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Beschlussprotokoll der 021.(VI) Sitzung des Stadtrates am 03.12.15

                                    
                                        Magdeburg, 09.12.15

Landeshauptstadt Magdeburg
Der Oberbürgermeister
Niederschrift

Sitzung - SR/021(VI)/15
Gremium

Stadtrat

Wochentag,
Datum

Ort

Beginn

Ende

Donnerstag,

Ratssaal

14:00Uhr

19:10Uhr

03.12.2015

Tagesordnung:

Öffentliche Sitzung

1

Eröffnung, Begrüßung und Feststellung der Ordnungsmäßigkeit der
Einladung sowie der Beschlussfähigkeit und Durchführung
feststellender Beschlüsse

2

Ehrung gemäß Ehrenordnung des Städte- und Gemeindebundes
Sachsen-Anhalt des Stadtrates Bernd Heynemann
Die Ehrung wird durch den Oberbürgermeister vorgenommen

3

Bestätigung der Tagesordnung

4

Bestätigung des Beschlussprotokolls der 020.(VI) Sitzung des
Stadtrates am 05.11.15 - öffentlicher Teil

T0111/15

5

Bekanntgabe der von den beschließenden Ausschüssen und sonst
in nichtöffentlicher Sitzung gefassten Beschlüsse

T0114/15

Teil I - 021.(VI)Sitzung des Stadtrates am 03.12.2015 um 14.00 Uhr

6

Aktuelle Information zur Flüchtlingssituation in Magdeburg

2

7

Beschlussfassung durch den Stadtrat

7.1

Reisedelegation zum Eis- und Schneefestival nach Harbin vom 4.
bis 8. Januar 2016
BE: Oberbürgermeister

DS0531/15

7.2

Wirtschaftsplan 2016 des Eigenbetriebes Kommunales
Gebäudemanagement
BE: Oberbürgermeister

DS0360/15

7.3

Genehmigung der Annahme einer Sponsoringleistung gemäß § 99
DS0497/15
Abs. 6 KVG LSA
BE: Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung

7.4

Wirtschaftsplan 2016 Städtischer Abfallwirtschaftsbetrieb
DS0443/15
BE: Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung

7.5

2. Änderungssatzung der Straßenreinigungssatzung vom 31. März
DS0315/15
2011
BE: Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung

7.6

2. Änderungssatzung der Straßenreinigungsgebührensatzung
DS0413/15
BE: Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung

7.7

1. Änderung der Abfallwirtschaftssatzung
DS0399/15
BE: Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung

7.8

1. Änderungssatzung zur Abfallgebührensatzung
DS0430/15
BE: Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung

7.9

Genehmigung der Annahme von Spenden gemäß § 99 Abs. 6 KVG
LSA
BE: Bürgermeister

DS0510/15

7.10

Jahresabschluss 2014 der Innovations- und Gründerzentrum
Magdeburg GmbH (IGZ GmbH)
BE: Bürgermeister

DS0414/15

7.11

Bestellung des Wirtschaftsprüfers für die Jahresabschlussprüfung
2015 der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH
(MMKT)
BE: Bürgermeister

DS0446/15

7.12

Beteiligungsbericht 2015
BE: Bürgermeister

DS0448/15

7.13

Neubesetzung im Beirat der GWM
BE: Bürgermeister

DS0458/15

3

7.14

Änderungsanträge zur Spielplatzflächenkonzeption 2015 2020/2030
BE: Bürgermeister

DS0467/15

7.14.1

Änderungsanträge zur Spielplatzflächenkonzeption 2015-2020/2030
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

7.15

Fortführung Dachmarkenkampagne Ottostadt Magdeburg 2016
DS0441/15
BE: Beigeordneter für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit

7.15.1

Fortführung Dachmarkenkampagne Ottostadt Magdeburg 2016
Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei

7.16

Wirtschaftsplan 2016 des Eigenbetriebes Konservatorium Georg
Philipp Telemann
BE: Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport

DS0336/15

7.17

Wirtschaftsplan 2016 Eigenbetrieb Puppentheater der Stadt
Magdeburg
BE: Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport

DS0339/15

7.18

Wirtschaftsplan 2016 Eigenbetrieb Theater Magdeburg
BE: Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport

DS0316/15

7.19

Grundsatzbeschluss "Altes Kutscherhaus" - Porsestraße 13
BE: Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport

DS0439/15

7.20

Dringlichkeitsliste zur Verbesserung der Barrierefreiheit in der
Landeshauptstadt Magdeburg - Stand September 2015
BE: Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit

DS0395/15

7.20.1

Dringlichkeitsliste zur Verbesserung der Barrierefreiheit in der
Landeshauptstadt Magdeburg SPD-Stadtratsfraktion

DS0395/15/1

7.21

Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses zum B-Plan Nr. 337-2
"Friedenstraße/Braunlager Straße"
BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr

DS0384/15

7.22

Abwägung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 173-1.1
"Pappelallee/Große Weinhofstraße"
BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr

DS0373/15

7.23

Satzung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 173-1.1
"Pappelallee/Große Weinhofstraße"
BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr

DS0374/15

7.24

Behandlung der Stellungnahmen (Zwischenabwägung) zum 2.
Entwurf des Bebauungsplanes Nr. 228-3 "An der Nordstraße"
BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr

DS0389/15

DS0467/15/1

DS0441/15/1

4
7.25

Öffentliche Auslegung des 2. Entwurfs des Bebauungsplanes Nr.
228-3 "An der Nordstraße"
BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr

DS0390/15

7.26

Behandlung der Stellungnahmen (Zwischenabwägung) zur 1.
Änderung des Bebauungsplanes Nr. 484-1 "Welsleber Straße"
BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr

DS0340/15

7.27

Öffentliche Auslegung des Entwurfs der 1. Änderung des
Bebauungsplanes Nr. 484-1 "Welsleber Straße"
BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr

DS0341/15

7.28

Zwischenabwägung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr.
251-4.1 "Markgrafenstraße"
BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr

DS0310/15

7.29

Änderung des Geltungsbereiches und öffentliche Auslegung des
Entwurfs zum vorhabenbezogenen B-Plan Nr. 251-4.1
"Markgrafenstraße"
BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr

DS0311/15

7.30

19. Änderung des Flächennutzungsplanes der Landeshauptstadt
Magdeburg "Kümmelsberg West" - Behandlung der Stellungnahmen
BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr

DS0431/15

7.31

19. Änderung des Flächennutzungsplanes der Landeshauptstadt
Magdeburg "Kümmelsberg West", Feststellungsbeschluss
BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr

DS0432/15

7.32

Behandlung der Stellungnahmen zum B-Plan Nr. 368-1A
"Kümmelsberg Westseite", Teilbereich A
BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr

DS0433/15

7.33

Satzung zum B-Plan Nr. 368-1A "Kümmelsberg Westseite",
Teilbereich A
BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr

DS0434/15

7.34

Änderung der Richtlinie zur Verwendung der
Fraktionskostenzuschüsse
BE: Oberbürgermeister

DS0512/15

7.34.1

Änderung der Richtlinie zur Verwendung der
Fraktionskostenzuschüsse
Oberbürgermeister

DS0512/15/1

8

Beschlussfassung durch den Stadtrat - Anträge

8.1

Makarenkoschule
Fraktion CDU/FDP/BfM
WV vom 07.05.2015

A0047/15

8.1.1

Makarenkoschule

S0118/15

5

8.2

Beitritt zum Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ prüfen
Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei
WV vom 07.05.2015

A0053/15

8.2.1

Beitritt zum Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ prüfen

S0209/15

8.3

Stadtgrün
Fraktion CDU/FDP/BfM
WV vom 29.06.2015

A0064/15

8.3.1

Stadtgrün
Fraktion CDU/FDP/BfM

A0064/15/1

8.3.2

Stadtgrün

S0212/15

8.4

MVB-Fuhrpark und 2. Nord-Süd-Verbindung
Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei
WV vom 29.06.2015

A0066/15

8.4.1

MVB-Fuhrpark und 2. Nord-Süd-Verbindung
Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei

A0066/15/1

8.4.2

MVB-Fuhrpark und 2. Nord-Süd-Verbindung

S0202/15

8.5

LSBTI*-Flüchtlinge schützen
Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei
WV vom 29.06.2015

A0078/15

8.5.1

LSBTI*-Flüchtlinge schützen
Gesundheits- und Sozialausschuss

8.5.2

LSBTI*-Flüchtlinge schützen

S0201/15

8.6

Benennung der Ratsdiele im Alten Rathaus nach Ernst Reuter
Kulturausschuss
WV vom 09.07.2015

A0081/15

8.6.1

Benennung der Ratsdiele im Alten Rathaus nach Ernst Reuter

S0195/15

8.7

Ausstellung „Wir sind hier - Frauen in Sachsen-Anhalt gestalten ihr
Land“ in Magdeburg präsentieren
SPD-Stadtratsfraktion
WV vom 09.07.2015

A0087/15

8.7.1

Ausstellung „Wir sind hier - Frauen in Sachsen-Anhalt gestalten ihr
Land“ in Magdeburg präsentieren

S0203/15

A0078/15/1

6

8.8

Erhalt von Hyparschale und Gieseler-Halle
Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei
WV vom 09.07.2015

A0092/15

8.8.1

Erhalt von Hyparschale und Gieseler-Halle
Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei

A0092/15/1

8.8.2

Erhalt von Hyparschale und Gieseler-Halle

S0208/15

8.9

Ampelsituation in der Albert Vater Straße
SR Buller
WV vom 03.09.2015

A0099/15

8.9.1

Ampelsituation in der Albert Vater Straße

S0211/15

8.10

Fahrradsicherheit
Fraktion CDU/FDP/BfM
WV vom 03.09.2015

A0100/15

8.10.1

Fahrradsicherheit

S0220/15

Neuanträge

8.11

Halteverbotszonen im Stadtteil Cracau
Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei

A0139/15

8.12

Radverkehr auf dem Nordabschnitt ganzjährig sichern
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

A0141/15

8.13

Berichterstattung zur Kriminalstatistik
SR Rupsch Fraktion CDU/FDP/BfM

A0140/15

8.14

Städtebauliche Weiterentwicklung des Hyparschalen- und
Stadthallenareals
SPD-Stadtratsfraktion

A0142/15

8.15

Magdeburgs Ansehen als allen Menschen zugewandte, moderne
Universitätsstadt weiter verbessern
Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei

A0143/15

8.16

Bauliche Verbesserungen bei den kommunalen
Kindertageseinrichtungen
Fraktion CDU/FDP/BfM

A0144/15

8.17

Soziale Betreuung von Flüchtlingen
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

A0145/15

7
8.18

Begrenzung von Straßenlärm im Bereich Fermersleben, Salbke und
Westerhüsen
SR Jannack Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei

A0146/15

8.19

Integrierung der Stadtmedienstelle in die Stadtbibliothek
SR Müller Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei

A0147/15

9

Einwohnerfragestunde
Gemäß § 28 KVG LSA i.V. mit § 14 der Hauptsatzung der LH Magdeburg führt der
Stadtrat zwischen 17.00 Uhr und 17.30 Uhr eine Einwohnerfragestunde durch

10

Anfragen und Anregungen an die Verwaltung

10.1

LED-Beleuchtung auf dem MDer Ring
SR Canehl

F0199/15

10.2

Blauer Bock
SR Meister

F0202/15

10.3

Zuwegung Kleingartensparte Am Waldsee I
SR Gedlich

F0208/15

10.4

City Skyliner auf Magdeburger Weihnachtsmarkt
SR`n Nowotny

F0193/15

10.5

Aktuelle Fragen zur Situation der MDer Kleingärten
SR Theile

F0194/15

10.6

MVB-Straßenbahnverkehr von und nach Rothensee/Barleber See
SR Zander

F0195/15

10.7

Strandbad am Barleber See
SR Nowotny

F0196/15

10.8

Erhalt der Kegelanlage des ESV auf dem Werder
SR Zander

F0197/15

10.9

Cracau: Zusätzliche (Emissions-)Belastungen und Risiken durch
neuen Einzelhandelsmarkt und Verlängerung der Friedrich-EbertStraße
SR Köpp

F0200/15

10.10

Schlagbeanspruchung für die Anna-Ebert-Brücke reduzieren
SR Köpp

F0201/15

10.11

Maßnahmen zur Beseitigung von Hochwasserschäden 2013 an der
Hyparschale
SR Ehlebe

F0203/15

10.12

Errichtung von Pollern in der Pappelallee - Beimssiedlung zwischen
Beimsstraße und Flechtinger Straße
SR Hausmann

F0204/15

8

10.13

Ausnahmegenehmigungen für den Schulbesuch außerhalb des
Schulbezirks
SR Jannack

F0205/15

10.14

Abriss des Baudenkmals Alt Westerhüsen 155
SR Meister

F0207/15

10.15

Umgang mit der Freigabe vertraulicher Dokumente (wie bspw.
Vertragsangelegenheiten/GF-Dienstverträge) für Stadträtinnen &
Stadträte
SR Müller

F0206/15

10.16

Nutzung der Nachbildung des Taut-Kioskes
SR Müller

F0209/15

11

Informationsvorlagen

11.1

Neue Fläche für Volleyballfeld

I0172/15

11.2

Inanspruchnahme der Haushaltsmittel per 30.09.2015

I0268/15

11.3

Projektstatus Hochwasser (MVB)

I0281/15

11.4

Energetische Sanierung von Kulturstätten

I0297/15

11.5

Der Magdeburger Stadtschreiber 2016

I0279/15

11.6

Parkraumkonzept für Damaschkeplatz und Editharing

I0246/15

11.7

Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 252-3 "Berliner Chaussee 1 –
7/ Biederitzer Weg"

I0291/15

11.8

Zentralisierung der städtischen Bauhöfe

I0320/15

11.9

Studie Integration

I0248/15

11.10

Flüchtlingssituation in Magdeburg

I0325/15

Teil II - Haushaltsberatung 2016 - 07.12.2015 ab 16.00 Uhr

9

Öffentliche Sitzung

1.

Eröffnung, Begrüßung und Feststellung der Ordnungsmäßigkeit
der Einladung sowie der Beschlussfähigkeit und Durchführung
feststellender Beschlüsse

Die 1. stellv. Vorsitzende des Stadtrates Frau Wübbenhorst eröffnet die 21.(VI) Sitzung und
begrüßt die anwesenden Stadträte, Gäste, Mitarbeiter der Verwaltung und Medienvertreter. Er
stellt die Ordnungsmäßigkeit der Einladung und die Beschlussfähigkeit fest.

Soll
Oberbürgermeister

56 Stadträtinnen/Stadträte
1

zu Beginn anwesend 39

“

“

maximal anwesend

52

“

“

entschuldigt

5

“

“

Die 1. stellv. Vorsitzende des Stadtrates Frau Wübbenhorst gibt bekannt, dass der
Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper folgende Anträge auf Auszeichnung nach § 7 der
Ehrenbürgersatzung mit der „Stadtplakette der Landeshauptstadt Magdeburg“ beschlossen hat:
Klaus Brigsinsky Bauunternehmen
Inhaber Herr Dipl.-Ing. Architekt ClausBrigsinsky
eingereicht am 06.10.2015
Gründungsdatum: 01.10.1965
„Stadtplakette der Landeshauptstadt Magdeburg“ in Bronze
DS0504/15 – Beschlussnummer 390-44/15

und
Volksbank Magdeburg eG
Vorstandsvorsitzender: Herr Helmus H. Seibert
eingereicht am 13.07.2015
Gründungsdatum: 18.09.1916
„Stadtplakette der Landeshauptstadt Magdeburg“ in Gold
DS0474/15 – Beschlussnummer 380-43/15

10

2.

Ehrung gemäß Ehrenordnung des Städte- und
Gemeindebundes Sachsen-Anhalt des Stadtrates Bernd
Heynemann
Die Ehrung wird durch den Oberbürgermeister vorgenommen

Gemäß Ehrenordnung des Städte- und Gemeindebundes Sachsen-Anhalt ehrt der
Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper Herrn Bernd Heynemann für seine langjährige (16 Jahre)
und noch andauernde Mitgliedschaft im Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg.

Der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper überreicht dem Geehrten die Ehrenurkunde.

Aufgrund des entschuldigten Fehlens des Vorsitzenden des Stadtrates Herrn Schumann bittet
die 1. stellv. Vorsitzende des Stadtrates Frau Wübbenhorst die Stadträtin Helga Boeck, Fraktion
DIE LINKE/Gartenpartei, zur Unterstützung des Vorstandes im Präsidium Platz zu nehmen.

3.

Bestätigung der Tagesordnung

Hinweise
Dem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, den TOP 14.1 – DS0512/15 im öffentlichen
Teil zu beraten, wird vom Stadtrat einstimmig gefolgt. (als TOP 7.34)
Die TOP 8.8 – A0092/15 und 8.14 – A0142/15 werden im Zusammenhang beraten.
Bezüglich der Nachfrage des Stadtrates Müller, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei, zum
Prozedere der gemeinsamen Beratung der TOP 8.8 – A0092/15 und 8.14 – A0142/15,
unterbreitet die 1. stellv. Vorsitzende des Stadtrates Frau Wübbenhorst einen
Verfahrensvorschlag.

Die veränderte Tagesordnung wird vom Stadtrat einstimmig bestätigt.

11
4.

Bestätigung des Beschlussprotokolls der 020.(VI) Sitzung des
Stadtrates am 05.11.15 - öffentlicher Teil

T0111/15

Redaktionelle Änderung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen :
Auf der Seite 20 muss es unter TOP 7.23 im 4. Absatz, 3. Zeile richtig heißen:
Zusammenhang bittet Stadtrat Westphal…..

Auf der Seite 29 muss es unter TOP 6.20 im 2. Absatz, letzte Zeile richtig heißen:
gedeckt werden können.

Das redaktionell geänderte Beschlussprotokoll der 020.(VI) Sitzung des Stadtrates am 05.11.15
wird einstimmig bestätigt.

5.

Bekanntgabe der von den beschließenden Ausschüssen und
sonst in nichtöffentlicher Sitzung gefassten Beschlüsse

T0114/15

Die vorliegende Information wird zur Kenntnis genommen.

Teil I - 021.(VI)Sitzung des Stadtrates am 03.12.2015 um 14.00 Uhr

6.

Aktuelle Information zur Flüchtlingssituation in Magdeburg

Der Oberbürgermeister geht in seinen Ausführungen punktuell auf die unter TOP 11.10
vorliegende I0325/15 – Flüchtlingssituation in Magdeburg – ein.
Insbesondere erläutert er
- Punkt 1 - Bestandszahlen (Seite 1)
- Säulendiagramm (Seite 2)
- Aufteilung der bisher zugewiesenen Personen im Jahr 2015 (Seite 3)
- Punkt 3 – Aufenthaltsbeendigungen, Abschiebungen, hohe Zahl freiwilliger Ausreisen
- Punkt 4 – Schwerpunkte aus dem Asylbeschleunigungsgesetz (BüMA, Beantragungstand)
- Punkt 5 – Unterbringung von Flüchtlingen in Magdeburg (Kurvendiagramm Seite 7)

12
- Übersicht der Zuweisungen seit Januar 2015 (Seite 8)
- Verfahren der verstärkten Wohnungssuche für positiv beschiedenen Asylbewerber, die
noch in Gemeinschaftsunterkünften leben
- Stand der Unterbringung in den einzelnen Gemeinschaftsunterkünften (Seite 8/9)
- Herausforderung unbegleitete minderjährige Ausländer (Seite 9)
- Kosten der Betreuung/Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Ausländer
Der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper informiert im Folgenden den Stadtrat darüber, das er
am gestrigen 02.12.15 eine Eilentscheidung gemäß § 65 Abs. 4 KVG LSA zur Freigabe einer
überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von 875.000 € getroffen hat, um diese Kosten, die die mit
dieser Aufgabe betrauten Freien Träger der Stadt in Rechnung stellen, noch in diesem Jahr
finanzieren zu können.
Zwar geht die Verwaltung davon aus, dass diese Mittel vom Land erstattet werden, dennoch
müsse die Stadt in Vorleistung gehen, führt Herr Dr. Trümper weiterhin aus.
Im Weiteren geht Herr Dr. Trümper auf das Positionspapier des Präsidiums und des
Hauptausschusses des Deutschen Städtetages von deren Sitzung am 26.11.2015 ein.
Er betont, dass in dieser Kurzinformation die Positionen der Bürgermeister der großen Städte
des Deutschen Städtetages dargelegt wurden. Dieses Papier wurde trotz teilweise kontroverser
Auffassungen im Hauptausschuss einstimmig verabschiedet, betont der Oberbürgermeister.
Herr Dr. Trümper bietet an, für weitergehende Fragen auch am Rande der Stadtratssitzung zur
Verfügung zu stehen.
Hinweis:
Das Positionspapier ist als Anlage der Niederschrift beigefügt. (Anlage 1)

Bezüglich der Nachfrage des Vorsitzenden der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei Stadtrat Theile,
ob minderjährige Flüchtlinge in Gastfamilien untergebracht werden können, führt die
Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit Frau Borris aus, dass diese in
Pflegefamilien untergebracht werden können und diese auch finanzielle Unterstützung erhalten.
Stadtrat Ehlebe, SPD-Stadtratsfraktion, stellt die Frage, ob die 615 Asylbewerber, die bereits in
das SGB II gewechselt sind, Arbeit gefunden haben. Er bittet darum dies bei den zukünftigen
Berichterstattungen mit aufzunehmen.
Die Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit Frau Borris führt aus, dass diese laut
Vermittlungsstatistik des Jobcenters noch nicht in der Arbeitsvermittlung angekommen sind. Sie
kündigt an, dies mit dem Jobcenter zu besprechen.
Der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper ergänzt, dass das Arbeitsamt derzeit intensiv
Deutschkurse durchführt, um die Voraussetzungen für eine Arbeitsvermittlung zu schaffen. Er
kündigt an, den aktuellen Sachstand dem Stadtrat nachzureichen.
Bezüglich der Nachfrage des Stadtrates Mewes, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei, ob es
Vereinbarungen mit der Stadtsparkasse Magdeburg gibt, Buchungskonten für die Asylbewerber
einzurichten, weist der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper daraufhin, dass die
Stadtsparkasse dazu verpflichtet ist, dieses zu tun.
Eingehend auf die Nachfrage des Stadtrates Wendenkampf, future! – Die junge Alternative zur
Qualifizierung und Erhöhung der Anzahl der Pflegefamilien für die Aufnahme von
minderjährigen Flüchtlingen erklärt die Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit Frau
Borris, dass dies erforderlich, aber ein langer Prozess ist.

13
Stadtrat Westphal, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, fragt nach, welche Voraussetzungen erfüllt
werden müssen, um den Menschen zu helfen, Deutsch zu erlernen.
Die Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit Frau Borris gibt bekannt, dass es derzeit
verschiedene Deutschkurse mit unterschiedlichen Standards gibt, die sowohl von
Ehrenamtlichen als auch von der Arbeitsagentur durchgeführt werden. Sie verweist auf das
Internetportal Rubrik Flüchtlinge der Landeshauptstadt Magdeburg in dieser Frage.

7.

Beschlussfassung durch den Stadtrat

7.1.

Reisedelegation zum Eis- und Schneefestival nach Harbin vom
4. bis 8. Januar 2016

DS0531/15

BE: Oberbürgermeister
Der Stadtrat beschließt einstimmig:
Beschluss-Nr. 655-021(VI)15

Der Stadtrat beschließt 5 Teilnehmer am Eis- und Schneefestival 2016 zu entsenden:
-

Simone Borris, Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit
Hugo Boeck, stellv. Vorsitzender des Stadtrates, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei
Steffi Meyer, SPD-Stadtratsfraktion
Jürgen Canehl, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Dr. Klaus Kutschmann, Fraktion CDU/BfM/FDP

7.2.

Wirtschaftsplan 2016 des Eigenbetriebes Kommunales
Gebäudemanagement

DS0360/15

BE: Oberbürgermeister
Der BA KGM empfiehlt die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:

Beschluss-Nr. 656-021(VI)15

1.

Der Wirtschaftsplan 2016 des Eigenbetriebes Kommunales Gebäudemanagement wird
den Anlagen entsprechend wie folgt festgesetzt und beschlossen:

1.1. Im Bereich des Erfolgsplanes 2016:
Erlöse/Erträge Eb KGm insgesamt
darunter Eb KGm ohne GB Kindertageseinrichtungen
Eb KGm - GB Kindertageseinrichtungen

37.259.884 €
33.619.629 €
3.640.255 €

Aufwendungen Eb KGm insgesamt

37.259.884 €

14
darunter Eb KGm ohne GB Kindertageseinrichtungen
Eb KGm - GB Kindertageseinrichtungen

33.619.629 €
3.640.255 €

Jahresergebnis Eb KGm insgesamt
darunter Eb KGm ohne GB Kindertageseinrichtungen
Eb KGm - GB Kindertageseinrichtungen

0€
0€
0€

Für den Eb KGm ohne GB Kindertageseinrichtungen stellen sich die finanziellen
Verpflichtungen 2016 der LH MD wie folgt dar:
Bezeichnung

Planansatz 2016

Hochbauunterhaltung
Unterhaltung Außenanlagen
Leistungen SFM (z. B. für Verkehrssicherungspflichten)
Nutzungsentgelte
Vorauszahlungen für Betriebs- und Nebenkosten
Mieten/Pachten einschl. zugehöriger Betriebs- und
Nebenkosten
Kostenerstattungen für Bauherrenfunktion, Leerstandsund Hausverwaltung, Überlassungsverhältnisse

4.452.794 €
156.700 €
55.200 €
8.078.650 €
11.133.076 €
6.036.605
2.381.379 €

Darüber hinaus ist die LH MD verpflichtet, Altersteilzeitzahlungen für Beschäftigte zu
leisten, deren Verträge vor dem 01.01.2007 geschlossen wurden. Bei
Eigenbetriebsbildung wurden dem Eb KGm die Rückstellungen für
Aufstockungsbeträge und bis zum 31.12.2006 zu bildende Erfüllungsrückstellungen
nicht übertragen, so dass die Zahlungspflicht der LH MD in Jahresscheiben abzurufen
ist.
Für das Wirtschaftsjahr 2016 beträgt diese Zahlungspflicht 107.173 €.
Für den Geschäftsbereich Kindertageseinrichtungen des Eb KGm bestehen seitens der
LH MD finanzielle Verpflichtungen für
pädagogisches Personal
2.971.295 €
Betrieb und Unterhaltung Kita
589.000 €.
1.2. Im Bereich des Vermögensplanes 2016 mit einem Einnahme- und Ausgabevolumen in
Höhe von 6.474.658 €, davon Eb KGm ohne GB Kindertageseinrichtungen mit 6.414.830
€ und GB Kindertageseinrichtungen mit 58.828 €.
1.3. Mit einem Höchstbetrag der Kassenkredite von 6.000.000,00 €.

2.

Die konsolidierten mittelfristigen Finanzplanungen 2017 bis 2019 werden zur Kenntnis
genommen.

15

7.3.

