehr verkaufsfähigen Produkten den Einsatz einer erheblichen Menge
an wertvollen Ressourcen wie Wasser und energieerzeugenden Rohstoffen. Da ein Großteil der
überschüssigen Lebensmittel insbesondere in urbanen Ballungszentren anfällt, kommt auch
unserer Landeshauptstadt Magdeburg eine besondere Verantwortung zu, der wir begegnen
müssen.
Ein Beitritt zum Netzwerk «Städte gegen Food Waste» – dem neben Dresden auch Kiel, Essen,
Bochum, Kassel, Köln, Bonn, Frankfurt, Mainz und Saarbrücken angehören – wäre ggf. eine
Möglichkeit, auch die Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Magdeburg sowie lokale
Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung stärker für das Thema zu sensibilisieren
und vom Wissen und den Erfahrungen zu bewährten Konzepten aus anderen Großstädten auch
in Magdeburg zu profitieren.

Kathrin Meyer-Pinger
Stadträtin

Carola Schumann
Fraktionsvorsitzende

Burkhard Moll
Fraktionsvorsitzender