Genehmigung der Annahme einer Sponsoringleistung gemäß §
99 Abs. 6 KVG LSA

DS0497/15

BE: Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine
Verwaltung
Der Stadtrat beschließt einstimmig:

Beschluss-Nr. 657-021(VI)15
Der Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg stimmt der Annahme einer Sponsoringleistung
für die Durchführung der Veranstaltung „Meile der Demokratie 2016“ mit einem Gesamtvolumen
in Höhe von 2.500,00 Euro zu.

7.4.

Wirtschaftsplan 2016 Städtischer Abfallwirtschaftsbetrieb

DS0443/15

BE: Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine
Verwaltung
Der BA SAB empfiehlt die Beschlussfassung.
Stadtrat Westphal, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, nimmt kritisch zur vorliegenden
Drucksache DS0443/15 Stellung. Er fragt nach, warum Gebühren trotz erwirtschafteter Gewinne
erhoben werden und wie der Stadtrat über die Ergebnisse informiert wird.
Der Bürgermeister Herr Zimmermann verweist in seiner Beantwortung zur Nachfrage des
Stadtrates Westphal, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, auf die Abgabeordnung, in der die
Gebührenkalkulation klar geregelt ist. Er erläutert weiterhin das übliche Prozedere und spricht
seine Verwunderung über die aufgeworfenen Fragen aus.
Der Stadtrat beschließt mehrheitlich, bei 2 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen:

Beschluss-Nr. 658-021(VI)15

Der Wirtschaftsplan 2016 des Städtischen Abfallwirtschaftsbetriebes Magdeburg wird
entsprechend der Anlage wie folgt festgesetzt und beschlossen:
Im Erfolgsplan mit einem Jahresgewinn in Höhe von 2.002.400 EUR, Erträgen in Höhe von
32.794.900 EUR und Aufwendungen in Höhe von 30.792.500 EUR.
Mit einem Höchstbetrag der Kassenkredite von 5.916.300 EUR.
Im Vermögensplan mit einem Einnahme- und Ausgabevolumen in Höhe von 6.944.500
EUR.
Die mittelfristige Finanzplanung 2015 - 2019 wird zur Kenntnis genommen.

16

7.5.

2. Änderungssatzung der Straßenreinigungssatzung vom 31.
März 2011

DS0315/15

BE: Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine
Verwaltung
Der BA SAB und der Ausschuss KRB empfehlen die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt mit 44 Ja-, 0 Neinstimmen und 1 Enthaltung:

Beschluss-Nr. 659-021(VI)15

Der Stadtrat beschließt die 2. Änderungssatzung der Satzung über die Straßenreinigung in der
Landeshauptstadt Magdeburg (Straßenreinigungssatzung) vom 31. März 2011 gemäß
beiliegender Anlage.

7.6.

2. Änderungssatzung der Straßenreinigungsgebührensatzung

DS0413/15

BE: Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine
Verwaltung
Der BA SAB und der Ausschuss KRB empfehlen die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt mit 41 Ja-, 0 Neinstimmen und 5 Enthaltungen:

Beschluss-Nr. 660-021(VI)15

Der Stadtrat beschließt die 2. Änderungssatzung der Satzung über die Erhebung der
Straßenreinigungsgebühren (Straßenreinigungsgebührensatzung) der Landeshauptstadt
Magdeburg gemäß beiliegender Anlagen.

7.7.

1. Änderung der Abfallwirtschaftssatzung

DS0399/15

BE: Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine
Verwaltung
Der BA SAB und die Ausschüsse KRB und UwE empfehlen die Beschlussfassung.
Stadtrat Müller, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei, lobt die Arbeitsweise des EB SAB.
Eingehend auf die Absätze (3) und (4) im § 22 der Satzung fragt er nach, wer dies kontrolliert
und umsetzt.

17
Die Leiterin des EB SAB Frau König erhält das Rederecht und führt aus, dass es sich hierbei
um Einzelfallentscheidungen handelt.
Der Stadtrat beschließt mit 40 Ja-, 0 Neinstimmen und 1 Enthaltung:

Beschluss-Nr. 661-021(VI)15
Der Stadtrat beschließt die 1. Änderungssatzung der Abfallwirtschaftssatzung gemäß
beiliegender Anlage 1.

7.8.

1. Änderungssatzung zur Abfallgebührensatzung

DS0430/15

BE: Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine
Verwaltung
Der BA SAB und der Ausschuss KRB empfehlen die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt mit 40 Ja-, 0 Neinstimmen und 1 Enthaltung:

Beschluss-Nr. 662-021(VI)15

Der Stadtrat beschließt die 1. Änderungssatzung zur Satzung über die Erhebung von
Gebühren für die Abfallentsorgung in der Landeshauptstadt Magdeburg
(Abfallgebührensatzung) gemäß beiliegender Anlagen.

7.9.

Genehmigung der Annahme von Spenden gemäß § 99 Abs. 6
KVG LSA

DS0510/15

BE: Bürgermeister
Der Ausschuss FG empfiehlt die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:

Beschluss-Nr. 663-021(VI)15

Der Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg stimmt der Annahme zweier Spenden mit
einem Gesamtvolumen in Höhe von 7.240,94 Euro zu.

18

7.10.

Jahresabschluss 2014 der Innovations- und Gründerzentrum
Magdeburg GmbH (IGZ GmbH)

DS0414/15

BE: Bürgermeister
Der Ausschuss FG empfiehlt die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:
Beschluss-Nr. 664-021(VI)15

Der Stadtrat nimmt den von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PKF Fasselt Schlage geprüften
und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss 2014 der
Innovations- und Gründerzentrum Magdeburg GmbH (IGZ GmbH) zur Kenntnis.
Der Gesellschaftervertreter der IGZ GmbH wird angewiesen:


den Jahresabschluss 2014 mit einer Bilanzsumme in Höhe von 12.088.444,89 EUR und
einem Jahresüberschuss in Höhe von 17.839,29 EUR festzustellen,



den Jahresüberschuss 2014 in Höhe von 17.839,29 EUR mit dem Verlustvortrag in Höhe
von 222.228,91 EUR zu verrechnen und insgesamt auf neue Rechnung vorzutragen,



dem Geschäftsführer, Herrn Dr. Ude, für das Geschäftsjahr 2014 Entlastung zu erteilen,



die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PKF Fasselt Schlage zum Abschlussprüfer für das
Geschäftsjahr 2015 zu bestellen.

7.11.

Bestellung des Wirtschaftsprüfers für die
Jahresabschlussprüfung 2015 der Magdeburg Marketing
Kongress und Tourismus GmbH (MMKT)

DS0446/15

BE: Bürgermeister
Der Stadtrat beschließt einstimmig:

Beschluss-Nr. 665-021(VI)15

Die städtischen Gesellschaftervertreter in der Gesellschafterversammlung der Magdeburg
Marketing Kongress und Tourismus GmbH (MMKT) werden angewiesen, für die Prüfung des
Jahresabschlusses 2015 die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche GmbH zum
Abschlussprüfer zu bestellen.

19

7.12.

Beteiligungsbericht 2015

DS0448/15

BE: Bürgermeister
Die Ausschüsse FG und VW empfehlen die Beschlussfassung.
Eingehend auf die Nachfrage des Stadtrates Müller, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei, ob der
Public Corporate Governance Kodex umgesetzt wurde, informiert der Bürgermeister Herr
Zimmermann, dass der im Jahr 2009 beschlossene Kodex bei Mehrheitsbeteiligungen
umgesetzt wird und bei Minderheitsbeteiligungen versucht wird, ihn umzusetzen. Er kündigt an,
hierzu dem Stadtrat eine Information zuzuleiten.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:
Beschluss-Nr. 666-021(VI)15

1.

Der Stadtrat nimmt den Beteiligungsbericht 2015 nach Erörterung gemäß § 130 Abs. 2 des
Kommunalverfassungsgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (KVG LSA) zur Kenntnis.

2.

Der Oberbürgermeister hat die Einwohner der Landeshauptstadt Magdeburg in geeigneter
Form über den Beteiligungsbericht zu unterrichten (§ 130 Abs. 3 KVG LSA).

3.

Der Beteiligungsbericht ist dem Landesverwaltungsamt unverzüglich vorzulegen.

7.13.

Neubesetzung im Beirat der GWM

DS0458/15

BE: Bürgermeister
Stadtrat Assmann, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, erklärt gemäß § 33 KVG LSA sein
Mitwirkungsverbot und nimmt nicht an der Beratung und Abstimmung teil.
Der Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Stadtrat Meister übt Kritik, dass in der
Beratungsfolge der Ausschuss KRB nicht vorgesehen war und bittet darum, dies zukünftig zu
berücksichtigen.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:

Beschluss-Nr. 667-021(VI)15

Der Stadtrat stimmt den Vorschlägen des Oberbürgermeisters zu, dass Frau Romy Meseberg,
Herr Holger Seidel und Herr Oliver Ball als externe Mitglieder in den Beirat der GWM
Gesellschaft für Wirtschaftsservice Magdeburg mbH durch die Gesellschafterversammlung der
GWM bestellt werden.

20

7.14.

Änderungsanträge zur Spielplatzflächenkonzeption 2015 2020/2030

DS0467/15

BE: Bürgermeister
Stadtrat Canehl, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, erklärt gemäß § 33 KVG LSA sein
Mitwirkungsverbot und nimmt nicht an der Beratung und Abstimmung teil.
Der BA SFM empfiehlt die Beschlussfassung.
Der Bürgermeister Herr Zimmermann bringt die Drucksache DS0467/15 ein. Er gibt bekannt,
dass zu den vorliegenden Änderungsanträgen DS0355/14/3 und /7 zur Spielplatzkonzeption
2015 -2020 (2030) der Ortschaftsrat Beyendorf/Sohlen dem Vorschlag der Verwaltung folgt.
Herr Zimmermann geht im Weiteren auf den vorliegenden Änderungsantrag DS0467/15/1 der
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ein. Er begründet dem Vorschlag der Verwaltung zum Rückbau
mit dem Hinweis, dass die Geräte auf dem Spielplatz im Volkspark Westerhüsen nicht mehr den
TÜV-Anforderungen entspricht.
Der Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Stadtrat Meister bringt den
Änderungsantrag DS0467/15/1 ein und merkt an, dass die Fraktion diesbezüglich die Vorlage
der Konzeption abwartet.
Nach eingehender Diskussion beschließt der Stadtrat gemäß Änderungsantrag DS0467/15/1
der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen einstimmig:

Die Entscheidung zum weiteren Betrieb des Waldspielplatzes im Volkspark Westerhüsen
(Änderungsantrag Nr.6 in Anlage 6 zur DS0467/15) wird zurückgestellt und im Zusammenhang
mit der zu erwartenden Entscheidung über das Konzept zur Betreibung des Volkspark
Westerhüsen getroffen.

Der Stadtrat beschließt unter Beachtung des Änderungsantrages DS0467/15/1 der Fraktion
Bündnis 90/Die Grünen einstimmig:

Beschluss-Nr. 668-021(VI)15

Der Stadtrat beschließt die in der Anlage 9 dargestellten Umsetzungsvorschläge des EB
Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg.
Die Entscheidung zum weiteren Betrieb des Waldspielplatzes im Volkspark Westerhüsen
(Änderungsantrag Nr.6 in Anlage 6 zur DS0467/15) wird zurückgestellt und im Zusammenhang
mit der zu erwartenden Entscheidung über das Konzept zur Betreibung des Volkspark
Westerhüsen getroffen.

21

7.15.

Fortführung Dachmarkenkampagne Ottostadt Magdeburg 2016

DS0441/15

BE: Beigeordneter für Wirtschaft, Tourismus und regionale
Zusammenarbeit
Die Ausschüsse RWB und FG empfehlen die Beschlussfassung.
Der Beigeordnete für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit Herr Nitsche bringt
die Drucksache DS0441/15 ein und gibt Erläuterungen zur Dachmarkenkampagne „Otto lächelt
dich an“. Er nimmt zum vorliegenden Änderungsantrag DS0441/15/1 der Fraktion DIE
LINKE/Gartenpartei Stellung und bittet darum, diesen abzulehnen.
Der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei Stadtrat Theile bringt den
Änderungsantrag DS0441/15/1 ein und erläutert die Intention.
Stadtrat Rösler, Mitglied im Ausschuss FG, informiert über die Diskussion im Ausschuss und
bringt seine Verwunderung über die vorliegenden Änderungsantrag DS0441/15/1 der Fraktion
DIE LINKE/Gartenpartei zum Ausdruck.
In seiner Eigenschaft als Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion nimmt Stadtrat Rösler kritisch
zum vorliegenden Änderungsantrag DS0441/15/1 der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei
Stellung. Er betont, dass eine Außenwerbung der Stadt Magdeburg notwendig ist und
unterstützt im Namen seiner Fraktion die Kampagne und die positive Darstellung. Stadtrat
Rösler signalisiert die Ablehnung zum Änderungsantrag DS0441/15/1 der Fraktion DIE
LINKE/Gartenpartei.
Stadtrat Dr. Kutschmann, Fraktion CDU/FDP/BfM, merkt an, dass die Kampagne nicht nur
Werbung für die Stadt ist sondern auch der Wirtschaftsförderung dient.
Der Vorsitzende der Fraktion CDU/FDP/BfM Stadtrat Schwenke kann in seinen Ausführungen
die immer wiederkehrende Diskussion im Stadtrat nicht nachvollziehen. Er befürwortet
ausdrücklich die Dachmarkenkampagne und spricht sich für die Ablehnung des
Änderungsantrages DS0441/15/1 der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei aus.
Stadtrat Assmann, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, nimmt kritisch zur vorliegenden
Drucksache DS0441/15 Stellung. Er bezeichnet in seinen weiteren Ausführungen die
Dachmarkenkampagne als konzept- und inhaltslos und vermisst Schwerpunkte mit Blick auf
Magdeburg als Stadt der Wissenschaft und als Kulturhauptstadt.
Stadtrat Müller, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei, verweist auf die Voten der Ausschüsse und
nimmt kritisch zum Slogan „da kann man mal hinfahren“ Stellung.
Nach eingehender Diskussion bringt Stadtrat Hoffmann, Fraktion CDU/FDP/BfM den GO-Antrag
– Abbruch der Debatte – ein.
Gemäß GO-Antrag des Stadtrates Hoffmann, Fraktion CDU/FDP/BfM beschließt der Stadtrat
mehrheitlich, bei zahlreichen Gegenstimmen:
Abbruch der Debatte
Der Stadtrat beschließt mehrheitlich, bei zahlreichen Jastimmen und einigen Enthaltungen:
Der Änderungsantrag DS0441/15/1 der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei –

22

1.
Zum Zweck der Bereitstellung zusätzlicher finanzieller Mittel in Höhe von 48.918,06 € (netto)
zur Unterstützung ehrenamtlichen Engagements bei der Unterbringung, Betreuung und
Integration von Flüchtlingen, werden die für Werbezwecke im Rahmen des Projektes „OttostadtKampagne“ für das Haushaltsjahr 2016 vorgesehenen finanziellen Mittel folgendermaßen
beschränkt:
die gem. Anlage 1 zur DS0441/15 bisher vorgesehenen finanziellen Zuwendungen für die
Positionen
a) „Ottostadt: Magdeburg lächelt dich an“ (bisher 74.836,13 € netto), werden um 50% gekürzt
b) die kampagnenbezogenen Werbemittel unter dem Titel
- „otto reitet“ (bisher 6.500,00 € netto)
- „otto macht mode“ (bisher 5.000,00 € netto)
welche lediglich als Hintergrund- und Begleitwerbung für überwiegend kommerziell orientierte
Vereins-bzw. Unternehmensveranstaltungen dienen, werden ersatzlos gestrichen. –

wird abgelehnt.
Der Stadtrat beschließt mehrheitlich, bei einigen Gegenstimmen und Enthaltungen:

Beschluss-Nr. 669-021(VI)15

1.) Zur Fortsetzung der Ottostadtkampagne wird der Maßnahmenplan für das Jahr 2016
gemäß der Anlage 1 mit einem Kostenaufwand von 167.000,00 Euro bestätigt.
Wie bereits im Jahr 2015 werden die Maßnahmen von der MMKT umgesetzt. Der Pro
Magdeburg e.V. entscheidet im Einzelnen über die beantragten Kleinprojekte aus dem
dafür bestimmten Verfügungsfonds.
2.) Das Dezernat für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit wird die von der
MMKT umzusetzenden Maßnahmen im Einzelnen dem Ausschuss für Wirtschaft und
Regionalentwicklung vor Beginn der Maßnahmen zur Beratung und Kenntnisnahme
geben.
3.) Zur Fortsetzung der Kampagne im Jahr 2017 wird dem Stadtrat zur Haushaltsberatung
2017 ein Maßnahmenplan vorgelegt werden.

Persönliche Erklärung des Vorsitzenden der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Stadtrat
Meister
Der Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Stadtrat Meister gibt eine persönliche
Erklärung ab. (Anlage 2)

23

7.16.

Wirtschaftsplan 2016 des Eigenbetriebes Konservatorium Georg
Philipp Telemann

DS0336/15

BE: Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport
Der BA Konservatorium empfiehlt die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:

Beschluss-Nr. 670-021(VI)15

1. Der Wirtschaftsplan 2016 des Eigenbetriebes Konservatorium wird entsprechend der
Anlage wie folgt festgesetzt und beschlossen:
im Bereich des Erfolgsplanes mit Aufwendungen und Erträgen
in Höhe von 4.294.470,00 EUR
im Bereich des Vermögensplanes mit einem Einnahme- und
Ausgabevolumen in Höhe von 120.000,00 EUR
Mit einem Höchstbetrag der Kassenkredite in Höhe von 850.000,00 EUR.

2. Finanzielle Verpflichtungen der Landeshauptstadt Magdeburg:
Die Landeshauptstadt Magdeburg zahlt dem Eigenbetrieb Konservatorium
2016 einen Zuschuss zur laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von
2.721.670,00 EUR.
Die Landeshauptstadt Magdeburg zahlt dem Eigenbetrieb Konservatorium
2016 einen weiteren Zuschuss zur Deckung folgender Aufwendungen:
- Leistungsverrechnung an die städtischen Ämter, Fachbereiche und
Eigenbetriebe in Höhe der jeweils entstehenden Aufwendungen
- Beiträge zur Berufsgenossenschaft in Höhe der jeweils entstehenden
Aufwendungen
- Abschreibungen auf das betriebsnotwendige Anlagevermögen
Im Jahr 2016 beträgt dieser Zuschuss 120.700,00 EUR.

3. Der Finanzplan 2017 bis 2019 wird zur Kenntnis genommen.

24

7.17.

Wirtschaftsplan 2016 Eigenbetrieb Puppentheater der Stadt
Magdeburg

DS0339/15

BE: Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport
Der BA Puppentheater empfiehlt die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:
Beschluss-Nr. 671-021(VI)15

1. Der Wirtschaftsplan 2016 des Eigenbetriebes Puppentheater der Stadt Magdeburg
wird entsprechend der Anlage wie folgt festgesetzt und beschlossen:
1.1.

im Bereich des Erfolgsplanes Aufwendungen und Erträge
in Höhe von 2.954.800 EUR

1.2.

im Bereich des Vermögensplanes mit einem Einnahme- und Ausgabevolumen
in Höhe von 92.800 EUR

1.3.

mit einem Höchstbetrag der Kassenkredite
in Höhe von 580.000 EUR

2. Finanzielle Verpflichtungen der Landeshauptstadt Magdeburg
2.1.

Die Landeshauptstadt Magdeburg zahlt dem Eigenbetrieb einen Zuschuss zur
laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von 1.914.300 EUR
(53152000 = 1.792.900 EUR)
(53152110 = 121.400 EUR)

2.2.

Darüber hinaus zahlt die Landeshauptstadt Magdeburg dem Eigenbetrieb einen
Zuschuss aus dem Verwaltungshaushalt zur Deckung folgender Aufwendungen
(Abschreibungen, Leistungsverrechnungen, Beiträge zur
Berufsgenossenschaft, Ost-West-Angleichung TVÖD, Nutzungsentgelte,
arbeitsmedizinische Betreuung) in Höhe von 173.700 EUR
(53152100 = 145.600 EUR)
(53152110 = 28.100 EUR)

2.3.

Zur Realisierung des Internationalen Figurentheaterfestivals
erhält der Eigenbetrieb Puppentheater Magdeburg einen Zuschuss
in Höhe von 40.000 EUR (53152100).

3. Der Finanzplan des Eigenbetriebes Puppentheater der Stadt Magdeburg wird zur
Kenntnis genommen.

25

7.18.

Wirtschaftsplan 2016 Eigenbetrieb Theater Magdeburg

DS0316/15

BE: Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport
Der Theaterausschuss und der Ausschuss FG empfehlen die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:

Beschluss-Nr. 672-021(VI)15

1. Der Wirtschaftsplan 2016 des Eigenbetriebes Theater Magdeburg wird entsprechend der
Anlage wie folgt festgesetzt und beschlossen:
1.1.

Im Bereich des Erfolgsplanes Erträge in Höhe von 29.790.600 EUR und
Aufwendungen in Höhe von 29.790.600 EUR,

1.2.

im Bereich des Vermögensplans mit einem Einnahmevolumen in
Höhe von 815.000 EUR und einem Ausgabevolumen von 815.000 EUR

1.3.

mit einem Höchstbetrag der Kassenkredite in Höhe von 5.950.000 EUR.

2. Die Landeshauptstadt Magdeburg zahlt dem Eigenbetrieb einen Zuschuss in Höhe von
insgesamt 16.818.700 EUR zur Deckung der laufenden Geschäftstätigkeit.
3. Der Finanzplan des Eigenbetriebs Theater Magdeburg wird zur Kenntnis genommen.

7.19.

Grundsatzbeschluss "Altes Kutscherhaus" - Porsestraße 13

DS0439/15

BE: Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport
Der BA Puppentheater und der Ausschuss FG empfehlen die Beschlussfassung.
Stadtrat Canehl, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, nimmt kritisch zum beigefügten
Zahlenmaterial zur vorliegenden Drucksache DS0439/15 Stellung und bezeichnet dies als
überzogen.
Der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr Herr Dr. Scheidemann informiert über
eine Vorortbegehung und hält fest, dass das Gebäude denkmalschutzwürdig ist. Er sichert zu,
zu prüfen, ob das Objekt förderfähig ist.
Stadtrat Westphal, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, verweist auf die geführte Diskussion im BA
Puppentheater und merkt an, dass es bei der vorliegenden Drucksache DS0439/15 nur um die
Vorplanung geht.

26
Stadtrat Rösler, Mitglied im Ausschuss FG, informiert über die punktweise Abstimmung. In
seiner Eigenschaft als Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion signalisiert er im Namen seiner
Fraktion Zustimmung zur vorliegenden Drucksache DS0439/15.
Der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper bittet darum, heute nicht über die Kosten zu
spekulieren und die Vorplanung abzuwarten. Er stellt aber klar, dass die Sanierung des
Gebäudes keine preiswerte Angelegenheit wird.
Stadtrat Frank Schuster, Fraktion CDU/FDP/BfM, äußert ebenfalls seine Bedenken zur Höhe
der Kosten.
Nach eingehender Diskussion beschließt der Stadtrat einstimmig:

Beschluss-Nr. 673-021(VI)15

1. Der Stadtrat beschließt auf der Grundlage der vorliegenden, durch die UDSchB
beauftragte Modernisierungsuntersuchung vom 04.09.2015 (Anlage), die mittelfristige
Sanierung des denkmalgeschützten Objektes „Altes Kutscherhaus“ Porsestraße 13 - auf
dem Gelände des Puppentheaters.
2. Der Stadtrat beauftragt den OB, auf der Grundlage des dargestellten Nutzerkonzeptes
und der vorgelegten Planungsstudie einschließlich Kostenschätzung zunächst eine
Vorplanung durch den EB KGm erarbeiten zu lassen.
3. Die Einbindung in mögliche Förderprogramme ist zu prüfen.
Die erforderlichen Planungsmittel für die Vorplanung sind dem EB KGm im
Wirtschaftsjahr 2016 bereitzustellen.

7.20.

Dringlichkeitsliste zur Verbesserung der Barrierefreiheit in der
Landeshauptstadt Magdeburg - Stand September 2015

DS0395/15

BE: Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit

Die Ausschüsse GeSo und StBV empfehlen die Beschlussfassung.
Der Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt Magdeburg Herr Pischner erhält das
Rederecht und bringt die Drucksache DS0395/15 ein. Er geht dabei auf die Genese der
Thematik ein und bittet um Zustimmung zur Drucksache DS0395/15.
Stadtrat Hausmann, SPD-Stadtratsfraktion, bringt den Änderungsantrag DS0395/15/1 ein.
Bezüglich der Nachfragen des Stadtrates Assmann, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, zur
vorliegenden Dringlichkeitsliste zur Verbesserung der Barrierfreiheit, insbesondere der
Bushaltestellen, führt der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr Herr Dr.
Scheidemann aus, dass dies vollständigkeitshalber aufgenommen wurde. Er merkt weiter an,

27
dass die Zuständigkeit für die Baulast der Bushaltestellen in der Regel beim Tiefbauamt liegt
und ein entsprechender Plan zur Umsetzung aufgestellt wird. Er stellt aber klar, dass bei der
vorhandenen Finanzierung die Jahreszahl der Umrüstung, die das Gesetz vorschreibt, nicht
haltbar ist.
Der Vorsitzende der Fraktion CDU/FDP/BfM Stadtrat Schwenke dankt der Verwaltung für die
Erarbeitung der vorliegenden Drucksache DS0395/15 und signalisiert im Namen seiner Fraktion
die Zustimmung, wie auch zum vorliegenden Änderungsantrag DS0395/15/1 der SPDStadtratsfraktion.
Stadtrat Westphal, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, bittet darum, den Stadtrat mit einer
Zwischeninformation über den Stand der Bearbeitung des Magdeburger Standards zu
informieren.
Der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper fragt bezüglich des vorliegenden Änderungsantrages
DS0395/15/1 der SPD-Stadtratsfraktion den Beigeordneten Herrn Dr. Scheidemann, ob eine
Umsetzung möglich ist, ohne das die Gesamtplanung der Straße steht.
Der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr Herr Dr. Scheidemann erklärt
bezüglich der Nachfrage des Oberbürgermeisters Herrn Dr. Trümper, dass dieser Bereich
östlich der Großen Diesdorfer Straße kritisch ist. Er hält aber die Umsetzung des
Änderungsantrages DS0395/15/1 der SPD-Stadtratsfraktion für unproblematisch.
Nach eingehender Diskussion beschließt der Stadtrat gemäß Änderungsantrag DS0395/15/1
der SPD-Stadtratsfraktion einstimmig:

In der Dringlichkeitsliste zur Verbesserung der Barrierefreiheit in der Landeshauptstadt
Magdeburg (Anlage 2) wird die in der Tabelle 6 „Haltestellen der MVB“ aufgeführte Haltestelle
„Westfriedhof“ von Kategorie B (mittlere Dringlichkeit, mittelfristige Lösung) in Kategorie A (hohe
Dringlichkeit, möglichst schnelle Lösung) hochgestuft.
Der Stadtrat beschließt unter Beachtung des Änderungsantrages DS0395/15/1 der SPDStadtratsfraktion einstimmig:

Beschluss-Nr. 674-021(VI)15

1. Der Stadtrat beschließt die Tabellen 1, 2, 3 und 6 der in der Anlage beigefügten
überarbeiteten Dringlichkeitsliste zur Verbesserung der Barrierefreiheit für Menschen mit
Behinderungen in Magdeburg als grundsätzliche konzeptionelle Orientierung für die
Arbeit der Stadtverwaltung auf den Gebieten von Stadtplanung, Bau- und Verkehr sowie
der Weiterentwicklung der sozialen, kulturellen und touristischen Infrastruktur.
2. Die Tabellen 4 und 5 nimmt der Stadtrat zur Kenntnis.
3. Die Dringlichkeitsliste bezieht sich auf einen mittelfristigen Zeithorizont von ca. 5 bis 10
Jahren. Sie ist nach drei Jahren zu aktualisieren und den Erfordernissen entsprechend
fortzuschreiben.
4. In den Haushaltsplänen werden die Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit
besonders gekennzeichnet.
5. In der Dringlichkeitsliste zur Verbesserung der Barrierefreiheit in der Landeshauptstadt
Magdeburg (Anlage 2) wird die in der Tabelle 6 „Haltestellen der MVB“ aufgeführte
Haltestelle „Westfriedhof“ von Kategorie B (mittlere Dringlichkeit, mittelfristige Lösung) in
Kategorie A (hohe Dringlichkeit, möglichst schnelle Lösung) hochgestuft.

28

7.21.

Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses zum B-Plan Nr. 337-2
"Friedenstraße/Braunlager Straße"

DS0384/15

BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr
Die Ausschüsse UwE und StBV empfehlen die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:

Beschluss-Nr. 675-021(VI)15

Der Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg hatte am 04.10.2007 mit Beschluss-Nr.
1639-54 (IV) 07 für das Gebiet, das umgrenzt wird:
- im Norden: durch die Nord- und die Ostgrenze des Flurstücks 10226 (neu: Flurstücke 10385
und 10384) und die Nordgrenze des Flurstücks 4067/3 (neu: Flurstück 10332) (Flur 354),
- im Osten: durch die Westgrenze des Bebauungsplanes Nr.337-1 „Friedenstraße“,
- im Süden: durch eine Linie in Verlängerung der Südgrenze des Flurstücks 10250 (Flur 354)
nach Westen,
- im Westen: durch die Westgrenze des Flurstücks 4065/4, einer im Abstand von zwei Metern
und parallel zur Südgrenze des Flurstücks 10226 (neu: Flurstück 10385) über das Flurstück
10227 verlaufenden Linie, sowie der Westgrenzen der Flurstücke 10227 (teilweise) und 10226
(neu: Flurstücke 10385) (Flur 354)
beschlossen, einen Bebauungsplan aufzustellen.
Dieser Beschluss wird aufgehoben.
Das in seiner Begrenzung vorstehend beschriebene Gebiet ist im beiliegenden Lageplan, der
einen Bestandteil dieses Beschlusses bildet, dargestellt.
Der Beschluss über die Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses für den Bebauungsplan Nr.
337-2 ist gemäß § 1 Abs. 8 i. V. m. § 2 Abs. 1 BauGB öffentlich bekannt zu machen.

29

7.22.

Abwägung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 1731.1 "Pappelallee/Große Weinhofstraße"

DS0373/15

BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr
Die Ausschüsse UwE und StBV empfehlen die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:

Beschluss-Nr. 676-021(VI)15

1. Die im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB, der
frühzeitigen Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gemäß § 4
Abs. 1 und 2 BauGB und während der öffentlichen Auslegung des Entwurfs des
vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 173-1.1 „Pappelallee/ Große Weinhofstraße” in
den Stellungnahmen vorgebrachten Anregungen hat der Stadtrat der Landeshauptstadt
Magdeburg gemäß § 1 Abs. 7 und § 3 Abs. 2 BauGB mit folgendem Ergebnis geprüft:
Der Berücksichtigung von Stellungnahmen entsprechend dem Abwägungsergebnis wird
zugestimmt. Die Abwägung, Anlage zur Drucksache, wird gebilligt.
2. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr beschließt vorbehaltlich der
abschließenden Entscheidung des Stadtrates über die vorgebrachten Stellungnahmen
(Abwägungskatalog).
Zur Behandlung der Stellungnahmen ergehen folgende Einzelbeschlüsse:
2.1. Bürger 1, Schreiben vom 18.05.15:
a) Stellungnahme:
In der DS 0472/14 ist im Lageplan der auf der Liegenschaft befindliche Baumbestand nur
unzureichend erfasst und wiedergegeben.
Auf der Westseite (Pappelallee) befinden sich neben den im Plan dargestellten Standorten
für die Schwarzpappeln in zweiter Reihe (Abstand dazu ca. 3 m) und ungleichmäßigem
Abstand zueinander ein weiterer Altbestand von sieben Bäumen und in dritter Reihe
(Abstand zu letzterer ca. 2 m) weiterhin 4 Bäume.
Auf der Nordseite vor der Zaunanlage zu Hort und Kita stehen mindestens 5 Laubbäume.
Auf der Liegenschaft selbst findet man verschiedene Gehölzgruppen.
Dies ist entsprechend der Baumschutzsatzung und in der Grünordnung gemäß BauGB
bisher nicht hinreichend berücksichtigt worden.
Es ist aus meiner Sicht von Amtswegen erneut zu prüfen, inwieweit ein weitergehender
Erhalt von Bäumen auf der Liegenschaft möglich ist und umgesetzt werden kann.
b) Abwägung:
In der Planzeichnung sind nur die Bäume mit Planzeichen 13.2 der Planzeichenverordnung
als grüner Kreis festgesetzt, welche dauerhaft zu erhalten sind. In der Plangrundlage ist der
weitere in der Stellungnahme des Bürgers beschriebene Baumbestand als graue
Darstellung erkennbar.
Alle Bäume wurden im Rahmen der durchgeführten Umweltprüfung erfasst, bewertet und
tabellarisch dargestellt im Umweltbericht auf den Seiten 27, 28 und 29. Für alle im Rahmen

30
der Planrealisierung zu rodenden Bäume muss Ersatz nach der Baumschutzsatzung
geleistet werden. Dies wurde auch in Ergänzung der Planung in der Begründung zum BPlan und im Umweltbericht dargelegt. Die neu zu pflanzenden Bäume befinden sich nicht
alle auf dem Vorhabengrundstück, sondern auch auf dem Grundstück der angrenzenden
Kita sowie auf Grundstücken des Vorhabenträgers im Stadtteil Alte Neustadt und anderen
Stadtteilen.
Nach Weiterführung der Vorhabenplanung konnten außerdem zwei Bestandsbäume an der
Nordseite zur Kita hin zusätzlich zum Erhalt festgesetzt werden.
Beschluss 2.1: Der Stellungnahme wird gefolgt.
2.2. Wohnungsbaugenossenschaft Magdeburg-Stadtfeld eG, Schreiben vom 22.05.15:
a) Stellungnahme:
Nach Einsicht in den Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Pappelallee/Große
Weinhofstraße" müssen wir feststellen, dass die bestehende verkehrliche Erschließung nur
zum Teil dargestellt wurde und die Auswirkungen der Zunahme von Fahrten zu und von
dem
neuen Wohngebiet nicht umfassend in die Betrachtung eingezogen wurden. Im
Umweltbericht zum Entwurf des Bebauungsplanes heißt es:
„Die betriebsbedingte verkehrliche Erschließung erfolgt über die vorhandenen Straßen
Pappelallee und Große Weinhofstraße, welche beide bereits aktuell durch Anwohner und
Anlieger genutzt werden. Eine Erhöhung des Verkehrsaufkommens ist damit nicht zu
erwarten, so dass keine zusätzlichen Beeinträchtigungen durch Verkehrsbewegungen zu
erwarten sind."
Die Zufahrt an der westlichen Grundstücksgrenze führt, wie von Ihnen ausgeführt wird, über
die mit Kopfsteinpflaster ausgebaute Pappelallee. An der östlichen Grundstücksgrenze
muss man den Bereich der Zufahrt aber bereits von der Hohepfortestraße ausgehend über
die ebenfalls mit Kopfsteinpflaster ausgebauten Straßen Am Weinhof und die Große
Weinhofstraße ziehen. Die verkehrliche Situation in diesem Bereich haben wir Ihnen in
unserer Stellungnahme vom 07.08.2014 beschrieben und auf die besonderen
Gefahrensituationen aufmerksam gemacht. Die in dieser Stellungnahme aufgeführten
Bedenken zum Stau auf der Hohepfortestraße, zur Behinderung des Straßenbahnverkehrs,
zur einspurigen Verkehrsführung in der Straße Am Weinhof und zum Teil in der Großen
Weinhofstraße halten wir aufrecht.
Die Straße Am Weinhof fortführend in die Große Weinhofstraße muss sowohl von den
Mietern/ Bewohnern und Besuchern der Straße Am Weinhof und der Großen Weinhofstraße
als auch von Bürgern, die das Familienhaus, die beiden Schuleinrichtungen und die
Kindertagesstätte "Am Nordpark" fahrläufig aufsuchen wollen, genutzt werden. Es ist zu
beobachten, dass sich bereits jetzt in den Morgen- und Nachmittagsstunden (Schulbeginn
und -ende, Bringen oder Abholen der Kinder in die/aus der Tagesstätte, Arbeitsbeginn bzw.
-ende der Mieter) ein erhöhtes Verkehrsaufkommen ergibt, welches zu Behinderungen führt.
Sie geben selbst in der Abwägung zu unserer Stellungnahme vom 07.08.2014 an, dass die
Thematik der aktuell bereits kritischen Situation an die Straßenverkehrsbehörde zur Prüfung
verkehrsorganisatorischer Möglichkeiten herangetragen wurde, die sich nach unserer
Ansicht auf den gesamten Bereich der Zufahrt von der Hohepfortestraße über die Straße
Am Weinhof und die Große Weinhofstraße erstrecken muss.
Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum sich das Verkehrsaufkommen durch Anlegen
und Nutzung von 83 PKW-Stellflächen auf dem Grundstück des Neubaus nicht erhöhen soll.
Bei der vorherigen Nutzung des Baugrundstückes als Sportplatz der Schule war kein oder
ein sehr geringes Verkehrsaufkommen zu verzeichnen. Bei Anlegung der beiden
vorgesehenen Zufahrten zum Neubaugrundstück kann man somit täglich von 83
zusätzlichen An- bzw. Abfahrten jeweils für die Pappelallee und die Straße Am

31
Weinhof/Große Weinhofstraße ausgehen. Und dieses sind durchaus zusätzliche
Beeinträchtigungen durch Verkehrsbewegungen.
b) Abwägung:
Die Aussage des Umweltberichts wurde korrigiert. Eine Zunahme der Verkehrsbelegung ist
mit der Neuerrichtung von 69 Wohnungen und 83 Stellplätzen verbunden, allerdings werden
die Auswirkungen nicht als wesentlich bewertet. Der entsprechende Text des
Umweltberichts wurde überarbeitet und angepasst.
Es muss hier die Verhältnismäßigkeit der Verkehrszunahme der bestehenden
Frequentierung der anliegenden Straßen gegenüber gestellt werden. So ist der Zu- und
Abgangsverkehr allein von Kindereinrichtung, Schule und Hort deutlich größer, als die zu
erwartenden Zu- und Abgangsverkehre der vier neuen Wohngebäude. Die Pappelallee dient
als Wohnsammelstraße für die gesamte Wohnbebauung zwischen Lüneburger Straße,
Agnetenstraße, Pappelallee und Henning-von-Tresckow-Straße, da zwischen
Agnetenstraße und Henning-von-Tresckow-Straße keine weitere Anbindung an die
Lüneburger Straße besteht. Probleme bestehen hier dennoch nicht und sind auch nicht zu
erwarten.
Nachfragen bei der unteren Straßenverkehrsbehörde und der Polizei haben ergeben, dass
es wie im Schreiben der Wohnungsbaugenossenschaft Stadtfeld erwähnt, zu geringen
Beeinträchtigungen aufgrund des beidseitigen Parkens in der Straße Am Weinhof kommt.
Eine Möglichkeit zur Beseitigung dieser Behinderungen wäre die Wegnahme des
Längsparkens auf einer Straßenseite, was wiederum zur Verschärfung der angespannten
Parkplatzsituation führen würde. Diese Probleme stehen im Zusammenhang mit der
Tatsache, dass die Wohnungseigentümer entlang der Straßen Am Weinhof, Große
Weinhofstraße und Hohepfortestraße bisher keine privaten Stellplätze errichteten. Der
gesamte Stellplatzbedarf wird im öffentlichen Straßenraum abgedeckt. Diese
Bestandssituation kann nicht dazu führen, die Bebauung eines innerstädtischen
Grundstückes und Erschließung über angrenzende, bestehende öffentliche Straßen in
Frage zu stellen.
Die Zunahme der Verkehrsbelegung wird nicht zu wesentlichen Veränderungen der
öffentlichen Nutzung bzw. Nutzbarkeit der Straßen führen.
Beschluss 2.2: Der Stellungnahme wird teilweise gefolgt.
2.3. Städtische Werke Magdeburg GmbH & C. KG/ Abwassergesellschaft Magdeburg mbH,
Schreiben vom 28.05.15:
a) Stellungnahme:
Der auf dem Grundstück vorhandene öffentliche Mischwasserkanal DN 300 muss zu Lasten
des Vorhabenträgers auf dem Grundstück umverlegt werden. Für die neue Kanaltrasse ist
ein Geh-, Fahr- und Leitungsrecht mit 6 m Schutzstreifenbreite im B-Plan festzusetzen. Für
die Zugänglichkeit mittels Betriebsfahrzeugen der SWM ist die Trasse des Kanals
verkehrstechnisch durch den Vorhabenträger zu ertüchtigen.
b) Abwägung:
Die Umverlegung ist bereits Inhalt der Erschließungsplanung. Die Trasse wird dort, wo keine
innere Erschließungsstraße liegt, als Schotterrasen ausgebildet. Im B-Plan wurde das
geforderte Leitungsrecht festgesetzt.
Beschluss 2.3: Der Stellungnahme wird gefolgt.

32
2.4. Untere Naturschutzbehörde, Schreiben vom 21.05.15:
a) Stellungnahme:
Es wird angeregt,
1. die Begründung zum Bebauungsplan in Kapitel 3.1, 2. Absatz zu überarbeiten. Die
Fällung der Feldahornbäume dient nicht dem Schutz der Pappeln, sondern der
Vergrößerung der baulich zu nutzenden Fläche.
2. die im Plangebiet als Ersatz für die Baumfällungen zu pflanzenden Bäume in der
Planzeichnung oder im Textteil darzustellen.
3. die Anzahl der insgesamt als Ersatz für die Baumfällungen zu pflanzenden Bäume zu
ermitteln und im Textteil festzusetzen. Es wird vorgeschlagen, die Ermittlung nach der
Methode WESTHUS (s. Anlage) durchzuführen.
Begründung:
Zu 1: Die Fällung der Ahornbäume auf der Ostseite der geschützten Baumreihe dient nicht
dem Schutz oder der Erhaltung der Baumreihe, sondern der Vergrößerung der baulich
nutzbaren Fläche des Grundstücks. Feldahornbäume erreichen bei weitem nicht die Höhe
der Pappeln, sodass eine dauerhafte Beeinträchtigung durch die Nähe zu der Baumreihe
nicht wahrscheinlich ist. Sollte es in Einzelfällen zu Einschränkungen der weiteren
Entwicklung der Pappeln kommen, könnte ein Rückschnitt oder eventuell die Entnahme
eines einzelnen Exemplars in Frage kommen. Die Beseitigung sämtlicher Feldahornbäume
ist jedenfalls nicht erforderlich. Damit liegt kein Befreiungsgrund nach § 6 (2) b) der
Baumschutzsatzung (nicht gewollte Beeinträchtigung von Natur und Landschaft) vor, und für
die zu fällenden Bäume sind entsprechende Ersatzpflanzungen zu leisten.
Zu 2: Im Umweltbericht wird auf Seite 34 in Kapitel 5.1 gesagt, dass „die Einzelbaumverluste
gemäß Baumschutzsatzung und Vorgaben des Umweltamtes der Stadt Magdeburg
auszugleichen“ seien. Zu Menge, Art und Qualität der Ersatzpflanzungen sowie konkreter
Standorte werden jedoch keine Aussagen getroffen. Damit wird der Anspruch, dass der
Bebauungsplan die Konflikte, die er erzeugt, auch lösen muss, nicht eingelöst.
Zu 3: Auch hier ist dafür zu sorgen, dass die Konflikte, die der Bebauungsplan erzeugt,
gelöst werden und nicht auf nachfolgende Verwaltungsverfahren (hier
Baumfällgenehmigungen) verlagert werden.
Die Methode WESTHUS ist seit einigen Jahren in der Stadt eingeführt und hat sich bisher
ausgesprochen gut bewährt. Sie ermöglicht die Folgen einer Planung, die eine größere
Anzahl von Baumfällungen bedingt, abzuschätzen und sichert die Gleichbehandlung
verschiedener Antragsteller. Darüber hinaus gewährleistet sie, dass der geforderte
Ausgleich angemessen ist und den Anforderungen des Naturschutzrechts, insbesondere §
15 (2) Satz 2 NatSchG-LSA, genügt. § 15 (2) Satz 2 NatSchG-LSA setzt allgemein eine
Grenze für die Zulässigkeit von Ausnahmen von den Vorschriften zu geschützten
Landschaftsbestandteilen, hier also nach der Baumschutzsatzung geschützte Bäume:
„Ausnahmen dürfen nur erteilt werden, wenn die beabsichtigte Handlung (also die
Baumfällungen) dem Schutzzweck nicht oder nur unerheblich zuwiderläuft“. Der
Schutzzweck der Baumschutzsatzung ist die Erhaltung des Baumbestandes in Magdeburg
wegen seiner Wohlfahrtswirkungen. Der Ersatz muss deshalb, wenn schon die Erhaltung
der vorhandenen Bäume nicht möglich ist, die Funktionen für den Naturhaushalt und das
Landschaftsbild möglichst schnell wiederherstellen. Ein Jungbaum kann nicht die Leistungen
z.B. hinsichtlich der Sauerstoffproduktion oder der klimatischen Wirkung eines Altbaumes
erbringen. Daher werden mehr Jungbäume als Ersatz verlangt, als Altbäume gefällt werden.

33
Ihre Anzahl richtet sich nach Faktoren wie z.B. verlorengegangene Biomasse und
Lebenserwartung der gefällten Bäume. Diese Faktoren lassen sich über den Stammumfang
und die Vitalität sehr gut zusammenfassen und in eine Anzahl von Neupflanzungen
umwandeln.
b) Abwägung:
Zu 1:
Die Begründung wurde hier ergänzt. Die Fällung der Feldahornbäume dient auch der
Herstellung einer angemessenen Baufläche. Grundlage für die geplante Fällung bildet aber
auch das im Rahmen der Umweltprüfung erstellte Baumgutachten und die dort enthaltenen
Erkenntnisse. Im Rahmen der Abwägung werden hier die Belange des Vorrangs der
Innenentwicklung und einer städtebaulich sinnvollen Bauflucht in Näherung zum
Straßenraum ebenso gewürdigt wie die Belange des Baumschutzes.
Zu 2:
Die Planzeichnung sowie Begründung und Umweltbericht wurden entsprechend der
Forderung der Naturschutzbehörde ergänzt. Zum einen wurden im B-Plan zwei weitere
Gehölze an der Nordseite des Grundstückes zum dauerhaften Erhalt festgesetzt. In
Begründung und Umweltbericht sind außerdem die geplanten Baumstandorte im Plangebiet
(Vorhabenplan) sowie außerhalb dargestellt bzw. textlich aufgeführt.
Zu 3:
Zu dieser Forderung fanden weitere Abstimmungen mit dem Umweltamt, untere
Naturschutzbehörde statt. Es sind voraussichtlich 24 Bäume außerhalb des B-Plan-Gebietes
zu pflanzen.
Der Gehölzersatz ist jedoch erst im Baugenehmigungsverfahren nach der gültigen
Baumschutzsatzung der Landeshauptstadt Magdeburg zu leisten. Eine Festsetzung im BPlan kann insofern nicht erfolgen. Allerdings sind im überarbeiteten Umweltbericht
Ausführungen zu den voraussichtlich zu fällenden und als Ersatz zu leistenden Bäumen
enthalten. Die Standorte wurden so weit als möglich im Stadtteil Alte Neustadt ausgewählt.
Beschluss 2.4: Der Stellungnahme wird teilweise gefolgt.

Die gefassten Einzelbeschlüsse der Zwischenabwägung aus der Drucksache DS0471/14,
Sitzung des Stadtrates am 19.03.15, Beschluss Nr. 317-011(VI)15, wurden überprüft und
bedürfen keiner erneuten Beschlussfassung.
3. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, gemäß § 3 Abs. 2 BauGB die Bürger, Behörden und
sonstigen Träger öffentlicher Belange, die Anregungen vorgebracht haben, vom
Ergebnis der Abwägung unter Angabe der Gründe in Kenntnis zu setzen.

34

7.23.

Satzung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 173-1.1
"Pappelallee/Große Weinhofstraße"

DS0374/15

BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr
Die Ausschüsse UwE und StBV empfehlen die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt mit 40 Ja-, 0 Neinstimmen und 3 Enthaltungen:

Beschluss-Nr. 677-021(VI)15

Aufgrund des § 10 Abs. 1 Baugesetzbuch (BauGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom
23. September 2004 (BGBl. I, S. 2414), in der zuletzt geänderten geltenden Fassung und § 8
Abs. 1 des Kommunalverfassungsgesetzes für das Land Sachsen-Anhalt (KVG LSA) in der
Fassung der Bekanntmachung vom 17. Juni 2014 (GVBl. Nr. 12, S. 288), beschließt der
Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg am 03.12.2015 den vorhabenbezogenen
Bebauungsplan Nr. 173-1.1 bestehend aus der Planzeichnung (Planteil A) und dem Text
(Planteil B), als Satzung.
1. Die Begründung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan und die zusammenfassende
Erklärung nach § 10 Abs. 4 BauGB werden gebilligt.
2. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, den Beschluss über die Satzung gemäß § 10 Abs. 3
BauGB ortsüblich bekannt zu machen. Mit der ortsüblichen Bekanntmachung tritt der
Bebauungsplan in Kraft.

7.24.

Behandlung der Stellungnahmen (Zwischenabwägung) zum 2.
Entwurf des Bebauungsplanes Nr. 228-3 "An der Nordstraße"

DS0389/15

BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr
Die Ausschüsse UwE und StBV empfehlen die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:
Beschluss-Nr. 678-021(VI)15

Die im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB, der
frühzeitigen Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gemäß § 4
Abs.1 und 2 BauGB zum Bebauungsplan Nr. 228-3 „An der Nordstraße“ vorgebrachten
Anregungen, die den Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 228-3 betreffen, sowie die
während der öffentlichen Auslegung des Entwurfs des Bebauungsplanes Nr. 228-3 ”An der
Nordstraße” und der Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange in den
Stellungnahmen vorgebrachten Anregungen hat der Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg
gemäß § 1 Abs. 7 und § 3 Abs. 2 BauGB mit folgendem Ergebnis geprüft:
Der Berücksichtigung von Stellungnahmen entsprechend dem Abwägungsergebnis wird
zugestimmt. Die Abwägung, Anlage zur Drucksache, wird gebilligt.

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Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr beschließt vorbehaltlich der
abschließenden Entscheidung des Stadtrates über die vorgebrachten Stellungnahmen
(Abwägungskatalog).
Zur Behandlung der Stellungnahmen ergehen folgende Einzelbeschlüsse:

1.1 Bürger A (Grundstückseigentümer im Plangebiet, Schreiben vom 24.06.2015 (sh.
Abwägungskatalog Teil I, lfd. Nr. 1):
(1) Anregung:
Bürger A widerspricht der festgelegten Entwässerungslösung durch Versickerung. Er
verweist auf das vorliegende Bodengrundgutachten und zeigt nachfolgend einen
Lösungsansatz der Entwässerung der öffentlichen Flächen auf. Die Entwässerung der
öffentlichen Flächen kann aufgrund der vorhandenen Leitungsanlagen und der günstigen
Höhenpunkte im Plangebiet sowohl über den Steinbruchweg als auch über die Nordstraße
erfolgen. Hierzu soll über die gesamte Länge der Erschließung eine Mulde vorgesehen
werden, die zeitverzögert überschüssiges Wasser an die bestehenden Kanäle abgibt.
Zu (1) Abwägung:
Aufgrund von Mängeln war aus dem Baugrundgutachten die Bodenbeschaffenheit nicht
eindeutig ablesbar. Daher wurde davon ausgegangen, dass die Versickerungsfähigkeit in
eingeschränktem Maße im Plangebiet gegeben sei. Aufgrund von nachgeforderten
Unterlagen zum Baugrundgutachten, in denen die anstehenden Böden im Plangebiet als
nicht versickerungsfähig eingestuft werden, wurden Abstimmungen mit den betroffenen
Behörden und Ämtern sowie mit Bürger A geführt. Das Erschließungskonzept wurde
nochmals grundlegend geändert und in den 2. Entwurf übernommen. Weiterführende
Abstimmungen hinsichtlich Größe und Lage der Entwässerungslösung sind im Rahmen der
Erschließungsplanung zu führen.
(2) Anregung:
Bürger A spricht sich gegen die geplanten Schutzstreifen entlang des Fuß- und Radweges
aus. Im Entwurf sind diese als Wohnbaufläche ausgewiesen, die aber von jeglicher
Bebauung freizuhalten sind. Er sieht hier Probleme beim Verkauf an Bauwillige.
Zu (2) Abwägung:
Durch Umplanung im Rahmen des 2. Entwurfs können die Schutzstreifen entfallen.
(3) Anregung:
Bürger A regt an, die Festsetzung zur versickerungsoffenen Bauweise von Stellplätzen und
Zuwegungen aufgrund der nicht aufnahmefähigen Böden zu streichen.
Zu (3) Abwägung:
Wie aus den nachgeforderten Unterlagen des Baugrundgutachtens hervorgeht, ist der
anstehende Boden nicht versickerungsgeeignet. Die Festsetzung entfällt.
(4) Anregung:
Bürger A zweifelt den erhaltenswerten Zustand des Einzelbaumes an und verlangt die
Streichung der Festsetzung. Ein entsprechend der Baumschutzsatzung adäquater Ersatz
wäre zu erbringen.
Zu (4) Abwägung:
Die Einzelbaumfestsetzung für die Rosskastanie entfällt. Stattdessen wird die
Ersatzpflanzung für die voraussichtlich zu fällende Rosskastanie (im Rahmen der

36
Erschließung) am östlichen Rand zwischen geplantem Wendehammer und Steinbruchweg
in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde festgesetzt
(5) Anregung:
a) Stellungnahme:
Bürger A fordert eine Befestigung der Flächen, die im Entwurf mittels GFL zugunsten der
Ver- und Entsorgungsträger festgesetzt ist.
Zu (5) Abwägung:
Das Geh-, Fahr- und Leitungsrecht wird im 2. Entwurf umgewandelt in eine private
Anliegerstraße mit Geh-, Fahr- und Leitungsrecht zugunsten der Ver- und
Entsorgungsträger. Eine Befahrung der vorhandenen Freileitung zur Wartung und Reparatur
ist hierdurch möglich.
(6) Anregung:
Aus Sicht von Bürger A ist die Erschließung aus dem Steinbruchweg erforderlich. Er regt an,
die Stichstraße in Richtung Steinbruchweg zu verlängern und die Wendeanlage an der
östlichen Grenze anzuordnen. Er fordert hier eine Korrektur des Geltungsbereiches. Einem
Ringschluss zwischen Nordstraße und Steinbruchweg für PKW-Verkehr widerspricht er.
Eine fußläufige Verbindung wäre jedoch weiterhin gegeben. Ebenfalls gewährleistet wäre
die Verbringung des Oberflächenwassers über Kanäle und/oder Mulden.
Zu (6) Abwägung:
Der Forderung wird größtenteils gefolgt. Die Erschließungsstraße wird in Richtung Osten
verlängert. Die Wendeanlage wird bis an die vorhandene Zaunanlage des Nachbarn
(Steinbruchweg 19) verschoben. Die Geltungsbereichsgrenze wird nicht verändert. Der
Bereich zwischen bestehender Zaunanlage und Plangebietsabgrenzung wird als WA
festgesetzt und kann dem Nachbareigentümer zugeschlagen werden.
Die fußläufige Verbindung zum Steinbruchweg ist weiterhin vorgesehen.
Die Verbringung des Oberflächenwassers ist damit sowohl in den Steinbruchweg als auch in
die Nordstraße gewährleistet.
Beschluss 1.1: Der Stellungnahme wird gefolgt.
1.2 Bürger B (Grundstückseigentümer im Plangebiet, Schreiben vom 20.06.2015 (sh.
Abwägungskatalog Teil I, lfd. Nr. 2):
(1) Anregung:
Bürger B begrüßt grundsätzlich die Entwicklung des Plangebietes. Er sieht durch die
Neubebauung jedoch eine Beeinträchtigung der Erdgeschosswohnung Nordstraße 50.
Durch die Bebauung des Nachbargrundstückes erhöhe sich die Frequenz der
Lichtbelästigung durch heranfahrende PKW erheblich. Gerade in den Abend- und
Nachtstunden sowie im Winter bereits nachmittags, wäre hier mit einer erheblichen Störung
durch Lichteinstrahlung und Blendwirkung zu rechnen.
Zu (1) Abwägung:
Nach Überprüfung durch die Untere Immissionsschutzbehörde kann mitgeteilt werden:
Durch den B-Plan wird Baurecht für ca. 8 Parzellen geschaffen. Der An- und
Abfahrtsverkehr bleibt also überschaubar. Im Wohngebiet des Bereiches Nordstraße und
Steinbruchweg ist der größte Teil der Bestandsbebauung ebenerdig gebaut. Eine mögliche
Störung durch Licht- bzw. Blendbelästigung geht nicht über das im Allgemeinen Wohngebiet
als hinzunehmende Maß hinaus.
(2) Anregung:
Bürger B fordert die Erschließung des Wohngebietes über den Steinbruchweg. Auf
Nachfrage bei den SWM wurde ihm dies bestätigt. Er zweifelt damit die Aussage des

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Stadtplanungsamtes an, dass die Erschließung aus der Nordstraße erfolgen muss. Er
fordert weiterhin eine Abwägung zwischen der zu schützenden Bestandsbebauung und der
Neuplanung.
Zu (2) Abwägung:
Im Rahmen der TöB und der Auslegung wurden Stellungnahmen der SWM abgegeben.
Daraus geht hervor, dass eine medientechnische Erschließung vorrangig aus der
Nordstraße zu erfolgen hat. Eine Erschließung aus dem Steinbruchweg wurde dabei nicht
ausgeschlossen. Die Forderung von Bürger B zielt auf die Erschließung mit PKW-Verkehr
ab. Für die Erschließung des geplanten Wohngebietes mit PKW-Verkehr wird der
Nordstraße der Vorrang gegeben, da diese durch ihren grundhaften Ausbau und eine
ausreichende Straßenbreite hierfür vorgesehen ist. Die fußläufige Erschließung zum
Steinbruchweg ist jedoch vorgesehen.
(3) Anregung:
Bürger B bemängelt die Einstufung seines Grundstückes Nordstraße 50 als
Mischgebietsfläche. Er gibt an, dass das Wohngrundstück seit vielen Jahrzehnten als reines
Wohngrundstück genutzt wird. Er vermutet, die Einstufung als MI erfolgte nur, um die
zumutbare Grenze einer stärkeren Beeinträchtigung durch Lärm und Licht hochzusetzen.
Zu (3) Abwägung:
Bei der Ausweisung des Grundstücks Nordstraße 50 wurde von einer teilweise
gewerblichen Nutzung der Bestandsbebauung ausgegangen. Eine Festsetzung des
Grundstückes als Allgemeines Wohngebiet hätte damit die Möglichkeit der Erweiterung bzw.
Neubebauung mit zulässigem Gewerbe innerhalb dieser Fläche unzulässig gemacht.
Im 2. Entwurf des B-Planes wird das Grundstück als WA-Fläche festgesetzt. Die mittels
Schallgutachten ermittelten Lärmpegel sind bei einer evtl. Neubebauung des Flurstücks zu
berücksichtigen.
Die durch den An- und Abfahrtsverkehr der ca. 8 Parzellen zu erwartenden Licht- bzw.
Blendeinwirkungen gehen nicht über das in einem Allgemeinen Wohngebiet hinzunehmende
Maß hinaus.
(4) Anregung:
Bürger B sieht sich durch das Leitungsrecht, welches über das Grundstück Nordstraße 50
führt, um das Grundstück Nordstraße 50a gesichert zu erschließen, eingeschränkt. Mit dem
einzurichtenden Nutzungsrecht sieht er die Wertigkeit seines Grundstückes gemindert.
Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten wäre eine Zuwegung, wie im B-Plan vorgesehen,
nicht möglich. Er pocht darauf, dass ein neues Bebauungsgebiet sich an die vorhandenen
Verhältnisse anzupassen hat. Er verweist auf eine mögliche grundstückseigene Zufahrt für
die Nordstraße 50a, sofern die oberirdischen Stromleitungen umverlegt würden, da diese im
Bereich der möglichen Zufahrt, auf privatem Grund liegen.
Weiterhin pocht er auf den angeblich öffentlichen Charakter seiner bisherigen Zuwegung
zum Grundstück und verlangt den Kauf der Zufahrtsfläche zur Nordstraße 50a.
Zu (4) Abwägung:
Der Bürger B wurde auf seine nicht gesicherte Erschließung zum Grundstück Nordstraße
50a hingewiesen. Die von ihm bisher genutzte Zufahrt führt über privaten Grund. Der von
ihm vorgebrachte öffentliche Charakter der Zufahrt begründet keinen Anspruch auf eine
öffentliche Erschließung. Ein Verkauf der Flächen durch die Landeshauptstadt Magdeburg
ist nicht möglich, da es sich um private Flächen handelt. Um auch langfristig eine gesicherte
Erschließung abzusichern, wurde das Wegerecht über die Nordstraße 50 geführt. Beide
Grundstücke befinden sich im Eigentum von Bürger B.
In Abstimmung mit dem betroffenen Grundstückseigentümer wird im 2. Entwurf des BPlanes die gesicherte Erschließung der Nordstraße 50a über eine private Anliegerstraße
erfolgen, die zu Teilen auf beider Grundstücksflächen verläuft.

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(5) Anregung:
Bürger B hatte sich auf Anraten des Stadtplanungsamtes um den Ankauf der Grünfläche
beworben. Da die Grünfläche im Entwurf als öffentliche Grünfläche ausgewiesen ist, sieht er
hierdurch die Schutzbedürfnisse der Wohnung Nordstraße 50 in Gefahr. Seine bisherige
Zufahrt zum Grundstück ist für ihn im B-Planentwurf nicht erkennbar. Er fordert hierzu
Informationen.
Zu (5) Abwägung:
Im 2. Entwurf wird die Fläche vor dem Grundstück Nordstraße 50 als private Anliegerstraße
und private Grünfläche ausgewiesen. Der vorhandene Baumbestand wird teilweise zum
Erhalt festgesetzt. Durch die Ausweisung als private Flächen ist die Grundlage für ein
Grundstücksgeschäft gegeben.

(6) Anregung:
Bürger B fordert zum vorgesehenen Schutzstreifen entlang des Fuß- und Radweges
Auskunft.
Zu (6) Abwägung:
Der Schutzstreifen entfällt aufgrund der geänderten Planung im 2. Entwurf des B-Planes.
(7) Anregung:
Bürger B fordert Auskunft zu der im B-Plan vorgesehenen Zufahrt mit anschließendem
Wegerecht über sein Grundstück Nordstraße 50.
Zu (7) Abwägung:
Sowohl das Grundstück Nordstraße 50 als auch das Grundstück Nordstraße 50a erhalten
jeweils eine private Anliegerstraße, welche an öffentliche Verkehrsflächen angrenzen. Eine
gesicherte Erschließung der beiden Grundstücke ist dadurch vorhanden.
(8) Anregung:
Bürger B sieht im Verbringen der Müllbehälter bis an die öffentliche Verkehrsfläche ein
Problem, da die vorgesehene Erschließung zur Nordstraße 50a über das geplante
Wegerecht nicht möglich bzw. nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist. Für eine
neue Erschließung über das Grundstück Nordstraße 50 sieht er eine zu große unzumutbare
finanzielle Belastung. Er bittet um dringenden Klärungsbedarf.
Zu (8) Abwägung:
Das Verbringen der Müllsammelbehälter der Nordstraße 50a kann zukünftig über die
geplante Anliegerstraße zur öffentlichen Verkehrsfläche erfolgen.
Beschluss 1.2: Der Stellungnahme wird teilweise gefolgt.

2.1 Städtische Werke GmbH & Co.KG, Schreiben vom 18.07.2013 (sh. Abwägungskatalog
Teil II, lfd. Nr. 6):
(1) Anregung:
Wasserversorgung
Gegen das geplante Vorhaben bestehen keine Einwände. Das Bebauungsgebiet ist
derzeitig teilweise wasserseitig erschlossen. Folgender Leitungsbestand befindet sich im
Bereich des Bebauungsgebietes:
- VW OD 63 PE, Baujahr 2004, im Bereich Nordstraße Nr. 23 bis 50 sowie die Anschlüsse
der Grundstücke Nordstraße Nr.50 und 50a.
Folgender Leitungsbestand befindet sich im angrenzenden Bereich des Bebauungsgebietes:

39
- VW DN 300 AZ, Baujahr 1980, im nördlichen Straßenbereich der Nordstraße
- VW OD 90 PE, Baujahr 2008, im südlichen Straßenbereich der Straße Steinbruchweg.
Eine Netzerweiterung für das geplante Wohngebiet über die vorhandene VW OD 63 PE ist
auf Grund der zu erwartenden Bebauung höchstwahrscheinlich nicht möglich. Demzufolge
hat die wassertechnische Erschließung über die VW DN 300 AZ in der Nordstraße zu
erfolgen.
Aus Pkt. 2.3 und 3.5 der Begründung geht hervor, dass im B-Plangebiet eventuell
umweltgefährdende Stoffe verbracht wurden. In Abhängigkeit der Ergebnisse des vom
Erschließungsträger noch zu erstellenden Bodengutachtens sind daher für die
wassertechnische Erschließung ggf. SLA-Rohre aus PE 100 bzw. andere geeignete
Rohrmaterialien für die Versorgungsleitungen und Anschlüsse einzusetzen.
Auf Grund der vorgesehenen Nutzung ist von einem Löschwasserbedarf in Höhe von 48
m³/h über einen Zeitraum von zwei Stunden auszugehen.
Die endgültige Festlegung des Feuerlöschbedarfs hat jedoch durch das Amt für Brand- und
Katastrophenschutz der Stadt Magdeburg zu erfolgen. Die Bereitstellung des Löschwassers
erfolgt über bereits im Versorgungsnetz vorhandene bzw. im Rahmen der Erschließung
anzuordnende Unterflurhydranten. Eine Bereitstellung von Löschwasser über die
vorhandene VW OD 63 PE ist nicht möglich.
Der Systembetriebsdruck im Bereich des Bebauungsgebietes beträgt 3,5 bar, dies
entspricht einer Versorgungsdruckhöhe von 103 m HN.
Zu (1) Abwägung:
Der Leitungsbestand wurde in den B-Plan übernommen.
Das Ergebnis einer chemischen Bodenanalyse wurde der SWM mitgeteilt. Der Einsatz von
geeigneten Rohrmaterialien ließ sich daraus nicht ableiten.
Die Sicherung des Feuerlöschbedarfs erfolgt im Zuge der Erschließungsplanung unter
Abstimmung mit dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz.
(2) Anregung:
Elektroversorgung
(2a) Planteil A, Übernahme und Festsetzung des Leitungsbestandes
Der Standort des Abzweigmastes der Freileitung ist falsch dargestellt, real steht dieser
weiter nördlich auf dem Flurstück 45/35 (Nr. 50a). Der nach Osten zum Steinbruchweg
sowie der nach Süden zur Nordstraße verlaufende Teil der Freileitung soll nach der
Neuerschließung entfallen, die mittels Kabel im öffentlichen Bereich erfolgen soll. Für den
verbleibenden Teil der Freileitung wird ein Geh-, Fahr- und Leitungsrecht gefordert.
Zu (2a) Abwägung:
Nach Abstimmung konnte festgestellt werden: Der B-Plan stellt die Leitung korrekt dar; die
digitale Darstellung bei Netze GmbH war nicht richtig.
(2b) Anregung:
Planteil A, verkehrliche Erschließung
Das im Norden gelegene WA (Nordstraße 50a) hat nach dem Entwurf keinen verkehrlichen
Anschluss an den öffentlichen Bereich. Hierzu gibt es auch im Punkt 4.5
Verkehrserschließung keine Erläuterung. Die derzeit sowohl verkehrlich wie auch für die
Ver- und Entsorgung genutzte Zuwegung wird dem östlichen WA zugeschlagen. Dagegen
wird Einspruch erhoben. Die Zuwegung ist zu klären, und sofern die Zuwegung nicht
öffentlich gewidmet werden soll, ist für den Teil zwischen dem o.g. Abzweigmast und der
geplanten öffentlichen Straße ein Geh-, Fahr- und Leitungsrecht festzusetzen.
Zu (2b) Abwägung:
Der Forderung wird gefolgt. Im 2. Entwurf erfolgt die verkehrliche Erschließung zum
Grundstück Nordstraße 50a über eine private Anliegerstraße mit Geh-, Fahr- und
Leitungsrecht zugunsten der Ver- und Entsorgungsträger.

40

(2c) Anregung:
Begründung Punkt 3.3 Stadttechnische Ver- und Entsorgung
Das Plangebiet ist zwar für die bestehende Bebauung äußerlich erschlossen, die
Leitungskapazität ist aber nicht für das Plangebiet ausreichend. Daher ist eine äußere
Erschließung erforderlich.
Begründung Punkt 4.6 Ver- und Entsorgung
Zunächst ist eine äußere Erschließung mittels Kabelverlegung zur Trafostation Nordstraße
52 erforderlich. Für die innere Erschließung muss über die Gesamtlänge der Planstraße
eine koordinierte Kabelverlegung erfolgen. Darüber hinaus ist zur Baufeldfreimachung für
den östlichen Teil der Freileitung ein Ringschluss zum Steinbruchweg herzustellen sowie die
Verbindung zwischen der Planstraße und dem o.g. Abzweigmast auf dem Flurstück 45/35
(Nr. 50a).
Zu (2c) Abwägung:
Der Textteil wurde in den Entwurf eingearbeitet.
Der Forderung wird gefolgt. Die Erschließung bzw. stellenweise Umverlegung kann
innerhalb der durchgehenden öffentlichen Erschließung in der erforderlichen
Schutzstreifenbreite erfolgen.
(3) Anregung:
Abwasserentsorgung (im Namen und im Auftrag der AGM mbH)
Das vorhandene Entwässerungssystem wird im Trennverfahren betrieben. Daraus resultiert
die zwingende Vorgabe einer Erschließung des zukünftigen Bebauungsbereiches im
Trennsystem. Die Schmutzwasserableitung kann in den Schmutzwasserkanal KS DN 200
Nordstraße vorgenommen werden. Die Schmutzwasserkanaltrasse DN 200 Stz. wurde,
entgegen der Aussage in Punkt 3.3, beim Verkauf des Flurstückes 63/4 seitens der Stadt
nicht dinglich gesichert. Die Realisierung des B-Planes setzt die eindeutige Klärung der
Lage des Schmutzwasserkanals zum Grundstück 63/4 bzw. zu dessen neuem Zuschnitt
voraus. Falls keine Grundstücksanpassung des Grundstücks 63/4 in Bezug auf die neu zu
bildende öffentliche Verkehrsfläche vorgenommen wird, setzen wir die dingliche Sicherung
des Schmutzwasserkanals zwingend voraus. Dazu wird vor der Weiterbearbeitung des BPlanes eine separate und zeitnahe Klärung und schriftliche Aussage gefordert. Ohne diese
kann dem B-Plan nicht zugestimmt werden. Aus betriebstechnischer Sicht fordern wir
außerdem die Durchgängigkeit der Straße zur Straße „Steinbruchweg". Wir bitten um
Beachtung und Realisierung.
Für den geplanten Verbindungsweg sind folgende Forderungen zu erfüllen:
- Einhaltung von mindestens 2,0 m Achsabstand zwischen Kanal und Bord,
- Einhaltung von 1,2 m Achsabstand zwischen KS / KR,
- Einhaltung einer Mindestbreite 5,50 m; Bauklasse 3.
Die Formulierungen unter Punkt 6. „Ver - und Entsorgung" der Begründung zur
Regenwasserentsorgung der privaten Wohngrundstücke über Versickerung bzw. Nutzung
und Versickerung wird bestätigt.
Für die Niederschlagswasserentsorgung der Straßenentwässerung sind nach Angaben der
Unteren Wasserbehörde ausschließlich Muldenversickerung bzw. Versickerungsbecken
einzuplanen. Sollten die Versickerungsversuche fehlschlagen, ist die
Niederschlagswasseranbindung an den Regenwasserkanal KR DN 300 gesondert zu
prüfen. Entsprechende Abstimmungen sind rechtzeitig mit dem Fachbereich
Abwasserentsorgung zu führen.
Zu (3) Abwägung:
Zwischenzeitlich wurde die Fläche von der Landeshauptstadt Magdeburg käuflich erworben
und ist als Fläche für die öffentliche Erschließung vorgesehen.

41
Im 2. Entwurf des B-Planes ist eine durchgängige gesicherte Erschließung zum
Steinbruchweg vorgesehen. Die Erschließung kann innerhalb der öffentlichen Erschließung
in der erforderlichen Schutzstreifenbreite erfolgen.
In Abstimmung mit den betroffenen Behörden und Ämtern sowie dem Erschließungsträger
wird die Entwässerung der öffentlichen Flächen über Mulden zeitverzögert in den
öffentlichen Kanal erfolgen.
Beschluss 2.1: Der Stellungnahme wird gefolgt.
2.2 Untere Wasserbehörde, Schreiben vom 02.07.2013 (sh. Abwägungskatalog Teil II, lfd.
Nr. 9):
(1) Anregung:
Die untere Wasserbehörde stimmt dem Vorentwurf mit folgender Beachtung zu:
Bei der Neubeplanung der Flächen ist anfallendes Niederschlagswasser grundsätzlich zu
versickern. Sofern die Voraussetzungen für ein Versickern nicht gegeben sind oder ein
Versickern zu Beeinträchtigungen des Wohls der Allgemeinheit führt, kann die Gemeinde
ein gesammeltes Fortleiten des Niederschlagswassers vorschreiben. Durch Erstellung eines
Baugrundgutachtens ist dieser Nachweis der unteren Wasserbehörde zu erbringen. Das
Entwässerungskonzept für den Straßenbereich ist mit der unteren Wasserbehörde
abzustimmen.
Zu (1) Abwägung:
Die mit der unteren Wasserbehörde abgestimmte Entwässerungslösung ist im 2. Entwurf
des B-Planes enthalten. Die Stellungnahme wurde berücksichtigt.
Beschluss 2.2: Der Stellungnahme wird gefolgt.
2.3 Untere Immissionsschutzbehörde, Schreiben vom 15.11.2013 (sh. Abwägungskatalog
Teil II, lfd. Nr. 10):
(1) Anregung:
Aufgrund des westlich angrenzenden Gewerbes ist aus Sicht der unteren
Immissionsschutzbehörde das ganze Gewerbegebiet in den Geltungsbereich aufzunehmen.
Sollte dies nicht möglich sein, ist in der weiteren Planung eine schalltechnische
Untersuchung zu erbringen.
Zu (1) Abwägung:
Im weiteren Verfahren wurde eine schalltechnische Untersuchung durchgeführt, welches der
unteren Immissionsschutzbehörde vorgelegt wurde. In Abstimmung mit der unteren
Immissionsschutzbehörde wurden die Ergebnisse des Gutachtens in den
Bebauungsplanentwurf übernommen.
Beschluss 2.3: Der Stellungnahme wird gefolgt.
2.4 Landesamt für Geologie und Bergwesen, Schreiben vom 19.06.2015 (sh.
Abwägungskatalog Teil II, lfd. Nr. 17):
(1) Anregung:
Geologie: Zum Bebauungsplan Nr.228-3 „An der Nordstraße“ in Magdeburg liegt Ihnen
bereits die Stellungnahme zum Planentwurf vom 17.07.2013 vor. Die darin enthaltenen
Hinweise zu den hydro- und umweltgeologischen Verhältnissen sind i. W. in die nunmehr
eingereichten Unterlagen eingearbeitet worden. Die getroffenen Ausführungen zur
Entwässerung/ Versickerung stehen jedoch im direkten Gegensatz dazu. Die Begründung
zum Bebauungsplan mit Stand Dezember 2014 bedarf deshalb auf Seite 4 im Pkt.2.3
„Baugrund“ wegen wesentlicher Differenzen einer Überarbeitung. Für Nachfragen stehen wir
Ihnen gern zur Verfügung.

42
Zu (1) Abwägung:
Im Rahmen der Erarbeitung eines 2. Entwurfes wurden Abstimmungen mit den betroffenen
Behörden und Ämtern sowie dem Erschließungsträger geführt. Der Bebauungsplan wurde
hinsichtlich der Entwässerungslösung wesentlich überarbeitet. Die Forderungen der
Stellungnahme wurden berücksichtigt und in den B-Plan übernommen.
Beschluss 2.4: Der Stellungnahme wird gefolgt.

7.25.

Öffentliche Auslegung des 2. Entwurfs des Bebauungsplanes
Nr. 228-3 "An der Nordstraße"

DS0390/15

BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr
Die Ausschüsse UwE und StBV empfehlen die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:

Beschluss-Nr. 679-021(VI)15
1. Der 2. Entwurf des Bebauungsplanes Nr. 228-3 „An der Nordstraße“ und die Begründung
werden in der vorliegenden Form gebilligt.
2. Der 2. Entwurf des Bebauungsplanes Nr. 228-3 „An der Nordstraße“ und die Begründung
sind gemäß § 3 Abs. 2 BauGB für die Dauer eines Monats öffentlich auszulegen.
Der räumliche Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 228-3 „An der Nordstraße“ ist im
beiliegenden Lageplan, welcher Bestandteil dieses Beschlusses ist, dargestellt.
Ort und Dauer der öffentlichen Auslegung sind mindestens eine Woche vorher ortsüblich
bekannt zu machen.
Die von der Änderung berührten Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange sind
gemäß § 4 Abs. 2 BauGB und § 4a Abs. 2 BauGB zu beteiligen

43
7.26.

Behandlung der Stellungnahmen (Zwischenabwägung) zur 1.
Änderung des Bebauungsplanes Nr. 484-1 "Welsleber Straße"

DS0340/15

BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr
Die Ausschüsse StBV und UwE empfehlen die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:

Beschluss-Nr. 680-021(VI)15

1. Die im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB, der
frühzeitigen Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gemäß § 4
Abs. 1 und 2 BauGB in den Stellungnahmen vorgebrachten Anregungen hat der Stadtrat der
Landeshauptstadt Magdeburg gemäß § 1 Abs. 7 und § 3 Abs. 2 BauGB mit folgendem
Ergebnis geprüft:
Der Berücksichtigung von Stellungnahmen entsprechend dem Abwägungsergebnis wird
zugestimmt. Die Abwägung, Anlage zur Drucksache, wird gebilligt.
2. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr beschließt vorbehaltlich der
abschließenden Entscheidung des Stadtrates über die vorgebrachten Stellungnahmen
(Abwägungskatalog).
Zur Behandlung der Stellungnahmen ergehen folgende Einzelbeschlüsse:
2.1 mündliche Stellungnahme aus Bürgerversammlung (Abwägungskatalog Nr. 1, lfd. Nr. 3)
a) Stellungnahme: Ein Bürger wohnt an der Wendeanlage in der Oberhofer Straße.
Zukünftig soll laut B-Planänderung daraus eine „Durchgangstrasse“ werden. Er sieht darin
einen Wertverlust seines Grundstückes und möchte wissen, von wem er die entstehende
Ausgleichszahlung erhalten wird. Der Bürger erhebt Einspruch gegen eine
Durchfahrtsstraße und fordert die Belassung der Oberhofer Straße als Sackgasse gem. des
rechtskräftigen Bebauungsplanes Nr. 484-1 „Welsleber Straße“. Aufgrund der privaten
Baustraße mit Anbindung an die Welsleber Straße besteht bereits jetzt ein erhebliches
Verkehrsaufkommen. Der Bürger gibt an, er hätte aufgrund der Festsetzungen im
rechtskräftigen B-Plan Nr. 484-1 „Welsleber Straße“ darauf vertraut, dass auch in Zukunft
jeglicher Durchgangsverkehr auf der Oberhofer Straße untersagt bleibt. Der Bürger erklärt
weiterhin, dass der gewidmete Bereich der Oberhofer Straße zu schmal für eine
Durchgangsstraße ist. Wenn die Oberhofer Straße die Blumenberger Straße mit der
Welsleber Straße zukünftig als öffentliche Straße verbinden sollte, wäre eine Festsetzung
als verkehrsberuhigter Bereich bzw. Unterbringung von Schikanen aus Sicht des Bürgers
denkbar, um den Verkehr zu beruhigen.
b) Abwägung:
Die geplante verkehrstechnische Verbindung zwischen der Blumenberger
Straße und der Welsleber Straße ist bereits im rechtskräftigen B-Plan über das geplante
innere Straßennetz im Geltungsbereich vorhanden. Im Zuge der Änderung wird jedoch das
Straßennetz im B-Plangebiet überplant, wodurch aus Gründen des Gemeinwohls an anderer
Stelle – durch die Oberhofer Straße - eine Verbindung geschaffen werden muss, um eine
sinnvolle Anbindung an das übergeordnete Straßennetz der LH Magdeburg zu
gewährleisten. Die Oberhofer Straße ist trotz der in der 1. Änderung geplanten Verbindung
zwischen Blumenberger Straße und Welsleber Straße dem Nebennetz unterzuordnen. Die
beabsichtigte Änderung des B- Plans Nr. 484-1 "Welsleber Straße" beinhaltet keine

44
Änderung der Festsetzungen des Grundstücks des betreffenden Bürgers. Die aufgrund des
Bebauungsplanes mögliche Wohnnutzung wird nicht geändert. Demzufolge liegen die
Voraussetzungen für eine Entschädigung für einen unmittelbaren planbedingten
Nutzungsnachteil gemäß § 39 BauGB nicht vor. Die vom Bürger vorgebrachte planbedingte
Wertminderung seines Grundstücks stellt für sich genommen alleine keinen
abwägungsbeachtlichen Belang dar (vgl. BVerwG, Beschluss vom 09.02.1995, 4 NB 17.94,
juris). Dies bedeutet jedoch nicht, dass auch die tatsächlichen Verhältnisse, die für die
Bewertung des Grundstücks von Bedeutung sind, unerheblich wären. Abwägungserheblich
kann also insbesondere das Interesse des Grundeigentümers sein, von unzumutbaren
Beeinträchtigungen seines Grundstücks verschont zu bleiben. Im Rahmen einer
Verkehrszählung wurden in der Oberhofer Straße (Höhe Hausnummer 20) 650
Fahrzeuge/Tag gezählt. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich nach Umsetzung der 1.
Änderung die Zahl der durchfahrenden Fahrzeuge erhöht, da zum Zeitpunkt der Zählung die
Oberhofer Straße bereits durch eine private Straße in Verbindung mit den vom Eigentümer
erteilten Durchfahrtsrechten mit der Welsleber Straße verbunden war. Von einer
unzumutbaren Beeinträchtigung für Anliegergrundstücke durch die nunmehr festgesetzte
öffentliche Durchgangsstraße ist nicht auszugehen. Somit bleibt auch kein Raum für
Entschädigungsansprüche der benachbarten Eigentümer, auch nicht mit Blick auf eventuelle
Wertminderungen ihrer Grundstücke. Eine das eigentumsrechtlich zumutbare Maß
überschreitende und daher einen Abwehranspruch aus Art. 14 GG auslösende
Wertminderung liegt nur dann vor, wenn die Wertminderung gerade die Folge einer
schweren und unerträglichen Beeinträchtigung der Nutzungsmöglichkeiten des betroffenen
Grundstücks ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 14.04.1978, 4 C 96/76, juris). Das Gericht führt
dazu weiter aus: " ... Sind von den Nachbarn mittelbare, d.h. erst durch eine
Situationsveränderung vermittelnde Auswirkungen hinzunehmen, weil diese nicht den Grad
des schweren und unerträglichen Eingriffs erreichen, so sind von ihnen auch die durch diese
Auswirkungen verursachten Wertminderungen ihrer Grundstücke hinzunehmen". Nach
alledem hat der betreffende Bürger den etwaigen Wertverlust durch die zukünftige
Durchgangsstraße hinzunehmen, weil von dieser Straße keine unzumutbaren Lärm- oder
andere Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Die Anwohner im Geltungsbereich eines BPlanes haben weiterhin keinen Anspruch auf Unterlassung jeglicher Neu- bzw.
Überplanungen des betroffenen Gebietes. Rechtsgültige Festsetzungen eines B-Planes sind
grundsätzlich nicht unabänderlich. Schikanen in Form von gepflasterten Erhöhungen werden
vom Tiefbauamt aus Haftungsgründen abgelehnt. Im Zuge der Straßenplanung wird geprüft,
inwieweit verkehrsberuhigte Elemente (z.B. Engstellen) vorgesehen werden. Für die
Oberhofer Straße ist eine Tempo-30-Zone vorgesehen, wodurch eine Fahrbahnbreite von
ca. 4,8 m zulässig ist. Diese Fahrbahnbreite ist im bestehenden Teilbereich der Oberhofer
Straße bereits vorhanden. Für die Erweiterung ist eine Fahrbahnbreite von 5,0 m
vorgesehen, um Straßenrandparken zu gewährleisten. Diese relativ geringen
Fahrbahnbreiten bedingen bereits eine Beruhigung des fließenden Verkehrs.
Beschluss 2.1: Der Stellungnahme wird nicht gefolgt.
2.2 Städtische Werke Magdeburg vom 08.09.14 (Abwägungskatalog Nr. 2, lfd. Nr. 5 c)
a) Stellungnahme: Unter Punkt 3.2 der Begründung zur 1. Änderung des Bebauungsplanes
wird auf eine Kontaminierung des Bodens hingewiesen. Zur Entscheidung, in Bezug auf den
Einsatz von SLA-Rohren, ist den SWM ein aktuelles Baugrundgutachten durch den
zukünftigen Erschließungsträger zu übergeben.
b) Abwägung: Die Überlassung eines aktuellen Baugrundgutachtens ist in den
Erschließungsverträgen zwischen SWM und dem zukünftigen Erschließungsträger zu
regeln.
Beschluss 2.2: Der Stellungnahme wird nicht gefolgt.

45

3. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, gemäß § 3 Abs. 2 BauGB die Bürger, Behörden und
sonstigen Träger öffentlicher Belange, die Anregungen vorgebracht haben, von diesem
Ergebnis der Abwägung unter Angabe der Gründe in Kenntnis zu setzen.

7.27.

Öffentliche Auslegung des Entwurfs der 1. Änderung des
Bebauungsplanes Nr. 484-1 "Welsleber Straße"

DS0341/15

BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr
Die Ausschüsse StBV und UwE empfehlen die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:
Beschluss-Nr. 681-021(VI)15
1. Der Entwurf zum Bebauungsplan Nr. 484-1 „Welsleber Straße“, 1. Änderung und die
Begründung werden in der vorliegenden Form gebilligt.
2. Der Entwurf zum Bebauungsplan Nr. 484-1 „Welsleber Straße“, 1. Änderung und die
Begründung sind gemäß § 3 Abs. 2 BauGB für die Dauer eines Monats öffentlich
auszulegen.
Ort und Dauer der öffentlichen Auslegung sowie Angaben dazu, welche Arten
umweltbezogener Informationen verfügbar sind, sind mindestens eine Woche vorher
ortsüblich bekannt zu machen.
Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange sind gemäß § 3 Abs. 2 Satz 3 über die
öffentliche Auslegung zu benachrichtigen.
Der räumliche Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 484-1 „Welsleber Straße“, 1.
Änderung ist im beiliegenden Lageplan, welcher Bestandteil dieses Beschlusses ist,
dargestellt.

46

7.28.

Zwischenabwägung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan
Nr. 251-4.1 "Markgrafenstraße"

DS0310/15

BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr
Die Ausschüsse StBV und UwE empfehlen die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt mehrheitlich, bei 6 Gegenstimmen:

Beschluss-Nr.682-021(VI)15

1. Die im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB,
der frühzeitigen Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange
gemäß § 4
Abs. 1 BauGB des Vorentwurfes des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 251-4.1
”Markgrafenstraße“ in den Stellungnahmen vorgebrachten Anregungen hat der Stadtrat
der Landeshauptstadt Magdeburg gemäß § 1 Abs. 7 und § 3 Abs. 2 BauGB mit folgendem
Ergebnis geprüft:
2. Der Berücksichtigung von Stellungnahmen entsprechend dem Abwägungsergebnis wird
zugestimmt. Die Abwägung, Anlage zur Drucksache, wird gebilligt.
3. Einzelbeschlüsse sind nicht zu fassen, womit die Benachrichtigung der Ergebnisse der
Abwägung unter Angabe der Gründe gemäß § 3 Abs. 2 BauGB entfällt.

47

7.29.

Änderung des Geltungsbereiches und öffentliche Auslegung des
Entwurfs zum vorhabenbezogenen B-Plan Nr. 251-4.1
"Markgrafenstraße"

DS0311/15

BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr
Die Ausschüsse StBV und UwE empfehlen die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt mehrheitlich, bei 6 Gegenstimmen:

Beschluss-Nr. 683-021(VI)15

1. Der Geltungsbereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 251-4.1
„Markgrafenstraße“ wird geändert. Das Plangebiet wird nunmehr umgrenzt:
-

im Norden: durch die südliche Fahrbahngrenze der nördlichen Markgrafenstraße,
im Osten: durch die Südostgrenze des Flurstückes 10009 der Flur 759,
im Süden: durch die nördliche Grenze des Flurstücks 105 / 6,
im Westen: durch die östliche Fahrbahnbegrenzung der Gartenstraße.

Das in seiner Begrenzung vorstehend beschriebene Gebiet ist im beiliegenden
Lageplan, welcher Bestandteil dieses Beschlusses ist, dargestellt.
2.

Der Entwurf zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 251-4.1 „Markgrafenstraße“
und die Begründung werden in der vorliegenden Form gebilligt.

3.

Der Entwurf zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 251-4.1 „Markgrafenstraße“
und die Begründung sind gemäß § 3 Abs. 2 BauGB für die Dauer eines Monats öffentlich
auszulegen.
Ort und Dauer der öffentlichen Auslegung sowie Angaben dazu, welche Arten
umweltbezogener Informationen verfügbar sind, sind mindestens eine Woche vorher
ortsüblich bekannt zu machen.
Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange sind gemäß § 3 Abs. 2 Satz 3 BauGB
über die öffentliche Auslegung zu benachrichtigen.

48
7.30.

19. Änderung des Flächennutzungsplanes der
Landeshauptstadt Magdeburg "Kümmelsberg West" Behandlung der Stellungnahmen

DS0431/15

BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr
Die Ausschüsse StBV und UwE empfehlen die Beschlussfassung.
Der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr Herr Dr. Scheidemann bringt die
Drucksache DS0431/15 anhand einer Präsentation ein. Er bezieht in seinen umfangreichen
Erläuterungen die nachfolgenden Drucksachen DS0432/15, DS0433/15 und DS0434/15 mit ein.
Herr Dr. Scheidemann informiert, dass der Ausschuss StBV dem Punkt 2.7 der Abwägung in
der Drucksache DS0433/15 nicht zugestimmt hat und der Stadtrat darüber heute gesondert
einen Beschluss fassen muss. In seinen weiteren Darlegungen geht er auf einen Artikel in der
Magdeburger Volksstimme vom 16.09.15 „Immobilien – der Speckgürtel ist wieder in Kommen“
umfassend ein. Er betont, dass u.a. mit den vorliegenden Drucksachen die Voraussetzungen für
die Abdeckung des Bedarfs an Einfamilienhausgrundstücken in der Landeshauptstadt
Magdeburg geschaffen werden, um eine Abwanderung in das Umland zu verhindern. Herr Dr.
Scheidemann geht erläuternd auf die besonderen Situation des Bauleitplanes, wie
Straßenausbau, Kinderspielplätze und Lärmschutz ein.
Stadtrat Frank Schuster, Mitglied im Ausschuss StBV begründet das Votum zum Punkt 2.7 der
Abwägung in der Drucksache DS0433/15. In seiner Eigenschaft als Mitglied der Fraktion
CDU/FDP/BfM merkt er an, dass es seiner Fraktion am Herzen liegt, den Betrieb der Firma
Landgard zu erhalten und signalisiert im Namen seiner Fraktion die Zustimmung zum Punkt 2.7
der Abwägung.
Stadtrat Canehl, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, fragt nach, mit welchen Kosten die Firma
Landgard für die geforderten Lärmschutzmaßnahmen rechnen muss. Er geht im Weiteren
kritisch auf den Abwägungskatalog zur Drucksache DS0433/15 ein, insbesondere zur Frage des
Naturschutzes. Abschließend signalisiert Stadtrat Canehl seine Stimmenenthaltung.
Der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper weist bezüglich der kritischen Anmerkungen des
Stadtrates Canehl, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, daraufhin, dass das Umweltamt dem
Verfahren zugestimmt hat. Er informiert über die getroffene Festlegung zum Umgang mit dem
dort angesiedelten seltenen Vogel „Neuntöter“.
Der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Stadtrat Rösler begrüßt im Namen seiner Fraktion
das Vorhaben, die Flächen zu bebauen und signalisiert die Zustimmung zur Drucksache
DS0431/15.
Abschließend geht der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr Herr Dr.
Scheidemann klarstellend auf die Nachfrage des Stadtrates Canehl, Fraktion Bündnis 90/Die
Grünen, zur Frage der Kosten für die Errichtung von Lärmschutzmaßnahmen ein.

Nach umfangreicher Diskussion beschließt der Stadtrat einstimmig:
Beschluss-Nr. 684-021(VI)15

1. Die im Rahmen der Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange
gemäß § 4 (2) BauGB, der nach § 60 BNatSchG anerkannten Vereine, der städtischen
Gesellschaften und während der öffentlichen Auslegung des Entwurfes zur 19. Änderung des
Flächennutzungsplanes der Landeshauptstadt Magdeburg in den Stellungnahmen

49
vorgebrachten Anregungen hat der Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg gemäß § 1 (7)
und § 3 (2) BauGB mit folgendem Ergebnis geprüft:
Der Berücksichtigung von Stellungnahmen entsprechend dem Abwägungsergebnis wird
zugestimmt. Die Abwägung, Anlage zur Drucksache, wird gebilligt.
2. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr beschließt vorbehaltlich der
abschließenden Entscheidung des Stadtrates über die vorgebrachten Stellungnahmen
(Abwägungskatalog).
2.1 Umweltamt, untere Naturschutzbehörde, Schreiben vom 01.09.2015
(während Behördenbeteiligung gemäß § 4 (2), 24.07. – 24.08.2015):
(Anlage 1.2, lfd. Nr. 19)
Stellungnahme
Es wird angeregt, den Entwurf wie folgt zu überarbeiten:
1. Das Änderungsgebiet sollte so erweitert werden, dass die umlaufenden Grünzüge
vollständig darin enthalten sind.
2. Die Grünzüge sollten in ihrer ursprünglichen Flächenausdehnung beibehalten bzw. bei
einer räumlichen Verlagerung in ihrer ursprünglichen Größe neu festgesetzt werden.
3. Es sollte ein eigenständiger Umweltbericht erarbeitet werden.
Zu 1: Der das Baugebiet umgebende Grünzug, wie er im Flächennutzungsplan (FNP)
dargestellt ist, hat eine Breite von ca. 30 m und verschmälert sich im Südabschnitt auf ca.
25 m. Er weist demnach die sechsfache bzw. fünffache Breite der im
Bebauungsplanentwurf festgesetzten und in den FNP übernommenen Pflanzfläche auf. Der
südliche in Ost-West-Richtung verlaufende Grünzug aus dem Flächennutzungsplan fehlt
komplett. Der Bebauungsplan kann angesichts dieser massiven Diskrepanz nicht als aus
dem Flächennutzungsplan entwickelt gelten. Er negiert das Freiflächenkonzept für den
Stadtteil und berührt so die Grundzüge der Flächennutzungsplanung mindestens
stadtteilbezogen hinsichtlich der Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege.
Eine bloße parallele Anpassung des Flächennutzungsplans kommt daher nicht in Frage.
Auch wenn ein spezielles Freiflächenkonzept für den Stadtteil nicht existiert, sind die breiten
Grünzonen des FNP am Süd- und Westrand des Plangebietes erkennbar als Rückgrat des
Freiflächenkonzepts für den Stadtteil und somit zukünftig prägende Bestandteile des Ortsbzw. Landschaftsbildes vorgesehen. Der Zuschnitt des Plangebiets erschwert die
Realisierung der unmittelbar angrenzenden Grünflächen, insbesondere der südlichen ganz
erheblich, wenn sie nicht sogar komplett verhindert wird. Auch für den FNP gilt der
Grundsatz, dass er die ihm zuzurechnenden Konflikte planerisch bewältigen muss und sie
nicht nachfolgenden Verwaltungsverfahren überlassen darf.
Vorliegend wird ein Teil der Konflikte durch einen nicht sachgerechten Plangebietszuschnitt
quasi „künstlich" aus dem Plangebiet herausgehalten.
Zu 2: Durch die ungelösten Probleme mit den unmittelbar an das Änderungsgebiet
angrenzenden Flächen wird das Grünflächenkonzept für den Stadtteil insgesamt in Frage
gestellt. Die im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) dargestellten Grünflächen
sind erheblich größer und entsprechen in ihrer Ausdehnung den Darstellungen im zurzeit
gültigen FNP. Die im ISEK genannten achsialen Grünzüge fehlen. Der Verweis auf die
Überarbeitung der Beipläne zum FNP löst das Problem nicht. Zum einen handelt es sich
dabei nur um in formelle Pläne ohne rechtliche Bindungswirkung, zum anderen müsste eine

50
Änderung über die bloß nachvollziehende „Umwidmung" der Änderungsfläche von
Grünfläche in Baufläche hinausgehen, um die Fragen der Biotopvernetzung, der
Verschlechterung des lokalen Klimas und der verminderten Erholungsfunktion zu lösen. Es
ist keineswegs sicher, dass die in den Beiplänen erarbeiteten Vorschläge sich auch im
neuen FNP wiederfinden. Es kann also zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit hinreichender
Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die Konflikte, die die 19. FNP-Änderung
erzeugt, auch gelöst werden. Dies gilt in verschärftem Maße auch für den Bebauungsplan,
der sowohl die Vernetzung mit der Umgebung betreffend als auch in seiner inneren Struktur
massive Defizite aufweist. Der Umgang mit dem Schutzgut „Arten und
Lebensgemeinschaften" ist trotz Vorliegens eines avifaunistischen Fachbeitrags
mangelhaft.
Zu 3: In der Begründung zur FNP-Änderung fehlt im Kapitel 3.1 der Hinweis, dass nicht nur
gemischte Baufläche in Wohnbaufläche umgewandelt, sondern auch Grünfläche in
erheblichem Maße zu Wohnbauland werden soll. Die Planungshierarchie wird in diesem
Kapitel praktisch auf den Kopfgestellt indem die zu erwartenden Festsetzungen des
Bebauungsplans, der inhaltlich der FNP-Änderung schon erheblich vorausgeeilt ist, ohne
weitere Prüfung und eigenständige Planungsleistung in die FNP-Änderung übernommen
werden. Ebenso fehlt im Kapitel 3.7.2 die Information, dass die „Verlagerung" des in NordSüd-Richtung verlaufenden „Grünstreifens", bei dem es sich im gültigen FNP um eine ca.
30 m breite Grünfläche handelt, mit ganz erheblichen Flächenverlusten verbunden sein
wird. Es dürfte ebenso klar sein, dass Grünzonen dieser Größenordnung keine
„Pflanzgebotsstreifen als private Grünfläche" sein können. Für die neue Fläche ist die
Bezeichnung „Grünstreifen" allerdings angemessen, da sie lediglich noch 5 m breit sein soll.
Damit hat sie allenfalls noch kosmetische Wirkung. Der Umweltbericht aus dem
Bebauungsplan leistet zu Fragen des stadtteilbezogenen Grünkonzepts, der
Biotopvernetzung und des Umgangs mit artenschutzfachlichen Problemen (Brut- und
Nahrungshabitat für vom Vorhaben verdrängte Vogelarten) nichts und kann schon
deswegen nicht für die FNP-Änderung herangezogen werden. Die hier praktizierte bloß
nachvollziehende und simplifizierende Vorgehensweise wird der durch die Planung
aufgeworfenen Fragestellung nicht gerecht. Insbesondere fehlt eine Betrachtung zur
ökologischen Funktionserfüllung der Fortpflanzungsstätte des streng geschützten
Neuntöters im räumlichen Zusammenhang. Schließlich gilt es noch, das erhebliche
Ausgleichsdefizit zu thematisieren, das durch die einseitige Planung erzeugt wird. Der im
Bebauungsplan in Anrechnung gebrachte rechnerische Ausgleich über das Ökopoolprojekt
im Umflutkanal bei Pechau kann nicht alle Beeinträchtigungen ausgleichen. Dies gilt
insbesondere für das Schutzgut Arten und Lebensgemeinschaften. Die das Ökopoolprojekt
prägende Umwandlung von Acker in Grünland trägt zur Verbesserung der
Bestandssituation der beeinträchtigten Vogelarten aufgrund ihrer völlig anderen
Lebensansprüche nichts bei. Ebenso kann das Landschaftsbild am Eingriffsort aufgrund der
räumlichen Entfernung nicht von der Maßnahme profitieren. Die Anforderungen gemäß § 1a
(3) BauGB der Vereinbarkeit der an anderer Stelle als am Ort des Eingriffs er folgenden
Festsetzungen bzw. vertraglichen Regelungen mit den Zielen des Naturschutzes und der
Landschaftspflege sind nicht erfüllt. Durch die simple Übernahme der Planinhalte des
Bebauungsplans in die FNP-Änderung und den nicht sachgerechten Zuschnitt des
Änderungsgebietes übertragen sich diese Mängel auch auf die FNP-Änderung. Der
einfachste Weg, diese Anforderungen zu erfüllen wäre eine entsprechende Modifizierung
der Planung.
Abwägung
Die Stellungnahme ist verfristet eingegangen. Sie wird dennoch bei der Behandlung der
Stellungnahmen berücksichtigt.

51
Die 19. Änderung des Flächennutzungsplanes erfolgt im Parallelverfahren zum
Bebauungsplan Nr. 368-1A „Kümmelsberg Westseite“. Aus verfahrenstechnischen Gründen
ist das Änderungsgebiet deckungsgleich mit dem Geltungsbereich des Bebauungsplanes.
Die in der 19. Änderung umlaufenden Grünzüge wurden präzisiert bzw. um einen weiteren
in Ost-West - Richtung verlaufenden Grünzug ergänzt. Der südliche in Ost-West-Richtung
verlaufende Grünzug ist nicht Bestandteil der 19. Änderung. Er befindet sich außerhalb des
Plangebietes. Die im Bebauungsplan am Südrand festgesetzte Grünfläche wird auf Grund
ihrer Größe nicht in die Flächennutzungsplanung mit einbezogen.
Der Verweis auf die informellen Planwerke wird beibehalten, auch wenn die daraus zu
ziehenden raumstrukturellen Konsequenzen nicht vollständig im Plangebiet der 19.
Flächennutzungsplanänderung abgehandelt werden können. Vielmehr werden Alternativen
aufgezeigt, wie die i.d.R. stadtteilbezogenen Belange der Freiraum- und
Landschaftsplanung trotz der räumlich begrenzten, parallel zur
Flächennutzungsplanänderung entwickelten Bebauungsplaninhalte mit der darin
enthaltenen Ausgleichskonzeption in der städtebaulichen Planung weiter verfolgt werden
können.
Im Flächennutzungsplan werden die beabsichtigten Bodennutzungen in den Grundzügen
dargestellt. Die Darstellungen des Flächennutzungsplanes erfolgen nicht parzellenscharf,
sondern generalisiert. Demnach handelt es sich bei den Darstellungen der 19. Änderung
um eine qualitative Darstellung von linearen Grünverbindungen und nicht um eine
quantitative Aussage zu deren Größe. Mit der 19. Änderung wird der im westlichen
Plangebiet darstellte Grünzug zugunsten von Wohnbaufläche an den Plangebietsrand
verlagert und gegenüber der Darstellungen im derzeit wirksamen Flächennutzungsplan
etwas schmaler dargestellt. Der Grünzug dient als Abschluss der Siedlungskante im
Übergangsbereich zum offenen Landschaftsraum.
Im nördlichen Plangebiet erfolgt gegenüber der Darstellungen im derzeit wirksamen
Flächen-nutzungsplan die Darstellung eines zusätzlichen Grünzuges, einerseits als Puffer
zwischen Wohnen und Gewerbe und zum anderen mit dem Ziel, eine zusätzliche
Grünverbindung zur vorhandenen Kleingartenanlage „Kümmelsberg/ Am Emdener Weg“
außerhalb des Plangebietes herzustellen. Trotz Ausweisung dieser zusätzlichen Grünfläche
weist der wirksame Flächennutzungsplan im Plangebiet etwas größere Grünflächen auf als
im Änderungsentwurf. Es handelt sich dabei um ca. 1 % Differenz. Im Integrierten
Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ist zu erkennen, dass ein axialer Grünzug das Plangebiet
von Nord nach Süd durchschneidet. Bei der informellen Planung erfolgt jedoch keine
genaue Verortung. Der axiale Grünzug wurde mit der 19. Änderung aufgenommen bzw. das
stadtteilbezogene Grünkonzept die Grünvernetzung wurde in die Planung integriert und
weiter konkretisiert.
Insgesamt wird somit gewährleistet, dass der Bebauungsplan aus der 19. Änderung des
Flächennutzungsplanes entwickelt wird.
Gemäß § 2 (4) Satz 5 BauGB ist die Umweltprüfung im Rahmen der 19. Änderung auf
zusätzliche oder andere erhebliche Umweltauswirkungen zu beschränken, wenn eine
Umweltprüfung für das Plangebiet u. a. in einem Bebauungsplanverfahren durchgeführt
wird. Im Rahmen der 19. Änderung des F-Planes werden keine zusätzlichen oder andere
erhebliche Umweltauswirkungen durch den Bebauungsplan über das Plangebiet hinaus
erwartet. Daher wird auf die Umweltprüfung, die im Zusammenhang mit dem parallel
anhängigen Bebauungsplan erfolgt, verwiesen.
Die Fragen zur ökologischen Funktionserfüllung der Fortpflanzungsgewohnheiten des
Neuntöters sowie die Problematik des Brut- und Nahrungshabitates für vom Vorhaben
verdrängte Vogelarten sind im Rahmen des parallel anhängenden
Bebauungsplanverfahrens zu klären.

52
Da, wie bereits erwähnt, die 19. Änderung parallel zum Bebauungsplanverfahren
durchgeführt wird, orientiert sich das darin enthaltene Städtebaukonzept an den Inhalten
des Bebauungsplanes. Der Bebauungsplan beinhaltet eine mit der unteren
Naturschutzbehörde/Umweltamt abgestimmte Ausgleichsflächenkonzeption, die nicht
eingriffsnah angelegt ist, sondern auf die ökologische Aufwertung von
Landwirtschaftsflächen im Ehle-Umflutkanal zielt.

Beschluss Nr. 2.1 Der Stellungnahme wird nicht gefolgt.

7.31.

19. Änderung des Flächennutzungsplanes der
Landeshauptstadt Magdeburg "Kümmelsberg West",
Feststellungsbeschluss

DS0432/15

BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr
Die Ausschüsse StBV und UwE empfehlen die Beschlussfassung.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:

Beschluss-Nr. 685-021(VI)15

1.

Der Stadtrat beschließt die 19. Änderung des Flächennutzungsplanes und billigt die
zugehörige Begründung sowie die zusammenfassende Erklärung gemäß § 6 (5) Satz 3
BauGB.

2.

Der Oberbürgermeister wird gemäß § 6 (1) BauGB beauftragt, für die 19. Änderung des
Flächennutzungsplanes die Genehmigung beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt
zu beantragen. Die Erteilung der Genehmigung ist ortsüblich bekannt zu machen. Mit der
ortsüblichen Bekanntmachung wird die 19. Änderung zum Flächennutzungsplan der
Landeshauptstadt Magdeburg wirksam.

53

7.32.

Behandlung der Stellungnahmen zum B-Plan Nr. 368-1A
"Kümmelsberg Westseite", Teilbereich A

DS0433/15

BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr
Der Ausschuss StBV empfiehlt die Beschlussfassung.
Der Ausschuss UwE empfiehlt die Beschlussfassung nicht.
Es erfolgt die Abstimmung zum Punkt 2.7 der Abwägung.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:

Beschluss-Nr. 707-021(VI)15

Beschluss 2.7: Der Stellungnahme wird nicht gefolgt.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:
Beschluss-Nr. 686-021(VI)15

1. Die im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB,
der frühzeitigen Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gemäß
§4
Abs. 1 und 2 BauGB und während der öffentlichen Auslegung des Entwurfs des
Bebauungsplanes Nr. 368-1A ”Kümmelsberg Westseite”, Teilbereich A in den
Stellungnahmen vorgebrachten Anregungen hat der Stadtrat der Landeshauptstadt
Magdeburg gemäß § 1 Abs. 7 und § 3 Abs. 2 BauGB mit folgendem Ergebnis geprüft:
Der Berücksichtigung von Stellungnahmen entsprechend dem Abwägungsergebnis wird
zugestimmt. Die Abwägung, Anlage zur Drucksache, wird gebilligt.
2. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr beschließt vorbehaltlich der
abschließenden Entscheidung des Stadtrates über die vorgebrachten Stellungnahmen
(Abwägungskatalog).
Zur Behandlung der Stellungnahmen ergehen folgende Einzelbeschlüsse:
2.1 Bürger 1(Bürgerversammlung) Abwägungskatalog Nr. 1.3 lfd. Nr. 2:
a) Stellungnahme: Es werden Bedenken geäußert hinsichtlich der Verkehrslösung mit einer
Erschließung über die Bestandstraßen Gersdorfer Straße und Irxleber Straße. Es werden
die Zunahme der Lärm- und Abgasbelastung, die Verschlechterung der Parksituation und
Stau an der Einmündung Zerrenner Straße befürchtet.
b) Abwägung: Zwar wird die Planrealisierung eine Zunahme der Verkehrsbelegung mit sich
bringen, diese ist aber nicht als wesentlich bzw. unzumutbar einzuschätzen. So wurde unter
Berücksichtigung der Betroffenheit der Grundstücksbesitzer entlang dieser Straßen nur die
südliche Teilfläche des geplanten Wohngebietes über diese Straßen erschlossen. Es wurde
eine schalltechnische Berechnung durchgeführt, alle Richtwerte werden eingehalten. Mit
dem im Zuge der Planrealisierung erforderlichen Straßenausbau wird der Oberflächenbelag
erneuert, was zu einer Lärmreduzierung führen wird. Das Parkplatzproblem besteht
vorrangig dadurch, dass nicht alle aktuell genutzten Grundstücke über eigene Stellplätze auf

54
den jeweiligen Grundstücken verfügen. Der vorhandene Straßenquerschnitt ist ausreichend
für einen den Anforderungen entsprechenden zukünftigen Straßenausbau.
Verkehrsorganisatorische Maßnahmen sind nicht Gegenstand des
Bebauungsplanverfahrens
Beschluss 2.1: Der Stellungnahme wird nicht gefolgt.
2.2 Bürger 2 (Bürgerversammlung) Abwägungskatalog Nr. 1.3 lfd. Nr. 2:
a) Stellungnahme: Es werden Bedenken zur Niederschlagswasserbeseitigung bzw. –
versickerung geäußert. Es wird befürchtet, dass es durch die geplante Versickerung zu
Staunässe und Veränderungen des Grundwassers kommt mit nachteiligen Auswirkungen
auf die vorhandenen Grundstücke bzw. Gebäude.
b) Abwägung: Es wurden Baugrund- und Entwässerungsgutachten erstellt und mit der
unteren Wasserbehörde und dem Versorgungsunternehmen abgestimmt. Die Größe bzw.
das Volumen der Rückhalteanlagen ist so dimensioniert, dass auch seltene Ereignisse
berücksichtigt werden. Zum B-Plan wurde ein Gutachten erstellt, in dem ausgesagt wird,
dass ein Anstieg des Grundwasserpegels nicht zu erwarten ist.
Beschluss 2.2:

Der Stellungnahme wird gefolgt.

2.3 Grundstücksbesitzer an der Zerrenner Straße (17.01.2014) Abwägungskatalog Nr. 1.3:
a) Stellungnahme: Es werden Bedenken geäußert zur Vergrößerung des Planungsgebietes
gemäß Stadtratsbeschluss vom 05.12.2013. Mit der Erweiterung des Geltungsbereichs wird
das private Grundstück so zerschnitten, dass nicht baulich nutzbare Restflächen verbleiben.
b) Abwägung: Die vorhandene Grundstücksstruktur mit sehr langen, schmalen, nicht parallel
zum Kümmelsberg verlaufenden Grundstücken stellt eine schwierige Situation dar. U.a. aus
dieser Problematik heraus gestaltete sich die bisherige B-Plan-Aufstellung langwierig. Um
die Planrealisierung zu ermöglichen und eine gerechte Verteilung der Vor- und Nachteile der
Bebauungsplanfestsetzungen auf alle betroffenen Grundstücke zu ermöglichen, wurde mit
Beschluss des Stadtrates vom 03.09.2015 eine Bodenordnung eingeleitet. Ein
Umlegungsverfahren wird durchgeführt werden unter Beteiligung aller betroffenen
Grundstücksbesitzer und hat zum Ziel, baulich nutzbare neue Grundstücksverhältnisse
herzustellen.
Beschluss 2.3: Der Stellungnahme wird gefolgt.
2.4 Landgard GmbH (19.08.2015) Abwägungskatalog Nr. 1.4 lfd. Nr. 1:
a) Stellungnahme: Bekanntlich betreiben wir auf dem Grundstück Kümmelsberg 50,
Magdeburg, einen Cash & Carry Markt für Blumen, Pflanzen und affine Produkte. Darüber
hinaus ist auf diesem Grundstück als Mieterin die Firma FleuraMetz Cash & Carry ansässig.
Im Interesse der ungestörten Fortführung der betrieblichen Aktivitäten auf dem Grundstück
Kümmelsberg 50 müssen wir gegen den Entwurf des offengelegten Bebauungsplanentwurfs
Nr. 368-1A erhebliche Bedenken anmelden.
Nach dem Entwurf soll in unmittelbarer Nähe unseres Betriebsgrundstücks ein Allgemeines
Wohngebiet realisiert werden. Hierdurch entsteht zwangsläufig eine Konfliktsituation, weil
die künftigen Bewohner des Allgemeinen Wohngebiets einer gesteigerten Lärmbelastung
durch Straßen- und Gewerbelärm ausgesetzt sein werden. Es ist Aufgabe der
Bauleitplanung, diese Konfliktsituation im Rahmen der Bauleitplanung zu lösen, was aus
unserer Sicht mit dem vorliegenden Bebauungsplanentwurf nicht hinreichend geschehen ist.
So lässt sich der Schallimmissionsprognose der öko-control GmbH nicht entnehmen, dass
die tatsächlichen Lärmquellen auf unserem Grundstück konkret ermittelt worden sind. Der

55
Verfasser der Prognose geht im Übrigen davon aus, dass nördlich des Plangebietes nur
unser Betrieb und die Firma REWE ansässig sind, während keine Berücksichtigung der
Umstand gefunden hat, dass die Anlieferung des Betriebes der Firma FleuraMetz nur in
einer Entfernung von ca. 20 m vom Plangebiet erfolgt.
Was unseren Geschäftsbetrieb angeht, so rechnen wir damit, dass während der Saison
(März bis Mai) täglich ca. 12 Lkw Anlieferungen vornehmen und etwa 200 Kundenfahrzeuge
(Pkw und Transporter) unser Betriebsgrundstück anfahren.
Wir sind der Auffassung, dass die vorgesehenen Maßnahmen zur Minderung der
Lärmbelästigung nicht ausreichen. Passive Lärmschutzmaßnahmen sind nicht geeignet, die
ebenfalls schutzwürdigen Grundstücksbereiche (Gärten) zu schützen. Aus unserer Sicht ist
die Errichtung einer Lärmschutzwand unerlässlich.
Abschließend bitten wir, uns über das Ergebnis der Beratungen in den zuständigen Gremien
zu informieren.
b) Abwägung: Die Firma Landgard GmbH ist ein Cash&Carry Markt für Blumen, Pflanzen
und affine Produkte mit ca. 25 Mitarbeitern.
Das Schallschutzgutachten basiert auf dem genehmigten Betriebszustand der Firma
Landgard GmbH. Ein Nachtbetrieb ist darin nicht genehmigt, daher gibt es keine Konflikte im
Hinblick auf den genehmigten Betriebszustand.
Die erforderliche nächtliche Anlieferung will die Firma Landgard GmbH genehmigen lassen.
Eine Anlieferung vor 06:00 Uhr (Nachtzeit) ist erforderlich, da die ersten Kunden vor 06:00
Uhr Pflanzen einkaufen.
Gutachterlich wurde untersucht, inwiefern das geplante Wohngebiet einer Genehmigung des
bestehenden Betriebszustandes entgegensteht. Eine Überschreitung der Nachtwerte nach
TA Lärm um 4 DB (A) ist auch bei Verlagerung des Standortes der emitierenden LKW’s
vorhanden, sodass mit der im B-Plan vorgesehenen Wohnbebauung der bestehende
Betriebszustand nicht ohne Lärmschutzmaßnahmen auf dem Gelände der Firma Landgard
GmbH aufrechterhalten werden kann.
Im Bauantragsverfahren bleibt zu untersuchen, inwieweit die Einhaltung der nächtlichen
Schallschutzwerte durch Lärmschutzmaßnamen (Lärmschutzwand) durch den
Gewerbebetrieb gewährleistet werden kann.
Insofern bezieht sich diese Abwägung allein auf den bauordnungsrechtlich genehmigten
Betriebszustand ohne Anlieferung vor 06:00 Uhr.
Beschluss 2.4: Der Stellungnahme wird nicht gefolgt.

2.5 Landesverwaltungsamt, obere Immissionsschutzbehörde (19.08.15) Abwägungskatalog
Nr. 2.3.3. lfd. Nr. 2:
a) Stellungnahme: Der o. g. Bebauungsplan sieht die Neuplanung eines ca. 10,5 ha
umfassenden WA- Gebietes im Norden des Stadtteils Diesdorf westlich der Straße
Kümmelsberg vor.
Das Plangebiet rückt von Süden her direkt an gewerblich genutzte Flächen heran. Bei den
hier ansässigen Betrieben (Blumengroßmarkt, Lebensmittelmarkt) handelt es sich um
immissionsschutzrechtlich nicht genehmigungsbedürftige Anlagen i.S. der §§ 22 ff. BundesImmissionsschutzgesetz (BlmSchG). Zuständig für die Belange des Immissionsschutzes ist
bei diesen Anlagen die unteren Immissionsschutzbehörde (Landeshauptstadt Magdeburg).
Ich verweise auf deren Stellungnahme.
Aus immissionsschutzfachlicher Sicht erscheint die beabsichtigte direkte Heranplanung des
Wohngebietes an die gewerblich genutzte Fläche durchaus problematisch. Laut der
aktualisierten Schallimmissionsprognose zum Bebauungsplan 368-1A (öko control
Schönebeck, 19.02.2015) können die Orientierungswerte während der Tag-Zeit von 06.00
bis 22.00 Uhr zwar eingehalten werden. In der Nacht sind Überschreitungen entlang der
nördlichen Bebauungsgrenze sehr wahrscheinlich, wobei diese in einer Größenordnung von

56
bis zu 6 dB liegen können. Zur Wahrung gesunder Wohnverhältnisse werden passive
Schallschutzmaßnahmen empfohlen.
Grundsätzlich sollten bei der Neuplanung von Baugebieten im Sinne der planerischen
Vorsorge zunächst aktive Schutzmaßnahmen geprüft werden. In diesem Sinne wird
empfohlen einen an gemessenen Schutzabstand zwischen Wohnen und Gewerbe
vorzusehen. Des Weiteren sollte der im Nordosten des Plangebiet begrenzende
Lärmschutzwall nach Westen hin bis zur Halle des Blumengroßmarktes verlängert werden.
Um die Wirksamkeit des Walles zu erhöhen, wird eine Reduzierung der Vollgeschosse auf I
auf den direkt angrenzenden Baufeldern empfohlen.
Wie bereits in der Stellungnahme der oberen Immissionsschutzbehörde zum Vorentwurf
(11/2014) dargestellt, wird auf deutlich erhöhte Verkehrslärmbelastungen im Bereich der
Irxlebener Straße hingewiesen. In der Schallimmissionsprognose vom 19.02.2015 werden
als Beurteilungskriterium unverständlicher Weise der (höheren) Immissionsgrenzwerte der
für den Verkehrswegeneubau geltenden 16. BlmSchV (Verkehrslärmschutzverordnung)
zugrunde gelegt, anstelle der für die gemeindliche Bauleitplanung heranzuziehenden
schalltechnischen Orientierungswerte nach dem Beiblatt 1 zur DIN 18005 in Höhe von 55/45
dB(A) Tag/ Nacht für allgemeine Wohngebiete bzw. 60/50 dB(A) Tag/ Nacht für
Mischgebiete. Sollte die Bebauung entlang der Irxlebener Straße einem Mischgebiet
entsprechen, so wäre das Beurteilungskriterium nach Durchführung der Planung gerade so
eingehalten. Sollte die tatsächliche bauliche Nutzung entlang der Irxleber Straße indes eher
in Richtung Wohngebiet tendieren (worauf nicht zuletzt die derzeitige Verkehrsbelegung
hinweist), wäre das Beurteilungskriterium (55/45 dB(A) Tag/ Nacht) sehr deutlich
überschritten, was auf erhebliche Verkehrslärmbelästigungen nach Realisierung der
Planung hinweisen würde.
Auf Seite 8 des schalltechnischen Gutachtens wird die DIN 18005 zitiert:
„Bei Beurteilungspegeln über 45 dB ist selbst bei nur teilweise geöffnetem Fenster
ungestörter Schlaf häufig nicht mehr möglich. (...)"
Im Ergebnis der Prognose (Tab. 4) wird am maßgeblichen Immissionsort Irxleber Straße 7
eine Erhöhung des Beurteilungspegels nachts von (gerundet) 45 dB(A) auf 50 dB(A)
prognostiziert. Die Schlussfolgerung kann daher nur lauten: Die Irxleber Straße ist auf Grund
ihrer derzeitigen Fahrbahnoberfläche aus schalltechnischer Sicht für die straßenseitige
Erschließung des Plangebietes ungeeignet.
b) Abwägung: Die Firma Landgard GmbH ist ein Cash&Carry Markt für Blumen, Pflanzen
und affine Produkte mit ca. 25 Mitarbeitern.
Das Schallschutzgutachten basiert auf dem genehmigten Betriebszustand der Firma
Landgard GmbH. Ein Nachtbetrieb ist darin nicht genehmigt, daher gibt es keine Konflikte im
Hinblick auf den genehmigten Betriebszustand.
Die erforderliche nächtliche Anlieferung will die Firma Landgard GmbH genehmigen lassen.
Eine Anlieferung vor 06:00 Uhr (Nachtzeit) ist erforderlich, da die ersten Kunden vor 06:00
Uhr Pflanzen einkaufen.
Gutachterlich wurde untersucht, inwiefern das geplante Wohngebiet einer Genehmigung des
bestehenden Betriebszustandes entgegensteht. Eine Überschreitung der Nachtwerte nach
TA Lärm um 4 DB (A) ist auch bei Verlagerung des Standortes der emitierenden LKW’s ist
vorhanden, sodass mit der im B-Plan vorgesehenen Wohnbebauung der bestehende
Betriebszustand nicht ohne Lärmschutzmaßnahmen auf dem Gelände der Firma Landgard
GmbH.
Im Bauantragsverfahren bleibt zu untersuchen, inwieweit die Einhaltung der nächtlichen
Schallschutzwerte durch Lärmschutzmaßnamen (Lärmschutzwand) durch den
Gewerbebetrieb gewährleistet werden kann.
Insofern bezieht sich diese Abwägung allein auf den bauordnungsrechtlich genehmigten
Betriebszustand ohne Anlieferung vor 06:00 Uhr.
Passive Schallschutzmaßnahmen hinsichtlich des Verkehrslärms sind im Bebauungsplan
festgesetzt.

57

Die Irxleber und die Gersdorfer Straße müssen bei der Realisierung des Wohngebietes in
unterschiedlichem Maß ausgebaut werden. Beide Straßen erhalten einen neuen Belag,
welcher lärmmindernd wirkt. (Zwischenabwägung DS0052/15)
Der anteilige Ausbau der Irxleber und Gersdorfer Straße wird im städtebaulichen Vertrag
geregelt.
Beschluss 2.5: Der Stellungnahme wird teilweise gefolgt.
2.6 Untere Naturschutzbehörde (02.09.15) Abwägungskatalog Nr. 2.3.3. lfd. Nr. 7:
a) Stellungnahme: Es wird angeregt, den Bebauungsplanentwurf einschließlich der
Begründung und des Umweltberichts grundlegend zu überarbeiten.
Im Einzelnen wird folgendes angeregt:
1. Das Plangebiet sollte durch Grünzonen in seiner Struktur gegliedert werden. Diese sollten
sich an zu erhaltenden Bäumen bzw. Gehölzbeständen orientieren.
2. Die umlaufende Pflanzgebotsfläche sollte entsprechend der Darstellung des
Flächennutzungsplans erheblich verbreitert werden.
3. Am Südrand des Plangebiets sollte ebenfalls eine Pflanzgebotsfläche entsprechend der
Darstellung des Flächennutzungsplans festgesetzt werden.
4. Der Bebauungsplan und der Umweltbericht sollten konkrete Aussagen zur Vermeidung
bzw. zur Kompensation der Verluste an Brutvögeln enthalten.
5. Es sollten Flächen für Kompensationsmaßnahmen im Plangebiet festgesetzt werden, die
zumindest teilweise die verlorengegangenen Werte und Funktionen für den Naturhaushalt
und das Landschaftsbild am Eingriffsort wiederherstellen.
Begründung:
Die Anregungen sind wortgleich mit den Anregungen aus der vorangegangenen Beteiligung
der unteren Naturschutzbehörde gemäß § 4 (1) BauGB. Die dazu vorgenommene
Abwägung hat sich mit den Argumenten der unteren Naturschutzbehörde inhaltlich nicht
auseinandergesetzt.
Zu 1: Die vorgelegte Planung ist erkennbar einzig darauf abgestellt, möglichst viel Bauland
zu schaffen. Andere Anforderungen an das Plangebiet einschließlich der Vorgaben aus dem
Flächennutzungsplan, dem Landschaftsrahmenplan oder dem Integrierten
Stadtentwicklungskonzept haben bei der Planung erkennbar keine Rolle gespielt. Dies gilt
gleichermaßen für die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Die jetzt im
Verfahren befindliche bloß nachvollziehende parallele Änderung des Flächennutzungsplans
reicht angesichts der erheblichen Diskrepanz zwischen dem gültigen FNP und der Planung
nicht aus. Entgegen der Behauptung in der Abwägung wurden die Zielvorgaben des
Landschaftsrahmenplanes nicht beachtet. Er fordert unter der Überschrift „Durchgrünung
von Siedlungsgebieten" die Auflockerung von Wohnbebauung durch Grünflächen und
Gärten. Davon kann bei der vorgelegten Planung keine Rede sein. Die Anforderungen an
die Bauleitplanung im Sinne von § 1 (5) und (6) BauGB werden durch diese Planung nicht
erfüllt.
Es gibt im Plangebiet einen erheblichen Bestand an erhaltenswerten Großbäumen sowie
weiteren Gehölzbeständen, die für den Naturhaushalt und das Landschaftsbild von
Bedeutung sind. Erhaltungsfestsetzungen fehlen ebenso wie eine fundierte inhaltliche
Auseinandersetzung mit dem Thema in der Begründung oder im Umweltbericht. Die
Großbäume im Gebiet wirken durch ihre Größe und markante Gestalt weit über das
Plangebiet hinaus. Die innere Verkehrserschließung beschränkt sich auf das absolut
notwendigste Maß, um die Erreichbarkeit der Grundstücke zu gewährleisten.
Straßenbegleitgrün allgemein, Straßenbäume oder andere gliedernde Elemente fehlen auf
der gesamten Fläche von über 10 ha vollständig. Da nicht zu erwarten ist, dass in einer
Einfamilienhaussiedlung wie der hier geplanten auf den Privatgrundstücken in

58
nennenswerter Anzahl Großbäume angepflanzt werden, wird also eine dauerhafte
Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch die Planung zurückbleiben.
Zu 2 und 3: Der das Baugebiet umgebende Grünzug, wie er im Flächennutzungsplan
dargestellt ist, hat eine Breite von ca. 30 m und verschmälert sich im Südabschnitt auf ca. 25
m. Er weist demnach die sechsfache bzw. fünffache Breite der im Bebauungsplanentwurf
festgesetzten Pflanzfläche auf. Der südliche in Ost-West-Richtung verlaufende Grünzug aus
dem Flächennutzungsplan fehlt komplett. Der Bebauungsplan kann angesichts dieser
massiven Diskrepanz nicht als aus dem Flächennutzungsplan entwickelt gelten. Er negiert
das Freiflächenkonzept für den Stadtteil und berührt so die Grundzüge der
Flächennutzungsplanung bezogen auf die Belange des Naturschutzes und der
Landschaftspflege. Eine bloße parallele Anpassung des Flächennutzungsplans kommt
daher nicht in Frage. Auch wenn ein spezielles Freiflächenkonzept für den Stadtteil nicht
existiert, sind die breiten Grünzonen des FNP am Süd- und Westrand des Plangebietes
erkennbar als Rückgrat des Freiflächenkonzepts für den Stadtteil und somit zukünftig
prägende Bestandteile des Orts- bzw. Landschaftsbildes vorgesehen. Es dürfte ebenso klar
sein, dass Grünzonen dieser Größenordnung keine „Pflanzgebotsstreifen als private
Grünfläche" sein können.
Zu 4: Die Aussagen zur Avifauna bezüglich der Auswirkungen der Bauvorhaben werden
nicht geteilt. Insbesondere derzeit noch häufige Vogelarten sind von erheblichen
Bestandsrückgängen betroffen. Dies gilt sowohl bezüglich der Individuenzahl als auch des
Verbreitungsgebiets. Von den im Plangebiet nachgewiesenen Arten sind dies Fitis, Zilpzalp
und Hausrotschwanz, die bundesweit Rückgangstendenzen aufweisen. Die in der Tabelle 7
prognostizierten Wirkungen und Vermeidungsstrategien (Ausweichen und
Wiederbesiedlung) kommen für die Arten Fitis und Zilpzalp nicht in Frage. Ein Ausweichen
auf geeignete Lebensräume in der Umgebung entfällt, weil die Baumaßnahme den
gesamten geeigneten Biotopkomplex beseitigen wird. Die Aussagen im Gutachten sind
überdies inkonsistent. Auf Seite 16 wird ausdrücklich die signifikant höhere
Besiedlungsdichte des Plangebiets im Verhältnis zur Umgebung erwähnt. Ganz
offensichtlich kann also in der Umgebung des Plangebiets nicht eine so hohe Anzahl von
Arten und Individuen wie im Plangebiet selbst leben. Wie unter diesen Bedingungen ein
Ausweichen der betroffenen Tiere erfolgen soll, ist unklar.
Eine Wiederbesiedlung scheidet ebenfalls aus, weil für die in Bodennähe brütenden Arten
intensiv genutzte Hausgärten kaum geeignete Nistplätze aufweisen und die wenigen
Brutplätze einer Vielzahl an Störungen durch die Nutzer oder ihre Haustiere (Hunde,
Katzen) ausgesetzt sein werden.
Der Umgang mit der streng geschützten Art Neuntöter kann ebenfalls nicht befriedigen. Den
Totalverlust des Bestands im Gebiet unter Verweis auf eine Veröffentlichung, die sich auf
die Auswirkung von Störungen und nicht auf die Lebensraumzerstörung bezieht, als nicht
erheblich zu bezeichnen, ist nicht akzeptabel. Insbesondere fehlt eine Betrachtung zur
ökologischen Funktionserfüllung der Fortpflanzungsstätte im räumlichen Zusammenhang.
Hierzu kann nach der maßstabsetzenden Arbeit von RUNGE et al. (2010) eine Bewertung
mittels einer Erfassung der Siedlungsdichte und einer Habitatstrukturkartierung erfolgen.
Neuntöterlebensräume in der näheren Umgebung des Plangebiets sind nicht bekannt, so
dass das Vorkommen der Art höchstwahrscheinlich auf das Plangebiet beschränkt ist. Die
Prognose zur Bestandsentwicklung ohne die Baumaßnahme ist ebenfalls nicht zutreffend.
Im Laufe der fortschreitenden Sukzession würde sich noch auf längere Zeit ein typischer
Neuntöterlebensraum halten und vergrößern bevor die Verbuschung so stark wird, dass das
Gebiet als Lebensraum nicht mehr geeignet wäre. Bezüglich der Ausweichmöglichkeiten
und einer Wiederbesiedlung gilt in erheblich verschärftem Maß das gleiche wie für Fitis und
Zilpzalp: der verfügbare Lebensraum wird komplett beseitigt.
Die Wertung der Ergebnisse der Untersuchung muss selbstverständlich im Zusammenhang
mit der Bestandsentwicklung der betrachteten Arten im Landes- und Bundesmaßstab
erfolgen. Nichts anderes geschieht durch die Berücksichtigung der jeweiligen Roten Listen.
Diese werden nicht zuletzt dadurch immer länger, dass vermeintlich häufige Arten, die
Bestandseinbußen zu verzeichnen haben, in Planungen wie der vorliegenden

59
unberücksichtigt bleiben. Wenn diese vorliegenden Fakten nicht berücksichtigt werden, wird
in die Abwägung nicht an Belangen eingestellt, was nach Lage der Dinge in sie eingestellt
werden muss. Damit ist das Gebot der gerechten Abwägung verletzt.
Zu 5: Aus den Begründungen für die Anregungen 1-4 ergibt sich, dass die geplanten
Kompensationsmaßnahmen in Menge und Qualität nicht ausreichen, die beeinträchtigten
Funktionen des Naturhaushaltswiederherzustellen und das Landschaftsbild
landschaftsgerecht wiederherzustellen bzw. neu zu gestalten. Überdies ist es
wahrscheinlich, dass durch die Umsetzung des Plans artenschutzrechtliche
Verbotstatbestände verwirklicht werden.
Der hier in Anrechnung gebrachte rechnerische Ausgleich über das Ökopoolprojekt im
Umflutkanal bei Pechau kann nicht alle Beeinträchtigungen ausgleichen. Dies gilt
insbesondere für das Schutzgut Arten und Lebensgemeinschaften. Die das Ökopoolprojekt
prägende Umwandlung von Acker in Grünland trägt zur Verbesserung der Bestandssituation
der beeinträchtigten Vogelarten aufgrund ihrer völlig anderen Lebensansprüche nichts bei.
Ebenso kann das Landschaftsbild am Eingriffsort aufgrund der räumlichen Entfernung nicht
von der Maßnahme profitieren.
Die Anforderungen gemäß § 1a (3) BauGB der Vereinbarkeit der an anderer Stelle als am
Ort des Eingriffs erfolgenden Festsetzungen bzw. vertraglichen Regelungen mit den Zielen
des Naturschutzes und der Landschaftspflege sind nicht erfüllt. Der einfachste Weg, diese
Anforderungen zu erfüllen wäre eine entsprechende Modifizierung der Planung.
b) Abwägung: 1. - 3. Die 19. Änderung des Flächennutzungsplanes erfolgt im
Parallelverfahren zum Bebauungsplan Nr. 368-1A „Kümmelsberg Westseite“. Aus
verfahrenstechnischen Gründen ist das Änderungsgebiet deckungsgleich mit dem
Geltungsbereich des Bebauungsplanes. Die in der 19. Änderung umlaufenden Grünzüge
wurden präzisiert bzw. um einen weiteren in Ost-West - Richtung verlaufenden Grünzug
ergänzt. Der südliche in Ost-West-Richtung verlaufende Grünzug ist nicht Bestandteil der
19. Änderung. Er befindet sich außerhalb des Plangebietes. Die im Bebauungsplan am
Südrand festgesetzte Grünfläche wird auf Grund ihrer Größe nicht in die
Flächennutzungsplanung mit einbezogen.
Der Verweis auf die informellen Planwerke wird beibehalten, auch wenn die daraus zu
ziehenden raumstrukturellen Konsequenzen nicht vollständig im Plangebiet der 19.
Flächennutzungsplanänderung abgehandelt werden können. Vielmehr werden Alternativen
aufgezeigt, wie die i.d.R. stadtteilbezogenen Belange der Freiraum- und
Landschaftsplanung trotz der räumlich begrenzten, parallel zur
Flächennutzungsplanänderung entwickelten Bebauungsplaninhalte mit der darin
enthaltenen Ausgleichskonzeption in der städtebaulichen Planung weiter verfolgt werden
können.
Im Flächennutzungsplan werden die beabsichtigten Bodennutzungen in den Grundzügen
dargestellt. Die Darstellungen des Flächennutzungsplanes erfolgen nicht parzellenscharf,
sondern generalisiert. Demnach handelt es sich bei den Darstellungen der 19. Änderung um
eine qualitative Darstellung von linearen Grünverbindungen und nicht um eine quantitative
Aussage zu deren Größe. Mit der 19. Änderung wird der im westlichen Plangebiet darstellte
Grünzug zugunsten von Wohnbaufläche an den Plangebietsrand verlagert und gegenüber
der Darstellungen im derzeit wirksamen Flächennutzungsplan etwas schmaler dargestellt.
Der Grünzug dient als Abschluss der Siedlungskante im Übergangsbereich zum offenen
Landschaftsraum.
Im nördlichen Plangebiet erfolgt gegenüber der Darstellungen im derzeit wirksamen
Flächennutzungsplan die Darstellung eines zusätzlichen Grünzuges, einerseits als Puffer
zwischen Wohnen und Gewerbe und zum anderen mit dem Ziel, eine zusätzliche
Grünverbindung zur vorhandenen Kleingartenanlage „Kümmelsberg/ Am Emdener Weg“
außerhalb des Plangebietes herzustellen. Trotz Ausweisung dieser zusätzlichen Grünfläche
weist der wirksame Flächennutzungsplan im Plangebiet etwas größere Grünflächen auf als

60
im Änderungsentwurf. Es handelt sich dabei um ca. 1 % Differenz. Im Integrierten
Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ist zu erkennen, dass ein axialer Grünzug das Plangebiet
von Nord nach Süd durchschneidet. Bei der informellen Planung erfolgt jedoch keine
genaue Verortung. Der axiale Grünzug wurde mit der 19. Änderung aufgenommen bzw. das
stadtteilbezogene Grünkonzept die Grünvernetzung wurde in die Planung integriert und
weiter konkretisiert.
Insgesamt wird somit gewährleistet, dass der Bebauungsplan aus der 19. Änderung des
Flächennutzungsplanes entwickelt wird.
4. + 5. Eine Festsetzung zum Ausweichquartier des Neuntöters, in dem auch andere
Brutvögel ihr Revier finden, ist im Bebauungsplan enthalten: " Für den Neuntöter ist eine
Fläche von 1 ha am westlichen Stadtrand im Übergang zur Magdeburger Börde artgerecht
herzustellen."
Somit kann für die Umsetzung des Plans eine artenschutzrechtliche Befreiung in Aussicht
gestellt werden.
Der Umweltbericht wurde unter 3.1 Schutzgut Pflanzen und Tiere dahingehend ergänzt.
Beschluss
2.6: Der Stellungnahme wird teilweise gefolgt.
2.7 Untere Immissionsschutzbehörde (02.09.15) Abwägungskatalog Nr. 1.3 lfd. Nr. 10:
a) Stellungnahme: Zum Bebauungsplan wurde eine Schallimmissionsprognose von Büro
ÖKO control GmbH vom 03.07.2014 erstellt.
Im Ergebnis wurde festgestellt, dass durch die Landgard GmbH der Immissionswert nach
der Sechsten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum BlmSchG (Technische Anleitung zum
Schutz gegen Lärm - TA Lärm) in der Nacht um 9 dB(A) überschritten wird, da eine
Nachtanlieferung über 8 Stunden angenommen wurden. Im Rahmen der weiteren Prüfung
ist der Betriebszustand für dieses Gewerbeobjekt mit dem Betreiber der Landgard GmbH
abzustimmen und das Gutachten anzupassen.
b) Abwägung: Die Firma Landgard GmbH ist ein Cash&Carry Markt für Blumen, Pflanzen
und affine Produkte mit ca. 25 Mitarbeitern.
Das Schallschutzgutachten basiert auf dem genehmigten Betriebszustand der Firma
Landgard GmbH. Ein Nachtbetrieb ist darin nicht genehmigt, daher gibt es keine Konflikte im
Hinblick auf den genehmigten Betriebszustand.
Die erforderliche nächtliche Anlieferung will die Firma Landgard GmbH genehmigen lassen.
Eine Anlieferung vor 06:00 Uhr (Nachtzeit) ist erforderlich, da die ersten Kunden vor 06:00
Uhr Pflanzen einkaufen.
Gutachterlich wurde untersucht, inwiefern das geplante Wohngebiet einer Genehmigung des
bestehenden Betriebszustandes entgegensteht. Eine Überschreitung der Nachtwerte nach
TA Lärm um 4 DB (A) ist auch bei Verlagerung des Standortes der emitierenden LKW’s ist
vorhanden, sodass mit der im B-Plan vorgesehenen Wohnbebauung der bestehende
Betriebszustand nicht ohne Lärmschutzmaßnahmen auf dem Gelände der Firma Landgard
GmbH.
Im Bauantragsverfahren bleibt zu untersuchen, inwieweit die Einhaltung der nächtlichen
Schallschutzwerte durch Lärmschutzmaßnamen (Lärmschutzwand) durch den
Gewerbebetrieb gewährleistet werden kann.
Insofern bezieht sich diese Abwägung allein auf den bauordnungsrechtlich genehmigten
Betriebszustand ohne Anlieferung vor 06:00 Uhr.
Beschluss 2.7: Der Stellungnahme wird nicht gefolgt. (Beschluss-Nr. 707-021(VI)15)

61
Die gefassten Einzelbeschlüsse der Zwischenabwägung aus der DS0052/15,
Sitzung des Stadtrates am:25.06.2015, Beschluss Nr. 417-014(VI),
wurden überprüft und bedürfen im Übrigen keiner erneuten Beschlussfassung.
3.

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, gemäß § 3 Abs. 2 BauGB die Bürger, Behörden
und sonstigen Träger öffentlicher Belange, die Anregungen vorgebracht haben, vom
Ergebnis der Abwägung unter Angabe der Gründe in Kenntnis zu setzen.

7.33.

Satzung zum B-Plan Nr. 368-1A "Kümmelsberg Westseite",
Teilbereich A

DS0434/15

BE: Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr
Der Ausschuss StBV empfiehlt die Beschlussfassung.
Der Ausschuss UwE empfiehlt die Beschlussfassung nicht.
Der Stadtrat beschließt mit 29 Ja-, 1 Neinstimme und 13 Enthaltungen:

Beschluss-Nr. 687-021(VI)15

Aufgrund des § 10 Abs. 1 Baugesetzbuch (BauGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom
23. September 2004 (BGBl. I, S. 2414), in der zuletzt geänderten geltenden Fassung, und § 8
Abs. 1 des Kommunalverfassungsgesetzes für das Land Sachsen-Anhalt (KVG LSA) in der
Fassung der Bekanntmachung vom 17. Juni 2014 (GVBl. Nr. 12, S. 288), beschließt der
Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg am 03.12.15 den Bebauungsplan Nr. 368-1A
„Kümmelsberg Westseite“, Teilbereich A bestehend aus der Planzeichnung (Planteil A) und dem
Text (Planteil B), als Satzung.
1. Die Begründung zum Bebauungsplan und die zusammenfassende Erklärung nach § 10
Abs. 4 BauGB werden gebilligt.
2. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, den Beschluss über die Satzung gemäß § 10 Abs. 3
BauGB ortsüblich bekannt zu machen. Mit der ortsüblichen Bekanntmachung tritt der
Bebauungsplan in Kraft.

62
7.34.

Änderung der Richtlinie zur Verwendung der
Fraktionskostenzuschüsse

DS0512/15

BE: Oberbürgermeister
Der Ausschuss VW empfiehlt die Beschlussfassung.
Es liegt der Änderungsantrag DS0512/15/1 des Oberbürgermeisters vor.
Gemäß vorliegendem Änderungsantrag DS0512/15/1 des Oberbürgermeisters beschließt der
Stadtrat einstimmig:

Die Drucksache zur Änderung der Richtlinie zur Verwendung der Fraktionskostenzuschüsse
wird wie folgt geändert / bzw. ergänzt:
Im Beschlusspunkt 4 des Beschlussvorschlages wird eingefügt:
„Fraktionen mit 1 Mitarbeiter erhalten einen monatlichen Sockelbetrag in Höhe von 87,30 €“
In der neuzufassenden Richtlinie zur Verwendung der Fraktionskostenzuschüsse werden im
Punkt 2. – laufende Fraktionsgeschäftsführung folgende Punkte ergänzt:
- Dienstreisekosten der Fraktionsmitarbeiter (Berechnung erfolgt durch die zuständige Stelle
im BOB, Auszahlung erfolgt direkt durch die Fraktion, über die sachliche Rechtfertigung
einer Dienstreise entscheidet der/die Fraktionsvorsitzende)
- Sachkosten IuK-Leistungen, Servicedienstleistungen außerhalb des bestehenden
Rahmenvertrages (KID)
Redaktionell werden diese Änderungen auch im Begründungstext der DS0512/15 vollzogen.
Der Stadtrat beschließt unter Beachtung des Änderungsantrages DS0512/15/1 des
Ausschusses VW einstimmig:

Beschluss-Nr. 688-021(VI)15

1. die Neufassung der Richtlinie zur Verwendung der Fraktionskostenzuschüsse gemäß
Anlage 1.
2. Der Beschluss Nr. 1785-50(III)02 vom 16.05.2002 wird aufgehoben.
3. Der Beschluss zu Punkt 3 des Beschlusses Nr. 139-4(II)94 vom 06.10.1994 wird
aufgehoben
4. Fraktionen mit 2 Mitarbeitern erhalten einen monatlichen Sockelbetrag in Höhe von
174,60 €.
Fraktionen mit 3 Mitarbeitern erhalten einen monatlichen Sockelbetrag in Höhe von
261,90 €.
Fraktionen mit 1 Mitarbeiter erhalten einen monatlichen Sockelbetrag in Höhe von 87,30 €
Außerdem erhalten die Fraktionen pro Fraktionsmitglied monatlich 25,56 €.

63

8.

Beschlussfassung durch den Stadtrat - Anträge

8.1.

Makarenkoschule

A0047/15

Fraktion CDU/FDP/BfM
WV vom 07.05.2015
Der Ausschuss BSS empfiehlt die Beschlussfassung.
Stadtrat Canehl, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, nimmt zum vorliegenden Antrag A0047/15
der Fraktion CDU/FDP/BfM Stellung. Er weist darauf hin, dass seit der Erarbeitung der
Stellungnahme S0118/15 im Mai diesen Jahres sich die Sachlage geändert und informiert über
die aktuelle Situation. Stadtrat Canehl signalisiert im Namen seiner Fraktion die Zustimmung
zum Antrag A0047/15.
Der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper merkt an, dass der Stadt durch die Übernahme des
Gebäudes Kosten entstehen. Er informiert weiterhin, dass die Stadt für die Förderschule eine
andere Lösung hat und dazu eine Drucksache zur Vorlage im Stadtrat erarbeitet wird. Herr Dr.
Trümper erklärt, dass es sinnvoll wäre, die Grimmschule vor dem Umzug über STARK III zu
sanieren, dies aber kurzfristig nicht umsetzbar ist.
Stadtrat Schindehütte, Fraktion CDU/FDP/BfM, begründet den vorliegenden Antrag A0047/15
und merkt an, dass der jetzige Zustand in der Makarenkoschule unerträglich ist und dringend
Handlungsbedarf besteht.
Nach eingehender Diskussion beschließt der Stadtrat einstimmig:

Beschluss-Nr. 689-021(VI)15

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, den Umzug der Makarenkoschule – Förderschule mit
Ausgleichsklassen - an den Standort der ehemaligen Grimmschule vorzubereiten

64

8.2.

Beitritt zum Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ prüfen

A0053/15

Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei
WV vom 07.05.2015
Die Ausschüsse UwE, KRB und VW empfehlen die Beschlussfassung.
Stadtrat Müller, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei, dankt der Verwaltung für die vorliegende
positive Stellungnahme S0209/15.
Gemäß Antrag A0053/15 der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei beschließt der Stadtrat
einstimmig:

Beschluss-Nr. 690-021(VI)15
Die LH Magdeburg tritt dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ bei.

8.3.

Stadtgrün

A0064/15

Fraktion CDU/FDP/BfM
WV vom 29.06.2015
Der Ausschuss UwE empfiehlt die Beschlussfassung unter Beachtung des vorliegenden
Änderungsantrages A0064/15/1 der Fraktion CDU/FDP/BfM.
Stadtrat Brestrich, Fraktion CDU/FDP/BfM, bringt den Antrag A0064/15 und den
Änderungsantrag A0064/15/1 ein.
Gemäß vorliegendem Änderungsantrag A0064/15/1 der Fraktion CDU/FDP/BfM beschließt der
Stadtrat mehrheitlich, bei einigen Gegenstimmen:

Der Beschlusstext wird wie folgt geändert (fett):
Der Oberbürgermeister wird beauftragt, über genehmigte Baumfällungen im privaten
Bereich und über Baumfällungen im Auftrag der Stadt bzw. ihrer Betriebe sowie den jeweils
vorgesehenen bzw. durchgeführten Ausgleich bzw. Ersatz, inkl. Standortbezeichnung,
halbjährlich dem Ausschuss für Umwelt und Energie zu berichten. Der Verzicht auf Ausgleich
bzw. Ersatz von durch die Stadtverwaltung beauftragten Fällungen ist im Rahmen der jeweiligen
Maßnahme (nicht des Einzelstamms) zu begründen.

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Gemäß Antrag A0064/15 der Fraktion CDU/FDP/BfM beschließt der Stadtrat unter Beachtung
des Änderungsantrages A0064/15/1 mehrheitlich, bei einigen Gegenstimmen:

Beschluss-Nr. 691-021(VI)15

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, über Baumfällungen im Auftrag der Stadt bzw. ihrer
Betriebe sowie den jeweils vorgesehenen bzw. durchgeführten Ausgleich bzw. Ersatz, inkl.
Standortbezeichnung, halbjährlich dem Ausschuss für Umwelt und Energie zu berichten. Der
Verzicht auf Ausgleich bzw. Ersatz von durch die Stadtverwaltung beauftragten Fällungen ist im
Rahmen der jeweiligen Maßnahme (nicht des Einzelstamms) zu begründen.

8.4.

MVB-Fuhrpark und 2. Nord-Süd-Verbindung

A0066/15

Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei
WV vom 29.06.2015
Die Ausschüsse StBV und VW empfehlen die Beschlussfassung nicht.
Der Ausschuss FG hat den Antrag A0066/15 zur Kenntnis genommen.
Stadtrat Müller, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei, bringt den Änderungsantrag A0066/15/1 ein.
Stadtrat Westphal, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, fragt nach, an wen sich der vorliegende
Antrag A0066/15 richtet und bittet zu prüfen, ob der Stadtrat die von ihm entsandten Stadträte
und Stadtrinnen in den Aufsichtsgremien mit Aufgaben betrauen kann.
Stadtrat Assmann, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, nimmt kritisch zu den derzeitigen Ausfällen
der Straßenbahnen Stellung.
Der Stadtrat beschließt mehrheitlich, bei einigen Jastimmen:
Der Änderungsantrag A0066/15/1 der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei –
Der Stadtrat ist bis zur Stadtrats-Märzsitzung 2016 darüber in geeigneter Weise zu unterrichten,
ob und wie der Fuhrpark einschl. notwendiger Fahrpersonale der MVB GmbH und Co. KG
(MVB), insbesondere die Anzahl der zur Verfügung stehenden Niederflurgelenktriebwagen
(NGT), aber auch der Busse zur adäquaten Bedienung des gesamten Liniennetzes ausreichend
aufgestellt ist bzw. welche Maßnahmen mglw. schlussfolgernd abzuleiten sind. Dabei ist auch
auf die zunehmend schwierigere Versorgung mit Ersatzteilen der NGT-Chargen insbes. aus den
1990er Jahren einzugehen und der Break-Even-Point im Hinblick auf Neuanschaffungen unter
Hinzunahme der aktuellen europäischen Regelungen zur Barrierefreiheit des ÖPNV zu ermitteln
und zu bewerten.
Darüber hinaus ist zum möglichen Einsatz von Bussen mit alternativen Antriebssystemen
einschl. möglicher Fördermittelkulissen und im Vergleich zu anderen deutschen Städten zu
informieren.

66
Es wird freundlich um sofortige Abstimmung gebeten, da es sich lediglich um eine
Konkretisierung des Ursprungsantrages im Sinne der Stellungnahme der Verwaltung handelt,
der zudem bereits in den Fachausschüssen behandelt worden ist. –
wird abgelehnt.

Der Stadtrat beschließt mehrheitlich, bei einigen Jastimmen :

Beschluss-Nr. 692-021(VI)15

Der Antrag A0066/15 der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei Der Stadtrat ist bis zur Stadtrats-Oktobersitzung 2015 in geeigneter Weise darüber zu
unterrichten, ob und wie nach Fertigstellung der 2. Nord-Süd-Verbindung der Fuhrpark einschl.
notwendiger Fahrpersonale der MVB GmbH und Co. KG (MVB), insbesondere die Anzahl der
zur Verfügung stehenden Niederflurgelenktriebwagen (NGT), zur adäquaten Bedienung des
neuen Liniennetzes ausreichend aufgestellt ist bzw. welche Maßnahmen mglw. schlussfolgernd
abzuleiten sind. –
wird abgelehnt.

8.5.

LSBTI*-Flüchtlinge schützen

A0078/15

Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei
WV vom 29.06.2015
Stadtrat Köpp, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei, erklärt gemäß § 33 KVG LSA sein
Mitwirkungsverbot und nimmt nicht an der Beratung und Abstimmung teil.
Stadträtin Schulz, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei, bringt den Antrag A0078/15 ein.
Die Vorsitzende des Ausschusses GeSo Stadträtin Keune bringt den Änderungsantrag
A0078/15/1 ein.
Gemäß Änderungsantrag A0078/15/1 des Ausschusses GeSo beschließt der Stadtrat
mehrheitlich, bei einigen Gegenstimmen und Enthaltungen:

LSBTI*-Flüchtlingen wird im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten, von Anbeginn eine
dezentrale Unterbringung ermöglicht, wenn dies von ihnen gewünscht wird.

67
Gemäß Antrag A0078/15 der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei beschließt der Stadtrat unter
Beachtung des Änderungsantrages A0078/15/1 des Ausschusses GeSo mehrheitlich, bei
einigen Gegenstimmen und Enthaltungen:

Beschluss-Nr. 693-021(VI)15

Der Oberbürgermeister wird aufgefordert, die Beratung von LSBTI*-Flüchtlingen in der
städtischen Verwaltung zu sichern und zu qualifizieren.
Insbesondere soll dafür Sorge getragen werden, dass das Personal in den
Flüchtlingsunterkünften besser geschult und für die spezielle Situation dieser Flüchtlinge
sensibilisiert wird. Die konkreten Maßnahmen dafür sollen in direkter Kooperation mit dem
LSVD Sachsen-Anhalt und dem örtlichen CSD Magdeburg e.V. erfolgen.
Informationen über Hilfsangebote und Ansprechpartner_innen beim LSVD Sachsen-Anhalt und
dem CSD Magdeburg e.V. sollen in geeigneter Weise zugänglich gemacht werden.
LSBTI*-Flüchtlingen wird im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten, von Anbeginn eine
dezentrale Unterbringung ermöglicht, wenn dies von ihnen gewünscht wird.
Bis zum 30.11.2015 wird dem Stadtrat berichtet.

8.6.

Benennung der Ratsdiele im Alten Rathaus nach Ernst Reuter

A0081/15

Kulturausschuss
WV vom 09.07.2015
Die Ausschüsse KRB und VW empfehlen die Beschlussfassung.
Bezüglich der Nachfrage des Vorsitzenden der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Stadtrat
Meister, wie die genaue Bezeichnung der Ratsdiele sein soll, merkt Stadtrat Müller, Fraktion DIE
LINKE/Gartenpartei, an, dass dies der Verwaltung überlassen wird. Er hält es allerdings für
sinnvoll die Bezeichnung „Ratsdiele Ernst-Reuter“ zu wählen.
Stadtrat Dr. Grube, SPD-Stadtratsfraktion, unterstützt den Vorschlag des Stadtrates Müller,
Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei und sieht darin eine Fortsetzung der Tradition.
Gemäß Antrag A0081/15 des Kulturausschusses beschließt der Stadtrat mehrheitlich, bei 2
Gegenstimmen und 3 Enthaltungen:

Beschluss-Nr. 694-021(VI)15

Die Ratsdiele im Alten Rathaus wird in Anerkennung der Verdienste des ehemaligen
Oberbürgermeisters nach Ernst Reuter benannt

68

8.7.

Ausstellung „Wir sind hier - Frauen in Sachsen-Anhalt gestalten
ihr Land“ in Magdeburg präsentieren

A0087/15

SPD-Stadtratsfraktion
WV vom 09.07.2015
Die Ausschüsse K, FuG und VW empfehlen die Beschlussfassung.
Gemäß Antrag A0087/15 der SPD-Stadtratsfraktion beschließt der Stadtrat einstimmig:

Beschluss-Nr. 695-021(VI)15
Der Oberbürgermeister wird gebeten, die Ausstellung „Wir sind hier - Frauen in Sachsen-Anhalt
gestalten ihr Land“ nach Magdeburg zu holen und an einem geeigneten Ausstellungsort zu
präsentieren.

8.8.

Erhalt von Hyparschale und Gieseler-Halle

A0092/15

Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei
WV vom 09.07.2015
Die TOP 8.8 – A0092/15 und TOP 8.14 – A0142/15 werden im Zusammenhang beraten.
Die Ausschüsse StBV, UwE und FG empfehlen die Beschlussfassung.
Der Ausschuss K hat den Antrag A0092/15 zur Kenntnis genommen.
Stadtrat Müller, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei, bringt den Änderungsantrag A0092/15/1 ein
und bezeichnet die vorliegende Stellungnahme S0208/15 der Verwaltung als positiv.
Der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper informiert über die aktuelle Sachlage zur Hyparschale
und geht auf die Genese ein. Er verweist dabei u.a. auf die Beschlusslage des Stadtrates aus
dem Jahr 2013, 1,7 Mio Euro für die Sanierung der Dachkonstruktion der Hyparschale in den
Haushalt einzustellen.
Herr Dr. Trümper führt weiter aus, dass zeitgleich ausgeschrieben wurde und der Investor dann
die Sanierung des gesamten Objektes fortsetzen sollte. Er gibt weiterhin bekannt, dass seit
einem Jahr ein Gutachten vorliegt, das besagt, dass rund 4 Mio Euro für Dach und Fassade
benötigt werden und diese Summe nicht im Haushalt eingestellt ist. Aus diesem Grund wurde
mit der Sanierung nicht begonnen und die Interessenten haben aus Finanzierungsgründen
Abstand genommen.
Herr Dr. Trümper gibt weiterhin bekannt, dass sich eine Investorin nach dem Sommer 2015 bei
ihm gemeldet und ihr Interesse bekundete, die Hyparschale mit der Maßgabe Fördermittel vom
Land zu erhalten, kauft. Nach Rücksprache mit dem Referatsleiter im Ministerium für
Landesentwicklung und Verkehr LSA, Herrn Stappenbeck, wurde ein Plan aufgestellt, der
besagt, dass die Stadt insgesamt 3 Mio Euro für die Sanierung tragen müsste und der Rest von
der Investorin, teils über Fördermittel übernommen werden muss.
Herr Dr. Trümper stellt klar, dass unter diesen neuen Bedingungen der Stadtrat erneut

69
eine Entscheidung treffen muss und empfiehlt daher, dem Antrag A0142/15 der SPDStadtratsfraktion zuzustimmen.
Stadtrat Dr. Grube, SPD-Stadtratsfraktion, bringt den Antrag A0142/15 ein. Er merkt an, dass im
Hinblick auf die Bewerbung zur Kulturhauptstadt klar sein muss, was aus dem Hyparschalenund Stadthallenareal wird. Stadtrat Dr. Grube gibt zu Protokoll, dass die Begründung des
Änderungsantrages A0092/15/1 der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei nicht Bestandteil der
Beschlussfassung ist. Er signalisiert im Namen seiner Fraktion die Ablehnung zum
Änderungsantrag A0092/15/1 und die Zustimmung zum Antrag A0092/15 der Fraktion DIE
LINKE/Gartenpartei.
Der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper bittet darum, den Antrag A0142/15 der SPDStadtratsfraktion heute zu beschließen, um weitere Schritte zur städtebaulichen
Weiterentwicklung des Areals einleiten zu können.
Stadtrat Rösler, Mitglied im Ausschuss FG, begründet das Votum und verweist auf die
kontroverse Diskussion.
Stadtrat Canehl, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, unterstützt den Vorschlag des
Oberbürgermeisters Herrn Dr. Trümper zur weiteren Verfahrensweise und nimmt im Weiteren
zur Frage der Nutzung der Hyparschale Stellung.
Der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper stellt klar, dass die Investorin die Hyparschale käuflich
erwerben möchte.
Stadträtin Boeck, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei, empfiehlt, die Möglichkeit der Nutzung von
Förderprogrammen zu prüfen.
Stadtrat Müller, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei, verweist auf die Beschlusslage des Stadtrates
aus dem Jahr 2013 zur Drucksache DS0218/13 und zitiert daraus. Er signalisiert im Namen
seiner Fraktion Zustimmung zum Antrag A0142/15 der SPD-Stadtratsfraktion.
Stadträtin Schumann, Fraktion CDU/FDP/BfM, begrüßt auch im Namen des Stadtrates HansJörg Schuster, Fraktion CDU/FDP/BfM, dass der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper die
Hyparschale erhalten möchte. Sie signalisiert die Zustimmung zum Antrag A0142/15 der SPDStadtratsfraktion.
Bezüglich der Nachfrage des Stadtrates Dr. Kutschmann, Fraktion CDU/FDP/BfM, zur
Bedeutung der Formulierung des letzten Absatzes in der Stellungnahme S0208/15 der
Verwaltung, stellt der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr Herr Dr.
Scheidemann klar, dass ein Abriss der Hermann-Gieseler-Halle nicht vorgesehen ist.
Stadtrat Westphal, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, gibt die Empfehlung, die beiden Objekte
Hyparschale und Hermann-Gieseler-Halle strikt zu trennen. Er spricht sich gegen einen Verkauf
der Hyparschale aus und lehnt den Antrag A0142/15 der SPD-Stadtratsfraktion ab.
Der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper verweist in seinen Ausführungen auf das Konzept der
Investorin für die Hyparschale.
Der Vorsitzende der Fraktion CDU/FDP/BfM Stadtrat Schwenke hält fest, dass zwei
unterschiedliche Konzepte sowohl zur Hyparschale als auch zur Hermann-Gieseler-Halle
erarbeitet werden sollten.

70
Nach umfangreicher Diskussion wird das Abstimmungsergebnis zum Änderungsantrag
A0092/15/1 der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei (20 Ja-, 20 Neinstimmen und 3 Enthaltungen)
vom Vorsitzenden der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei Stadtrat Theile angezweifelt und die
Abstimmung wird wiederholt.

Gemäß Änderungsantrag A0092/15/1 der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei beschließt der
Stadtrat mit 21 Ja-, 20 Neinstimmen und 3 Enthaltungen:

Der Antrag wird wie folgt ergänzt:

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, endlich den Stadtratsbeschluss vom 05.09.2013 zur
Sanierung der Dachkonstruktion und Dachstützen der denkmalgeschützten Hyparschale in
Regie des KGM zur Drucksache DS0218/13 zu vollziehen und gleichzeitig darüber zu
informieren, warum der Stadtratsbeschluss über zwei Jahre hinweg nicht umgesetzt und
offenbar einfach ignoriert worden ist und darzustellen, wann und in welcher Form die Mitglieder
des Stadtrates über diese Nichtumsetzung offiziell informiert worden sind. Des Weiteren ist
Auskunft darüber zu geben, wo die seinerzeit beschlossenen ca. 1,5 Mio EURO verblieben sind.
Gemäß Antrag A0092/15 der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei beschließt der Stadtrat unter
Beachtung des Änderungsantrages A0092/15/1 mehrheitlich, bei einigen Gegenstimmen und
Enthaltungen:

Beschluss-Nr. 696-021(VI)15

Der Stadtrat bekennt sich zum Erhalt der Baudenkmale Hyparschale und Hermann-GieselerHalle als Magdeburger Traditionsstätten von Kultur und Sport und beauftragt den
Oberbürgermeister, sich dementsprechend dafür einzusetzen und nachhaltige
Nutzungskonzepte vorzulegen und, wenn nötig, zwischenzeitlich eine notwendige
Bauwerksicherung vorzunehmen.
Der Oberbürgermeister wird beauftragt, endlich den Stadtratsbeschluss vom 05.09.2013 zur
Sanierung der Dachkonstruktion und Dachstützen der denkmalgeschützten Hyparschale in
Regie des KGM zur Drucksache DS0218/13 zu vollziehen und gleichzeitig darüber zu
informieren, warum der Stadtratsbeschluss über zwei Jahre hinweg nicht umgesetzt und
offenbar einfach ignoriert worden ist und darzustellen, wann und in welcher Form die Mitglieder
des Stadtrates über diese Nichtumsetzung offiziell informiert worden sind. Des Weiteren ist
Auskunft darüber zu geben, wo die seinerzeit beschlossenen ca. 1,5 Mio EURO verblieben sind.

71

8.14.

Städtebauliche Weiterentwicklung des Hyparschalen- und
Stadthallenareals

A0142/15

SPD-Stadtratsfraktion
Der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Stadtrat Rösler spricht sich gegen den vorliegenden
GO-Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen – Überweisung des Antrages A0142/15 in die
Ausschüsse StBV und FG – aus und bittet um sofortige Abstimmung.
Der Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Stadtrat Meister zieht den vorliegenden
GO-Antrag zurück.
Der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper stellt klar, dass eine Sanierung der Hyparschale für
1,5 Mio Euro nicht realisierbar ist und dafür gemäß vorliegender Gutachten Mittel in Höhe von 4
Millionen Euro benötigt werden. Er erklärt, wenn die Hyparschale für 4 Millionen von der Stadt
saniert wird, eine Ausschreibung keinen Sinn mehr macht. Herr Dr. Trümper kündigt an, zur
Beschlussfassung des Antrages A0092/15 der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei Widerspruch
einzulegen.
Stadtrat Müller, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei, signalisiert im Namen seiner Fraktion
Zustimmung zum Antrag A0142/15 der SPD-Stadtratsfraktion.
Gemäß Antrag A0142/15 der SPD-Stadtratsfraktion beschließt der Stadtrat mehrheitlich, bei 2
Gegenstimmen und 4 Enthaltungen:
Beschluss-Nr. 697-021(VI)15

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, zeitnah folgende Schritte zur städtebaulichen
Weiterentwicklung des Stadthallen- bzw. Hyparschalenareals im Stadtpark Rotehorn
einzuleiten.
1. Für die nachhaltige Gestaltung des Areals um Hyparschale und Stadthalle (Heinrich-HeinePlatz bis MDR-Gebäude) werden entsprechende landschaftsplanerische Leistungen
ausgeschrieben. Dabei sind vom Planungsbüro verschiedene Varianten der
Umfeldgestaltung zu erarbeiten und dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorzulegen. Darin
sollen auch verschiedene Varianten für die im Entwurf des Städtebaulichen Rahmenplans
für den Stadtpark vorgesehene Parkfläche zwischen Hyparschale und Stadthalle enthalten
sein.
2. Die denkmalgeschützte Hyparschale wird erneut öffentlich zum Verkauf
bzw. zur
Verpachtung ausgeschrieben. Dabei ist sowohl auf den bereits im städtischen Haushalt
veranschlagten Zuschuss zur Tragwerks- und Fassadensanierung als auch auf die
Möglichkeit der Inanspruchnahme von Fördermitteln aus der Denkmalsanierung
hinzuweisen.

72

8.9.

Ampelsituation in der Albert Vater Straße

A0099/15

SR Buller
WV vom 03.09.2015
Die Ausschüsse StBV und UwE empfehlen die Beschlussfassung nicht.
Der Stadtrat beschließt einstimmig:

Beschluss-Nr. 698-021(VI)15
Der Antrag A0099/15 des Stadtrates Buller –

Der Oberbürgermeister wird gebeten die Ampelsituation in den Albert Vater Straße zu prüfen. In
der derzeitigen Situation ist der Sachstand in den Spitzenzeiten so, dass es zu erheblichen
Staus kommt. Diese ist der Baumaßnahme am Hauptbahnhof geschuldet.
Ein großer Teil des Verkehrs verläuft jetzt über die Albert Vater Straße.
Die einzelnen Ampeln sind nicht so geschaltet, dass diese eine grüne Welle in beiden
Richtungen ergeben. Diese ist aber erforderlich um einen fließenden Verkehr zu gewährleisten,
und eine Belastung der Umwelt durch Abgase zu verringern. –
wird abgelehnt.

8.10.

Fahrradsicherheit

A0100/15

Fraktion CDU/FDP/BfM
WV vom 03.09.2015
Die Ausschüsse KRB, StBV und FG empfehlen die Beschlussfassung.
Stadtrat Dr. Kutschmann, Fraktion CDU/FDP/BfM, bezeichnet die vorliegende Stellungnahme
S0220/15 der Verwaltung als nicht zufriedenstellend und vermisst Lösungswege.
Der Beigeordnete für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung Herr Platz erklärt, dass
es in dieser Frage kein Patentrezept gibt und eine Videoüberwachung Angelegenheit der Polizei
ist.
Stadtrat Canehl, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, unterstützt die Intention des vorliegenden
Antrages A0100/15 und die Ausführungen des Stadtrates Dr. Kutschmann, Fraktion
CDU/FDP/BfM, zur vorliegenden Stellungnahme S0220/15 der Verwaltung.
Der Beigeordnete für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung Herr Platz begründet
nochmals das Verwaltungshandeln.

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Nach eingehender Diskussion beschließt der Stadtrat gemäß Antrag A0100/15 einstimmig

Beschluss-Nr. 699-021(VI)15

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, eine gemeinsame Kampagne unter Beteiligung der
Landeshauptstadt Magdeburg, der Polizei, des ADFC sowie interessierten Dritten (z.B.
Fahrradhändlern) auf den Weg zu bringen, um die Anzahl der Fahrraddiebstähle in Magdeburg
zu verringern.

Neuanträge

8.11.

Halteverbotszonen im Stadtteil Cracau

A0139/15

Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei
Gemäß vorliegendem Antrag A0139/15 der Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei beschließt der
Stadtrat einstimmig:

Beschluss-Nr. 700-021(VI)15

Der Oberbürgermeister wird aufgefordert, zu überprüfen, in welchen Bereichen des Stadtteils
Cracau unter Wahrung der Verkehrssicherheit die Reduzierung bzw. Aufhebung von Park- und
Halteverbotszonen möglich ist, um mehr Stellflächen für den ruhenden Verkehr zu schaffen.
Über die Ergebnisse der Überprüfung soll im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und
Verkehr berichtet werden.

8.12.

Radverkehr auf dem Nordabschnitt ganzjährig sichern

A0141/15

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Es liegt der GO-Antrag – Überweisung des Antrages A0141/15 in die Ausschüsse StBV und
KRB – vor.
Gemäß vorliegendem GO-Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beschließt der Stadtrat
einstimmig:
Der Antrag A0141/15 wird in die Ausschüsse StBV und KRB überwiesen.

74

8.13.

Berichterstattung zur Kriminalstatistik

A0140/15

SR Rupsch Fraktion CDU/FDP/BfM
Es liegt der GO-Antrag – Überweisung des Antrages A0140/15 in den Ausschuss KRB - vor.
Gemäß vorliegendem GO-Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beschließt der Stadtrat
mehrheitlich, bei 4 Gegenstimmen:
Der Antrag A0140/15 der Fraktion CDU/FDP/BfM wird in den Ausschuss KRB überwiesen.

8.15.

Magdeburgs Ansehen als allen Menschen zugewandte,
moderne Universitätsstadt weiter verbessern

A0143/15

Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei
Es liegt der GO-Antrag – Überweisung des Antrages A0143/15 in den Ausschuss StBV - vor.
Gemäß vorliegendem GO-Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beschließt der Stadtrat
mehrheitlich, bei 4 Gegenstimmen und einigen Enthaltungen:
Der Antrag A0143/15 wird in den Ausschuss StBV überwiesen.

8.16.

Bauliche Verbesserungen bei den kommunalen
Kindertageseinrichtungen

A0144/15

Fraktion CDU/FDP/BfM
Gemäß vorliegendem Antrag A0144/15 der Fraktion CDU/FDP/BfM beschließt der Stadtrat
einstimmig:

Beschluss-Nr. 701-021(VI)15

Der Oberbürgermeister wird beauftragt zu prüfen, unter welchen Rahmenbedingungen (inkl.
Kosten) der nachträgliche Einbau von Verbindungstüren zwischen den Gruppenräumen bei den
drei kommunalen Kindertageseinrichtungen möglich ist.

75

8.17.

Soziale Betreuung von Flüchtlingen

A0145/15

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Es liegt der GO-Antrag – Überweisung des Antrages A0145/15 in die Ausschüsse GeSo und
FuG – vor.
Gemäß vorliegenden GO-Antrag der SPD-Stadtratsfraktion beschließt der Stadtrat einstimmig:
Der Antrag A0145/15 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wird in die Ausschüsse GeSo und
FuG überwiesen.

8.18.

Begrenzung von Straßenlärm im Bereich Fermersleben, Salbke
und Westerhüsen

A0146/15

SR Jannack Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei
Gemäß vorliegenden Antrag des Stadtrates Jannack, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei,
beschließt der Stadtrat mehrheitlich, bei 8 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen:

Beschluss-Nr. 702-021(VI)15
Der Oberbürgermeister wird gebeten zu prüfen,
1. Ob auf den Straßen Alt Fermersleben, Alt Salbke und Alt Westerhüsen zwischen 22.00 Uhr
und 6.00 Uhr ein generelles Tempo 30 angeordnet werden kann.
2. Ob auf den Straßen Alt Fermersleben, Alt Salbke und Alt Westerhüsen zwischen 22.00 Uhr
und 6.00 Uhr ein generelles LKW-Fahrverbot, mit Ausnahme von Anlieger- und
Anlieferungsverkehr, angeordnet werden kann.
3. Ob im Bereich der Ferdinand-Schrey-Straße die Gleisabdeckungsplatten mit
Pflasterimitation bis zur Erneuerung der Gleisanlagen durch normale
Gleisabdeckungsplatten ersetzt werden können, oder ob durch ein anderes technisches
Verfahren eine entsprechende Lärmreduzierung erreicht werden kann.

76

8.19.

Integrierung der Stadtmedienstelle in die Stadtbibliothek

A0147/15

SR Müller Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei
Gemäß vorliegenden Antrag des Stadtrates Müller, Fraktion DIE LINKE/Gartenpartei,
beschließt der Stadtrat einstimmig:

Beschluss-Nr. 703-021(VI)15
Der Oberbürgermeister wird beauftragt zu prüfen, welche Synergieeffekte – inhaltlich und
finanziell – die Integrierung der Stadtmedienstelle in die Zentralbibliothek/Stadtbibliothek
auslöst.

9.

Einwohnerfragestunde
Gemäß § 28 KVG LSA i.V. mit § 14 der Hauptsatzung der LH
Magdeburg führt der Stadtrat zwischen 17.00 Uhr und 17.30 Uhr
eine Einwohnerfragestunde durch

Frau Christine Meier, Zollstraße 14b, 39114 Magdeburg
Frau Meier bittet um einen Aufruf. (Anlage 3)

10.

Anfragen und Anregungen an die Verwaltung

10.1 Schriftliche Anfrage (F0199/15) des Stadtrates Canehl, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Seit 2003, als fast 13 Jahre lang war die Beleuchtung der Fahrbahnen der wichtigsten NordSüd-Verbindung Magdeburgs, dem Magdeburger Ring, nachts abgeschaltet. Die Abschaltung
der Ringbeleuchtung und auch einiger beliebter Parks der Stadt war Teil der
Haushaltskonsolidierung und wurde vom Stadtrat als eine von vielen anderen Maßnahmen mit
dem Konsolidierungskonzept 2002-2006 beschlossen. Bezogen auf den Ring eine sehr
sinnvolle Maßnahme, die jährlich fast 50 T€ eingespart hat.
Natürlich sind wir Grünen grundsätzlich für LED-Beleuchtung – aber warum soll, abgesehen von
Auf- und Abfahrten, eine Stadtautobahn beleuchtet sein? Haben die Autos nicht immer bessere
eigene Beleuchtung?
Mit den eigentlich für die Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee (EÜ ERA) beantragten
EFRE-Fördermitteln wurde 2013 dann ohne große Diskussion plötzlich im Zuge der Erneuerung
des Rings nördlich der Albert-Vater-Straße auch eine LED-Beleuchtung aufgestellt und
anschließend der gesamte Ring wieder beleuchtet. In Ihrem Wahlkampf haben Sie dann
paradoxerweise gesagt: „Wir sparen Geld“. Wenn man nur die Anschlussstellen des Rings

77
beleuchten würde, würde man sicher noch mehr sparen. Fußgänger*innen und Radfahrer*innen
brauchen wir auf dem Ring nicht durch Beleuchtung zu schützen.
Nun sollen zwischen der Anschlussstelle Albert-Vater-Straße und der Salbker Chaussee LEDLaternen aufgestellt werden. Die Stadt hatte dafür Fördermittel beim Bundes- und beim LandesWirtschaftsministerium, bei den Umweltministerien und bei Landesverwaltungsamt SachsenAnhalt beantragt. Alle Anträge sind nach meiner Kenntnis jedoch abgelehnt worden.
Jetzt wollen Sie im Investitionshaushalt 2016 allein aus Eigenmitteln 480 T€ einstellen.
Ich frage Sie dazu:
1. Wie sind die Erfahrungen in den letzten 12 Jahren mit dem unbeleuchteten Ring in
Bezug auf die Unfallhäufigkeit oder Anfragen von Bürger*innen an die Stadtverwaltung?
2. Wie rechnet sich die die Umrüstung auf LED-Beleuchtung im Gegensatz zum
Weiterbetrieb der Natriumdampflampen? (Um eine aktuelle Gegenüberstellung von
Investitions-, Betriebs- und Instandhaltungskosten und AfA von LEDs und die
Wiederinbetriebnahme der Natriumdampflampen wird gebeten).
3. Wer (welches Gremium) hat entschieden, dass die durchgehende Beleuchtung des
Magdeburger Ringes wieder angestellt wird und wenn ja, wann wurde diese
Entscheidung getroffen?
4. Wann wurden die Anträge bei den Fördergebern (siehe Einleitungstext) gestellt und mit
welcher/n Begründung/en wurden diese abgelehnt?
5. Magdeburg hat auch 2016 mit einem Defizit von mehr als 17 Mio € einen nicht
ausgeglichenen Haushalt. Gibt es aus Sicht des Oberbürgermeisters keine wichtigeren
Aufgaben zu finanzieren als die Einschaltung der Ringbeleuchtung?
6. Wann werden auch die Parks und andere unbeleuchtete Fuß- und Radwege wieder
beleuchtet und was würde dies für Kosten nach sich ziehen?
Um kurze mündliche und ausführliche schriftliche Beleuchtung wird gebeten.

Antwort des Oberbürgermeisters Herrn Dr. Trümper :
In seiner Beantwortung weist der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper darauf hin, dass der
Stadtrat seinerzeit gemeinsam mit der Verwaltung Konsolidierungskonzepte aufgestellt hat, um
die Stadt Magdeburg aus der Haushaltskonsolidierung heraus zu holen. Er merkt an, dass
dadurch die Stadt seit mindestens drei oder vier Jahren aus der Haushaltskonsolidierung heraus
ist und schon seit Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorlegt. Den hat die Stadt auch noch,
weil es die Auflassung des Landes gibt, das Defizit gegen das Eigenkapital zu buchen. Aus
diesem Grund ist der Haushalt formal ausgeglichen und auch genehmigungsfähig. Herr Dr.
Trümper führt weiter aus, dass er im letzten Jahr öffentlich gesagt hat, dass das Licht auf der
Tangente wieder angeschaltet wird. Bei den Auffahrten, die neu gemacht wurden, wurden
bereits LED-Lampen aufgebaut. Er verweist darauf, dass nach Aussage des Bauministeriums
der Austausch der anderen Lampen auf der Tangente nicht gefördert werde, weil sie baulich
ausreichend sind. Herr Dr. Trümper verweist darauf, dass der Stadtrat ein Klimaschutzkonzept
beschlossen hat, worin steht, Straßenbeleuchtungen auf LED umzustellen. Dies wird nach und
nach umgesetzt, beginnend auf der Magdeburger Tangente und auch im Bereich der
Grünanlagen.

Eine ausführliche Antwort erfolgt schriftlich durch die Verwaltung.

78

10.2 Schriftliche Anfrage (F0202/15) des Stadtrates Meister, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
das Neubauprojekt Blauer Bock ist eines der städtebaulich bedeutsamsten Vorhaben in
Magdeburg in der nächsten Zeit. Der Bauplatz ist prägend für das Gesicht der Magdeburger
Innenstadt. Die jetzt getroffenen und noch zu treffenden Entscheidungen werden das
Erscheinungsbild der Stadt über viele Jahrzehnte prägen.
Doch trotz der Bedeutung fand eine öffentliche Debatte über die Form der Bebauung nicht statt,
zumindest keine, die einen tatsächlichen Einfluss auf die Gestaltung gehabt hätte.
Wir finden, die Planung für die städtebaulich wichtige Umfeldgestaltung sollte daher umgehend
bekannt gemacht und öffentlich thematisiert werden. Darüber hinaus sollen aber auch die bisher
getroffenen Entscheidungen, soweit sie Stellen der Stadt oblagen, eine transparente Darstellung
erfahren, damit die Beweggründe auch für Außenstehende, wozu derzeit auch der Stadtrat
gehört, nachvollziehbar und bewertbar sind.
Ich frage Sie daher:
1. Welche Pläne und Vorstellungen gibt es zur Gestaltung des Umfeldes des Neubaus des
Blauen Bocks, dies insbesondere zur Gestaltung des Bereichs zwischen Karstadt und
geplantem Neubau?
2. In welcher Form ist eine Einbeziehung der Öffentlichkeit geplant?
3. In welcher Form und mit welchen Argumenten positionierten oder positionieren sich
städtische Stellen zum jetzt von der Bauherrin verfolgten Entwurf?
4. Welche Möglichkeiten wurden diskutiert, eine kleinteiligere Gebäude- bzw. Fassadenstruktur
einzusetzen und unter welchen Aspekten entschied man sich dagegen?
5. Welche Möglichkeiten werden noch gesehen, eine kleinteiligere Struktur umzusetzen.

Um eine kurze mündliche und ausführliche schriftliche Beantwortung, auch in Form einer
Information an den gesamten Stadtrat wird gebeten.

Antwort des Oberbürgermeisters Herrn Dr. Trümper :
Der Oberbürgermeister Herr Dr. Trümper informiert, dass die SWM zwischen dem KarstadtGebäude und dem Blauen Bock ungefähr 10 m weitere Fläche dazu gekauft hat. Die restliche
Fläche gehört einem Privateigentümer. Er regt an, nach Vorlage der Planungsunterlagen mit
beiden Eigentümern über eventuelle Gestaltungsmöglichkeiten zu sprechen.
Er warnt aber davor, bei den Bürgerinnen und Bürgern den Eindruck zu erwecken,
Mitgestaltungsrechte an dieser Fläche zu haben, da die Stadt dort über keinerlei Eigentum
verfügt.
Eine ausführliche Antwort erfolgt schriftlich durch die Verwaltung.

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10.3 Schriftliche Anfrage (F0208/15) des Stadtrates Gedlich, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
durch den Verkauf eines Grundstücks im ostelbischen Stadtteil Friedensweiler durch die BIMA,
wurde die Kleingartensparte „Am Waldsee I e.V.“ durch die darauf neu errichtete Einzäunung
vom Verkehrswegenetz (Karpfenweg/Ecke Am Friedensweiler) abgeschnitten. Der Zufahrtsweg
wurde durch die 28 Kleingärtner*Innen seit je her genutzt.
Auch eine Zufahrt durch die angrenzende Kleingartensparte „ Am Waldsee e.V.“ ist seit kurzer
Zeit nicht mehr möglich. Durch die Baumaßnahmen auf dem erwähnten Grundstück wurde auch
die Abwasserleitung der Kleingartensparte gekappt, sodass derzeit eine ordnungsgemäße
Entsorgung weder durch einen Tankwagen, noch durch Anschluss an das städtische Netz
gewährleistet werden kann. Auch im Falle eines Brandes auf der Anlage wäre diese durch die
Feuerwehr kaum zu erreichen.
Vor diesem Hintergrund frage ich Sie:



Welche Möglichkeiten wurden/werden geprüft, um eine Zufahrt wie beispielsweise über
das neue Schöpfwerk zu ermöglichen?
Besteht die Möglichkeit, dass sich die Stadt im Sinne des Allgemeinwohls als Mediator
zwischen dem neuen Grundstückseigentümer und den Mitgliedern der KGA Waldsee I
betätigt?

Ich bitte um eine kurze mündliche und eine ausführliche schriftliche Antwort.

Antwort des Bürgermeisters Herr Zimmermann:
Der Bürgermeister Herr Zimmermann erklärt, dass die Grundstücksverhältnisse an dieser Stelle
kompliziert sind. Er führt aus, dass der Landesverband der Kleingärtner dort ebenso wie die
Stadt involviert ist, um eine Lösung zu finden. Er stellt abschließend klar, dass die
Kleingartensparte Eigentum des Bundes ist.

Eine ausführliche Antwort erfolgt schriftlich durch die Verwaltung.
Zu den noch vorliegenden Anfragen F0193/15 – F0197/16, F0200/15 – F0201/15, F0203/15 –
F0207/15 und F0209/15 erfolgt die Beantwortung schriftlich durch die Verwaltung.

80

11.

Informationsvorlagen

Die vorliegenden Informationen und TOP 11.1 – 10.10 werden zur Kenntnis genommen.

Die Niederschrift erhält ihre endgültige Fassung mit Bestätigung in der darauffolgenden Sitzung.

Beate Wübbenhorst
1. stellv. Vorsitzende des Stadtrates

Silke Luther
Schriftführerin

Anlage 1 – Positionspapier des Präsidiums des Deutschen Städtetages
Anlage 2 – Persönliche Erklärung des Vorsitzenden der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Stadtrat Meister
Anlage 3 - Aufruf der Bürgerin Christine Meier

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Anwesend:
Mitglieder des Gremiums
Beate Wübbenhorst
Hugo Boeck
Tom Assmann
Helga Boeck
Matthias Boxhorn
Thomas Brestrich
Rainer Buller
Jürgen Canehl
Marko Ehlebe
Timo Gedlich
Dr. Falko Grube
Gerhard Häusler
Christian Hausmann
René Hempel
Sören Ulrich Herbst
Bernd Heynemann
Denny Hitzeroth
Jens Hitzeroth
Michael Hoffmann
Andrea Hofmann
Dennis Jannack
Kornelia Keune
Karsten Köpp
Daniel Kraatz
Günther Kräuter
Dr. Klaus Kutschmann
Burkhard Lischka
Mandy Loskant
Olaf Meister
Hans-Joachim Mewes
Steffi Meyer
Oliver Müller
Andrea Nowotny
Jens Rösler
Manuel Rupsch
Hubert Salzborn
Chris Scheunchen
Gunter Schindehütte
Jenny Schulz
Carola Schumann
Frank Schuster
Hans-Jörg Schuster
Wigbert Schwenke
Birgit Steinmetz
Reinhard Stern
Frank Theile
Lothar Tietge
Dr. Lutz Trümper
Oliver A. Wendenkampf
Alfred Westphal
Roland Zander
Monika Zimmer

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Geschäftsführung
Silke Luther
Abwesend
Maik Aebi
Marcel Guderjahn
Bernd Reppin
Andreas Schumann
Jacqueline Tybora